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Wohnungsmarkt Berlin : Mietpreisanstieg stützt die hohen Erwartungen

  • -Aktualisiert am

Erstaunliche Beliebtheit: Investoren haben Berlin als attraktive Wohnstadt entdeckt. Bild: Reuters

In der Hauptstadt scheinen die Jahre der Stagnation vorbei zu sein. Der jüngste Wohnmarktreport von GSW Immobilien und CBRE zeigt aber große Unterschiede auf Bezirksebene.

          Berlin erfreut sich unter Investoren mit einer Spezialisierung auf Wohnimmobilien derzeit einer Beliebtheit, die noch vor nicht allzu langer Zeit als undenkbar galt. Für die Neuankömmlinge auf dem Markt ist der in dieser Woche veröffentlichte Wohnmarktreport der Wohnungsgesellschaft GSW Immobilien und des Maklerhauses CBRE eine Bestätigung, dass die deutsche Hauptstadt durchaus über Potential verfügt. Danach stieg im vergangenen Jahr der Mittelwert der monatlichen Kaltmiete im Vergleich zu 2010 um 7,8 Prozent auf 6,59 Euro pro Quadratmeter. Die weiteren Aussichten werden als vielversprechend beschrieben. Gleichzeitig legte der Mittelwert der Angebotspreise für Mehrfamilienhäuser um 3,5 Prozent auf 1149 Euro pro Quadratmeter und für Eigentumswohnungen um 8,3 Prozent auf 1883 Euro pro Quadratmeter zu.

          Allerdings müssen Investoren zwischen den einzelnen Marktsegmenten genau unterscheiden, um einen Fehlgriff zu vermeiden. So verteuern sich die Mieten vor allem für hochwertige Wohnungen in gesuchten Lagen. In den einfachen Beständen bewegt sich dagegen wenig. Dynamisch steigen die Mieten derzeit vor allem in den Bezirken Mitte (13,1 Prozent), Friedrichshain-Kreuzberg (11,1 Prozent) und Tempelhof-Schöneberg (10,1 Prozent). Im Vergleich dazu fällt der beobachtete Anstieg in Marzahn-Hellersdorf (2,1 Prozent), Treptow-Köpenick (4,7 Prozent) und Spandau (4,9 Prozent) überschaubar aus.

          Friedrichshain-Kreuzberg vorn

          Teuerstes Pflaster für Mieter in Berlin ist der Bezirk Mitte, wo der Mittelwert der Miete im oberen Marktsegment 15 Euro pro Quadratmeter beträgt. Allerdings ist auch die Spanne in keinem anderen Bezirk so groß. In den ebenfalls zu Mitte zählenden Stadtteilen Moabit und Wedding ist in manchen Straßenzügen der Wohnkomfort und damit auch die Miete mit einem Mittelwert von 4,84 Euro pro Quadratmeter ausgesprochen niedrig.

          Insgesamt betrachtet am teuersten ist für Mieter inzwischen der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit einem Mittelwert von 8,02 Euro pro Quadratmeter. Er hat damit Charlottenburg-Wilmersdorf abgelöst. Dort können Vermieter zwar eine höhere Spitzenmiete erzielen. In der Gesamtbetrachtung bleibt der Bezirk aber mit 8,00 Euro zurück. Im Vergleich zur teuersten deutschen Stadt München ist das Niveau aber immer noch sehr günstig. In der Bayern-Metropole liegt die durchschnittliche Angebotsmiete nach Angaben der Internetplattform Immobilienscout 24 bei 12,23 Euro pro Quadratmeter.

          Junge Leute ziehen zu

          Die Verfasser der Studie zeigen sich über den Aufstieg von Friedrichshain-Kreuzberg selbst etwas überrascht. Schließlich ist das Einkommen der Bewohner dort eher niedrig. Allerdings profitiert der Bezirk vom Zuzug junger Menschen, die zum einen die Innenstadtnähe suchen und zum andern in vergleichsweise kleine Wohnungen ziehen. Vor diesem Hintergrund relativiere sich die monatliche Belastung durch die Miete wieder etwas, schreiben die Verfasser.

          Die Wohnungsmarktstudie von GSW und CBRE erscheint jährlich und zeichnet sich durch ihre Markttiefe aus. Für die aktuelle Ausgabe sind rund 108 000 Mietangebote erfasst und ausgewertet worden. Die beobachteten Bewegungen werden insgesamt 190 Berliner Postleitzahlengebieten zugeordnet.

          Quelle: F.A.Z.

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