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Risikoabsicherung

Wohnimmobilien Amerikas Häusermarkt auf Erholungskurs

Der amerikanische Häusermarkt scheint sich nach einer jahrelangen Durststrecke endlich auf einem beständigen Weg der Erholung zu befinden. Daran glauben mehrere Spitzenmanager amerikanischer Banken und der berühmteste Investor der Welt, Warren Buffett.

© dpa Vergrößern Die Zuversicht der Verkäufer wächst

„Wir glauben, dass der Häusermarkt die Wende geschafft hat“, sagte Jamie Dimon, der Vorstandsvorsitzende des Marktführers JP Morgan Chase, kürzlich bei der Vorlage der Quartalsergebnisse, die stark vom robusten Hypothekengeschäft gestützt wurden. „Im ganzen Land beginnt man die Heilung des Marktes zu sehen“, meint Brian Moynihan, der Vorstandschef des Branchenzweiten Bank of America. „Mit jedem Quartal haben wir mehr Zuversicht“, sekundierte John Stumpf, der Vorstandschef des viertgrößten Kreditinstituts Wells Fargo, das in Amerika die größten Marktanteile bei Hypotheken hat. Der große Wells-Fargo-Aktionär Buffett hält einen Aufschwung für „unausweichlich“. Zu Buffetts Konglomerat Berkshire Hathaway gehören mehrere Tochtergesellschaften wie der Baumaterialhersteller Acme Brick, die stark vom Immobilienmarkt abhängen. Anfang 2011 hatte Buffett die Erholung des Häusermarktes schon einmal zu früh ausgerufen. Aber nun scheint er sich ziemlich sicher zu sein. Immerhin hat Buffett gerade bei einer Auktion für 1,5 Milliarden Dollar den Zuschlag für ein Hypothekenportfolio der insolventen Gesellschaft Residential Capital erhalten. Dazu erweiterte Buffett mit einer Akquisition die Immobilienmakler-Sparte von Berkshire, weil er sich davon attraktive Renditen verspricht. Wenn es praktisch möglich wäre, würde er jetzt ein „paar hunderttausend Einfamilienhäuser aufkaufen“, sagte Buffett kürzlich in einem Fernsehinterview. Nach so viel Vertrauen in den Aufschwung wirkt der Finanzvorstand der drittgrößten Bank Citigroup, John Gerspach, fast wie ein Spielverderber. „Ich benutze keine Sätze wie ,die Wende geschafft’“, sagte er an die Adresse des JP-Morgan-Chefs Dimon. „Ich frage mich immer noch, ob die Wirtschaft stark genug wächst, um den Häusermarkt aufrechtzuerhalten.“

Norbert Kuls Folgen:  

Rückgang der Zwangsvollstreckungen

Die jüngsten Daten aus dem Markt signalisieren jedoch, dass der Citigroup-Manager mit seiner Skepsis falschliegen könnte. Der S&P/Case-Shiller-Häuserpreisindex, der die Preisentwicklung in 20 amerikanischen Ballungszentren misst, war im August gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Juli kletterten die Preise im August um 0,9 Prozent - der fünfte Monat in Folge mit einem Preisanstieg. „Die anhaltend guten Nachrichten für Häuserpreise in den vergangenen fünf Monaten stimmen uns optimistisch für eine weitere Erholung des Marktes“, kommentierte David Blitzer, der Vorsitzende des Indexausschusses bei der Gesellschaft S&P Dow Jones Indices. Der Häusermarkt, der nach dem Platzen einer spekulativen Preisblase vor fünf Jahren einer der Auslöser der Finanzkrise war, profitiert vom Rückgang der Zwangsvollstreckungen. Gleichzeitig befinden sich die Hypothekenzinsen fast auf Rekordtief. Um dem Wirtschaftswachstum Impulse zu geben und die Zinsen niedrig zu halten, hatte die amerikanische Notenbank Fed kürzlich mit dem Ankauf von Hypothekenanleihen begonnen. Banken sind allerdings strikt bei der Kreditvergabe. Während des Aufschwungs des Marktes im vergangenen Jahrzehnt hatte die Bonität der Kreditnehmer kaum eine Rolle gespielt - was schließlich zu hohen Kreditausfällen und der Schieflage mehrerer Großbanken führte.

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Auch andere Konjunkturindikatoren unterstreichen die Stärke des Häusermarktes. In diesem Jahr liegen die Baubeginne von Einfamilienhäusern um 43 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Die Verkäufe bestehender und neuer Häuser nehmen zu. Die Zahl der zum Verkauf stehenden Häuser sinkt, und die Ausfälle von Hypothekenkrediten werden geringer - was wiederum die Gewinnentwicklung der Banken beflügelt. Die Aktienkurse der großen Hausbauunternehmen bilden die Hoffnung auf eine längerfristige Erholung bereits ab. Der Aktienkurs der Pulte Group, des umsatzstärksten Unternehmens der Branche, ist in den vergangenen zwölf Monaten um 214 Prozent gestiegen. So gut hat sich keine andere Aktie im Aktienindex S&P 500 entwickelt. „Die Hausverkäufe nehmen in der Regel über einen fünfjährigen Zyklus zu, und das ist das erste Jahr davon“, sagt Kirk Mentzer, der die Analyse bei der Fondsgesellschaft Huntington Asset Advisors verantwortet. Deswegen gebe es trotz der starken Kursgewinne noch weiteres Potential für die Hausbau-Aktien.

Quelle: F.A.Z.

 
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