02.09.2009 · Die Außendämmung hat ihre Grenzen. So bringen Stärken von mehr als 120 mm keine zusätzliche Isolierung. Die Branche sucht nach praktikablen und wirtschaftlichen Ansätzen für die energetische Sanierung.
Von Steffen UttichDie wirtschaftlichste Außenwanddämmung liegt bei einer Dämmschichtstärke von 120 Millimetern. Ab dieser Größenordnung seien keine signifikanten finanziellen Einsparungen mehr zu erkennen, haben Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Rolf Neddermann an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestalten in Konstanz in einer aufwendigen Forschungsarbeit festgestellt.
Dabei wurden insgesamt 1200 Modernisierungsvorhaben an einem Referenzgebäude - einem 1952 gebauten Einfamilienhaus - durchgespielt. Die Untersuchung der energetischen und wirtschaftlichen Wirksamkeit einer Außendämmung in Stärken von 40 bis 400 Millimetern erfolgte zum Beispiel in 20-Millimeter-Schritten.
Keine nennenswerten Verbesserungen
Auch bei der Messung der Kohlendioxid-Emissionen waren ab einer Stärke von 120 Millimetern keine nennenswerten Verbesserungen mehr zu erkennen. „Viel hilft nicht viel“, lautet die Schlussfolgerung von Neddermann angesichts der nun vorliegenden Ergebnisse. „Der erste Zentimeter wirkt am stärksten.“
Die Arbeit von Neddermann und seiner Mannschaft liefert zudem Ansätze, wie mit einem vergleichsweise geringen Investitionsaufwand eine höhere Energieeffizienz eine geringere Kohlendioxid-Emission zu erreichen sind. So halten sich etwa die Kosten für die Dämmung der Kellerdecken über nicht beheizten Räumen in Grenzen, während spürbare Einsparungen bei den Heizkosten zu messen sind.
Vergleichsweise unwirtschaftlich
Für den Bauherrn rentiert sich die Ausgabe damit wesentlich schneller als der relativ teure Austausch der Fenster - bei einem ähnlich geringen Kohlendioxidausstoß. Als vergleichsweise unwirtschaftlich erwies sich während der Untersuchungen auch die Dachdämmung als Aufsparrendämmung.
Bei recht hohen Investitionskosten generierte sie unterdurchschnittliche Einsparungen. Dagegen kommt eine neue Heizungsanlage den Hauseigentümer zwar ebenfalls teuer, ihr Einsatz bringt aber auch mit die höchsten Einsparungen an Energie und Kohlendioxidausstoß.
Widerspruch zwischen Eigennutz und Gemeinwohl
Mit einer Kombination der jeweils wirtschaftlichsten Modernisierungsmaßnahmen errechneten die Wissenschaftler der Hochschule am Bodensee für das Referenzgebäude unter den angenommenen Energiepreisparametern eine Senkung der Energiekosten von ursprünglich 3840 auf 1205 Euro im ersten Jahr.
Neddermann verfolgte mit der Forschungsarbeit unter dem Titel „Energetische Gebäudemodernisierung - Kosten, Wirtschaftlichkeit, Kohlendioxid-Reduktionspotential“ das Ziel, dem Widerspruch zwischen Eigennutz und Gemeinwohl bei der energetischen Sanierung mit praktikablen Lösungen zu begegnen.
Das mit der Dämmung ist so eine Sache...
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)
- 02.09.2009, 21:47 Uhr
Steffen Uttich Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.
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