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Wohnnebenkosten Sprunghafter Anstieg

05.01.2009 ·  Die Deutschen müssen sich bei den Wohnnebenkosten auf hohe Nachzahlungen einstellen. Auch im vergangenen Jahr lag ihr Anstieg wieder über der Inflation. Vor bei den Heizkosten droht laut dem Institut für Städtebau eine böse Überraschung.

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Die Wohnnebenkosten sind nach Berechnungen des ifs Städtebauinstituts in Berlin im abgelaufenen Jahr deutlich stärker gestiegen als die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Mit 7,6 Prozent lag der Anstieg deutlich höher als im Vorjahr mit 2,7 Prozent und auch weit über der Inflationsrate, die ebenfalls bei 2,7 Prozent lag. Die reinen Mieten, also ohne Nebenkosten, sind dagegen auch 2008 nur wenig gestiegen. Mit 1,3 Prozent lagen sie nur geringfügig höher als in den Jahren 2007 und 2006 mit jeweils 1,1 und 1,0 Prozent.

Stefan Jokl, Leiter des Instituts: „Die Preistreiber bei der sogenannten zweiten Miete bleiben mit deutlichem Abstand flüssige Brennstoffe, also insbesondere Heizöl, und das Gas. Heizöl hat sich in diesem Jahr - trotz des starken Rückgangs im letzten Quartal - im Jahresdurchschnitt um 32,4 Prozent verteuert, und die Preise für Gas sind um 9,0 Prozent gestiegen, wobei berücksichtigt werden muss, dass die Preise für Gas den Preisen für Heizöl mit einer Zeitverzögerung von etwa einem halben Jahr folgen. Bei der Verteuerung ist zu berücksichtigen, dass sich die Preise in beiden Bereichen auf sehr hohem Niveau befinden. Sie waren insbesondere 2005 und 2006 mit jeweils zweistelligen Raten gestiegen. Mieter und Eigentümer müssen sich auf deutliche Nachzahlungen für 2008 gefasst machen.“

Auch Strom wird teurer

Einen abermaligen Preisschub habe es auch beim Strom mit einem Anstieg von 6,9 Prozent (wie im Vorjahr) gegeben. Bei den anderen Nebenkosten seien die Preissteigerungsraten 2008 durchweg moderat und meist niedriger als die Lebenshaltungskosten ausgefallen: So hätten sich die Kosten der Wasserversorgung um 0,9 Prozent, der Abwasserentsorgung um 1,5 Prozent und für feste Brennstoffe um 2,9 Prozent verteuert. Die Gebühren für die Müllabfuhr sind sogar erstmals gesunken, und zwar um 0,5 Prozent.

Im Fünfjahresvergleich - gegenüber 2003 - liegen nach Berechnungen des Instituts die Preise für flüssige Brennstoffe mit einem Anstieg um 112,8 Prozent weit an der Spitze vor dem Gas mit einem Anstieg um 47,3 Prozent und dem Strom mit einer Verteuerung um 28,8 Prozent. Mit deutlichem Abstand folgten die festen Brennstoffe mit einer Erhöhung um 10,5 Prozent und die Kosten für die Wasserversorgung mit einem Anstieg von 8,3 Prozent. Insgesamt seien die Wohnnebenkosten in dem Zeitraum 2003 bis 2008 um 32,5 Prozent und damit mehr als dreimal so stark wie die Lebenshaltungskosten mit 10,1 Prozent gestiegen, teilt das Institut mit. Am Ende der Preisskala liegen die Mieten mit einem Anstieg von lediglich 5,3 Prozent.

Betriebskostenabrechnung oft falsch

Bei der Entwicklung der Mieten ist jedoch zu berücksichtigen, dass es sich um einen statistischen Durchschnittswert handelt. In vielen Regionen, insbesondere in den Ballungsräumen, haben die Mieten, nach den Beobachtungen des Instituts, bereits wieder deutlich stärker angezogen. Da in Regionen mit leerstehenden Wohnungsbeständen sinkende Mieten festzustellen sind, komme es in einem statistischen Durchschnittswert zu Nivellierungstendenzen.

Der Deutsche Mieterbund hatte kürzlich gewarnt, jede zweite Betriebskostenabrechnung sei falsch, und eine Broschüre zur „Zweiten Miete „ mit der entsprechenden Rechtsprechung und Checklisten vorgelegt. Zum Thema „Heizkosten senken - richtig heizen und dämmen in Haus und Wohnung“ hat Jürgen Brück einen DIN-Ratgeber im Beuth Verlag veröffentlicht.

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