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Wohnungsbau Einstürzende Baugenehmigungen

22.06.2008 ·  In Deutschland werden immer weniger Wohnungen gebaut. Die Zahl der Genehmigung ist auf den niedrigsten Stand aller Zeiten gestürzt. Jetzt startet Bayern eine Initiative, um den Wohnungsbau steuerlich wieder attraktiver zu machen.

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Die deutsche Wohnungswirtschaft ist alarmiert. Immer neue Regelungen und bürokratische Hemmnisse, Auflagen zum Klimaschutz, der Wegfall von Steuervorteilen, die Reform der Erbschaftsteuer stellen die Rentabilität von Investitionen in Wohnimmobilien in Frage, so dass weniger investiert wird. Schon heute ist das Angebot an bezahlbaren Mietwohnungen in vielen wirtschaftsstarken Regionen mangelhaft.

Die Zahl der Wohnungsbaugenehmigungen hat einen historischen Tiefstand erreicht. Vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg bekommen das die Menschen zu spüren. Anreize zur Schaffung von Wohnraum fehlen. Doch die Signale der Bundesregierung sind für die Wohnungswirtschaft bisher wenig ermutigend.

Wohnungsunternehmen auch in der Verantwortung

Wohnungsunternehmen sollen, genauso wie der private Wohnungseigentümer, kräftig zur Kasse gebeten und vor allem in Sachen Klimaschutz in die Verantwortung genommen werden. Und das, obwohl die öffentlichen Fördermaßnahmen nur einen Bruchteil der anstehenden Investitionskosten decken und die Zinsen und Baukosten steigen.

Jetzt geht der Bayerische Landtag neue Wege. „Wir brauchen mehr Investitionen in die Modernisierung, und wir brauchen mehr Wohneigentum“, mahnte der Bayerische Staatsminister des Inneren, Joachim Herrmann, beim Wohnungswirtschaftlichen Arbeitskreis in München an. Am 3. Juni hat das bayerische Kabinett ein Steuerreformkonzept beschlossen, das nun in den Bundesrat eingebracht werden soll.

Bayern strebt einen doppelt so hohen Abschreibungssatz an

Die schon kurz nach ihrem Start heftig kritisierte Initiative sieht eine Verdoppelung des Abschreibungssatzes bei Neubauwohnungen von 2 auf 4 Prozent in den ersten acht Jahren vor. Auch Investitionen in Energieeinsparmaßnahmen und energetische Sanierungen sollen steuerlich geltend gemacht werden können. „Die Initiative wird Wohnungseigentümern helfen, ihre Wohnungen oder ihr Haus auf den politisch gewünschten Stand zu bringen, und Arbeitsplätze in der mittelständischen Bauwirtschaft sichern“, sagte der Staatsminister. Das sei aufgrund der Steuermehreinnahmen problemlos und ohne neue Schulden finanzierbar.

Auch der umstrittene Entwurf zur Erbschaftsteuerreform mit der Schlechterstellung für vermietete Immobilien beunruhigt den Staatsminister. In der jetzigen Ausgestaltung seien die Regelungen nicht akzeptabel. „Wenn bis 31. Dezember keine akzeptable Neuregelung beschlossen wird, entfällt die Erbschaftsteuer“, sagte Herrmann. Das wäre aus seiner Sicht keine Katastrophe.

Bauen für Familien, die Alten und das Klima

Wie groß die Sorgen der Wohnungswirtschaft sind, erläuterte Matthias Ottmann, geschäftsführender Gesellschafter der Südhausbau, eines in Familienbesitz befindlichen Wohnungsunternehmens. „Die Marktfelder der Zukunft heißen familiengerechte Großwohnungen im Geschosswohnungsbau, barrierefreies Wohnen und energiesparendes Wohnen“, hob Ottmann hervor.

Doch diese vielfältigen und kostspieligen Aufgaben seien nur vor dem Hintergrund stabiler Investitionsbedingungen zu lösen. Alles andere werde dazu führen, dass für Immobilien, bei denen sich Sanierungsmaßnahmen nicht rechnen, kein Geld mehr in die Hand genommen werden könne. In Deutschland werden in diesem Jahr weniger als 200.000 Wohnungsfertigstellungen erwartet; da ist der niedrigste Stand in der Geschichte des Landes. Ähnlich sieht das Bild in Bayern aus. Hier sind im vergangenen Jahr knapp 44.000 Wohnungen fertiggestellt worden, fast ein Viertel weniger als im Vorjahr. Auch in diesem Jahr zeigt die Tendenz weiter nach unten.

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