25.06.2008 · Es gibt in Deutschland wieder einen Markt für exklusive Wohnprojekte. Banken, Pensionsfonds und Versicherer investieren kräftig, und Luxushotels machen auch verstärkt mit. Russen zählen ebenfalls zu ihren Kunden.
Von Jens FriedemannAn den begehrten städtischen Standorten der großen deutschen Städte hat - nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit - eine Tendenz zum Luxuswohnen eingesetzt. Und zwar keineswegs getrieben vom Wunsch wohlhabender Bauherren am schönen Wohnebn, sondern organisiert von institutionellen Anlegern wie Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaften, Immobilienfonds und Finanzinstituten. Davon berichtet Christian Dillenberger, von der Dr. Lübke GmbH in Düsseldorf, die bei der Vermittlung von Wohnanlagen zu den Marktführern in Nordrhein-Westfalen gehört.
Der Makler spricht von einem Rekordinvestment in exklusive Wohnanlagen mit einem attraktiven Umfeld, hohen Wänden, Panoramamafenstern und luxurosen Ausstattungsmerkmalen. Bei den kapitalkräftigen Investoren bestehe ein großes Interesse an diesem gehobenen Geschosswohnungsbau. Das gelte auch für Hamburg, Berlin und München. Im Stadtgebiet Düsseldorf nennt er die „Wohnskulpturen Königskinder“ im Medienhafen Düsseldorf und die Luxusresidenzen im Breidenbacher Hof mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 700 Millionen Euro.
Spektakuläre Wohnanlagen
Luxuswohnen treffe auf eine breite Nachfrage anspruchsvoller Mieter, Käufer und Anleger. So haben allein im Kölner Neubaugebiet Rheinauhafen zahlreiche Kapitalanleger aus Moskau Wohnungen erworben - meist zur Weitervermietung. Jetzt errichtet die Pandion Vista ein Wohnkranhaus als nördlichen Teil des spektakulären Kranhaus-Trios direkt am Rhein. Spektakuläre Wohnanlagen entstehen auch in der Hafencity Hamburg. „Die relativ niedrigen Kapitalmarktzinsen, die erwarteten Wertsteigerungspotentiale sowie stabile Einnahmen aus dem Bestand gehobener Wohnanlagen sind für Banken, Pensionskassen und Versicherer äußerst interessant“, sagt Dillenberger.
Mit Preisen bis 10.000 Euro und Mieten von 12 bis 18 Euro je Quadratmeter können die Objekte durchaus mit Büroneubauprojekten konkurrieren. Das Engagement ist attraktiv, vor allem weil exklusive Wohnimmobilien an begehrten Standorten beim Verkauf in der Spitze Preise bis zum 23-fachen der Jahresnettomiete erzielen.
Gehobener Ausstattung und attraktiver Service
Um solche Preise erreichen zu können, setzen die Bauherren auf architektonische Besonderheiten, eine gehobene Ausstattung und ein attraktives Serviceangebot. Neben Neubauprojekten sind bei bestehenden Immobilien - vor allem bei ungewöhnlichen Gebäuden - aufwendige Revitalisierungsmaßnahmen auch steuerlich von Interesse. Dillenberger nennt die Neugestaltung des ehemaligen Düsseldorfer Amts- und Landgerichtes und das Projekt „Heinrich-Heine-Gärten“.
„Wir gehen davon aus, dass die Tendenz zu exklusiven Wohnanlagen wächst.“ So habe Düsseldorf acht Jahre hintereinander eine Zunahme der Bevölkerung erlebt; die Einwohnerzahl ist seit 2003 um 2,3 Prozent auf 580.000 gestiegen. Das führe zu einer Renaissance des innerstädtischen Wohnens. Interessant sei auch der Blick auf das Alter der Käufer und Mieter: Es sind junge wohlhabende Singles und Paare, aber auch ältere Menschen, die es aufgrund der gehobenen Lebensqualität und des Angebots an Dienstleistungen zurück in die Städte zieht.