Home
http://www.faz.net/-gqe-11lb1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Immobilienkrise Fed kauft für 500 Milliarden faule Papiere

Die amerikanische Notenbank hat keinen Spielraum mehr für Zinssenkungen, deshalb will sie nun die Kosten für Kredite zum Hauskauf senken. Im Kern will die Fed mit Hypotheken besicherte Wertpapieren der verstaatlichten Institute Fannie Mae und Freddie Mac erwerben.

Die amerikanische Notenbank Fed treibt ihre Pläne zum Kauf von Hypothekenpapieren voran und will dem angeschlagenen Immobilienmarkt damit auf die Beine helfen. Von Anfang Januar bis Mitte 2009 werde sie solche Papiere im Volumen von 500 Milliarden Dollar kaufen, teilte die Federal Reserve mit.

Damit setzt die Notenbank ihre Ende November angekündigten Pläne um. Ziel ist es, die Kosten für Kredite zum Hauskauf zu senken und den Zugang zu diesen Darlehen so zu verbessern. Im Kern will die Notenbank mit Hypotheken besicherte Wertpapieren der verstaatlichten Hypotheken-Institute Fannie Mae und Freddie Mac erwerben.

Mehr zum Thema

Die Pläne sind Teil der Fed-Strategie, um die weltgrößte Volkswirtschaft vor einer Kreditklemme zu bewahren. Die amerikanische Wirtschaft befindet sich seit rund einem Jahr in der Rezession. Die Notenbank hatte vor rund zwei Wochen den Leitzins von 1,0 Prozent überraschend auf eine Spanne von Null bis 0,25 Prozent gesenkt. Der Zins in den Vereinigten Staaten liegt damit so niedrig wie seit über einem halben Jahrhundert nicht mehr.

Da die Fed nun keinen Spielraum mehr für eine weitere Lockerung der Geldpolitik hat, will sie unter anderem Staatsanleihen oder mit Hypotheken unterlegte Anleihen der großen Hypothekenfinanzierer aufkaufen. Umsetzen sollen dies Investment-Experten von BlackRock, Goldman Sachs und Wellington.

„Wenn sie pro Monat für 80 bis 100 Millionen Dollar kaufen wollen und dies über sechs Monaten tun wollen, müssen sie alles kaufen, was ihnen in die Finger gerät“, sagte Kevin Cavin, Hypotheken-Fachmann bei FTN Financial.

Der Hedge-Fonds Manager John Paulson will einem Medien-Bericht zufolge faule Kredite und notleidende Hypothekendarlehen kaufen. Paulson habe in einem Ausblick 2009 an Investoren geschrieben, er sei daran interessiert, etwa in Schuldumschichtungen, Insolvenzfälle und strategische Fusionen zu investieren. Paulson ist Chef der 36 Milliarden Dollar schweren Hedge-Fonds-Firma Paulson & Co. Die Branche leidet im Zuge der Finanzkrise unter heftigen Verlusten, da Investoren Gelder abziehen.

Quelle:

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Vergleich mit amerikanischer Justiz Citigroup zahlt 7 Milliarden Dollar Buße

Die Citigroup zahlt 7 Milliarden Dollar Buße in einem Vergleich über angebliches Fehlverhalten im Geschäft mit Hauskrediten. Die Umstände zeigen: Die Strafen gegen die Banken sind das Ergebnis eines hoch politisierten Geschachers. Mehr

14.07.2014, 06:47 Uhr | Wirtschaft
Bankenstrafen-Ticker Citigroup vor 7-Milliarden-Vergleich

Betrug, Geldwäsche, Zinsmanipulationen, Devisenskandal: Banken weltweit müssen für ihre Fehltritte büßen. Jetzt steht die amerikanische Großbank Citigroup kurz vor einem milliardenschweren Vergleich mit den Behörden. Die wichtigsten Strafen im Überblick. Mehr

09.07.2014, 07:43 Uhr | Wirtschaft
Geldpolitik Amerikas Notenbank bereitet den Ausstieg vor

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve will noch in diesem Jahr eine neue Strategie für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik vorstellen. Der Leitzins bekommt dabei Gesellschaft. Mehr

10.07.2014, 06:58 Uhr | Wirtschaft

Gebremste Wachstumsfreude

Von Johannes Pennekamp

Nach dem schwungvollen Jahresstart ist die deutsche Wirtschaft plötzlich ins Stocken geraten. Der Rückschlag tut erst einmal kaum weh - ist aber eine Warnung an die Politik. Mehr 5 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Deutsche nutzen öffentlichen Nahverkehr öfter

Auch Bus, Straßenbahn und U-Bahn werden teurer. Die Deutschen fahren dennoch immer öfter mit dem öffentlichen Nahverkehr. Mehr 1