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Immobilienkredite Bundesbank verkauft Lehman-Altlasten

19.01.2012 ·  Der amerikanische Hedgefonds Lone Star kauft der deutschen Bundesbank ein Milliarden-Paket von Lehman-Immobilienkrediten ab. Die Bundesbank hofft, mit nur mit einem „kleinen Verlust“ davonzukommen.

Von Philip Plickert, Frankfurt
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Die Deutsche Bundesbank verkauft eine ihrer letzten Altlasten aus geldpolitischen Geschäften mit der vor gut drei Jahren kollabierten Investmentbank Lehman Brothers. Sie hofft, am Ende mit nur einem kleinen oder gar keinem Verlust davonzukommen, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel am Donnerstag. Ein Verlust ginge zulasten deutscher und europäischer Steuerzahler. Wegen der Finanzkrise hatte das Eurosystem, der Verbund der Euro-Zentralbanken, 2008 eine Rückstellung von 8,5 Milliarden Euro gebildet, um mögliche Verluste durch Pleitebanken abzudecken. Diese entstehen, falls Pfänder nicht werthaltig sind, welche die deutsche Lehman-Tochtergesellschaft LBB sowie andere Banken hinterlegt hatten, um von der Zentralbank Geld zu leihen.

In der Finanzkrise waren die Preise für sogenannte strukturierte Wertpapiere, etwa Asset Backed Securities (ABS), extrem stark gefallen. Das Verlustrisiko wurde aber geringer, da sich die Märkte erholten. Die Rückstellung war 2010 auf 2,2 Milliarden Euro reduziert worden, für 2011 konnte Nagel noch keine Zahl nennen. Durch die Verwertung der Insolvenzmasse - den Verkauf der ABS sowie Tilgung und Zinsen - werde man „relativ nahe an die 8,5 Milliarden Euro“ große Forderung herankommen, sagte Nagel. Er zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung. Es habe sich ausgezahlt, dass man die Papiere nicht sofort verkauft habe. Von anfangs 33 Lehman-Sicherheiten seien 28 abgewickelt - bis Ende 2012 hofft die Bundesbank den Rest zu veräußern. Ein „kleiner Verlust“ sei am Ende aber vielleicht nicht vermeidbar, gestand Nagel ein. Die Zentralbanken hätten vor der Finanzkrise zu geringe Abschläge auf die Werte der fragwürdigen Papiere vorgenommen, die sie als Sicherheiten akzeptierten.

Wachsender Risikoappetit der Investoren

Zuvor wurde durch einen Bericht der „Financial Times“ die Nachricht in Umlauf gebracht, dass die Deutsche Bundesbank in Verhandlungen mit dem amerikanischen Hedgefonds Lone Star stehe. Dieser soll Interesse an einem Paket von verbrieften Immobilienkrediten haben, die Lehman unter dem Namen „Excalibur“ verpackt hatte. Dies ist das größte der verbliebenen fünf Pakete. Nagel wollte weder einen Kaufpreis noch den Namen des Interessenten bestätigen. Der ursprüngliche Nominalwert des Pakets belaufe sich auf 2,16 Milliarden Euro. Inzwischen seien darauf Zins- und Tilgungsleistungen von 800 Millionen Euro erfolgt, weshalb der Nominalwert mittlerweile nur noch gut 1,3 Milliarden Euro betrage. In dem Paket steckten mit europäischen Gewerbeimmobilien besicherte Hypothekenkredite. Ein Sprecher von Lone Star äußerte auf Anfrage dieser Zeitung, keinen Kommentar dazu abzugeben.

Laut Nagel gibt es weltweit nur eine kleine Gruppe von zehn Investoren, die sich für so große und komplexe Wertpapierpakete interessierten. Offenbar wächst jedoch der Risikoappetit von Investoren. Der Hedgefonds Lone Star hatte schon 2008 die Reste der Düsseldorfer IKB-Mittelstandsbank sehr günstig gekauft. Jüngst hat Lone Star abermals ein Portfolio erstanden. Der Hedgefonds übernahm für 800 Millionen Pfund Immobilienpapiere vom verstaatlichten britischen Finanzinstitut Lloyds. Dabei zahlte er 40 Prozent Abschlag auf den Nominalwert.

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Jahrgang 1979, Redakteur in der Wirtschaft.

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