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Paravent-Maler : „Ein heikles Möbel“

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Den Paravent als übergroße Leinwand hatte schon der Künstler Marc Chagall entdeckt Bild: picture-alliance/ dpa

Der Paravent-Maler Andreas Maier lässt sich einrichtungstechnisch und künstlerisch von Japan inspirieren. Ein Gespräch über Möbel als Bild, die vielfältigen Möglichkeiten, Räume zu gliedern, und tierische Motive.

          Mit der Paraventmalerei besetzen Sie eine ungewöhnliche Nische zwischen Kunst, Design und Raumgestaltung. Wie ist es dazu gekommen?

          Ich kenne Paravents aus Frankreich. Den ersten habe ich in einer Pariser Privatwohnung hinter einem Sofa gesehen. Er nahm dort eine ziemlich dominante Position ein. Mir kam das komisch vor. „Ein heikles Möbel“, dachte ich damals.

          Heikel?

          Ja, wenn man sich in Deutschland einrichtet, denkt man doch eher an Dinge wie Tisch, Bett, Stuhl. Anfangs war ich dem Paravent gegenüber eher abgeneigt.

          Aber offenbar hat Sie ja doch etwas fasziniert?

          Ich finde japanische Kunst sehr schön. In japanischen Museen habe ich dann mehr über Paravents und ihre spannungsreichen Eigenarten gelernt. Der Paravent ist ja Bild und Möbel zugleich. Einerseits ist er sperrig, andererseits passt er sich an. Man stellt etwas zur Schau, gleichzeitig kann man etwas dahinter verbergen. So ergibt sich die Möglichkeit, Dinge zu betonen, aber auch abzuschirmen.

          Haben Sie dafür historische Beispiele?

          Faszinierend finde ich, wie man schon vor Jahrhunderten in Japan den vielfältigen praktischen Nutzen von Paravents mit symbolträchtigen Gestaltungsmöglichkeiten verbunden hat. Zum Beispiel auf den Terrassen des kaiserlichen Palastes. Dort benutzte man Paravents als Windschutz. Sie hatten aber auch soziale und politische Funktion. So hat man verschiedene Zimmer für Angehörige der unterschiedlichen Kasten geschaffen. Außerdem dienten die Paravents der Darstellung wichtiger zeitgenössischer Ereignisse. Als die Portugiesen im 16. Jahrhundert als erste Europäer Japan erreichten, wurde dieser Besuch als Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen und Religionen auf Paravents in Szene gesetzt.

          Wo und wie werden Paravents denn heutzutage verwendet?

          Das hängt von den Wünschen der Kunden ab. Oft werden sie für Wohnzimmer bestellt, zum Beispiel als Dekoration hinter einem Sofa. Oder für das Schlafzimmer als begehbarer Kleiderschrank. Jeder hat bestimmt dieses Bild aus französischen Filmen im Kopf, in denen ein Kleidungsstück über einer Stellwand hängt. Ich habe aber auch schon mal einen Paravent für ein Badezimmer angefertigt.

          Sie sagten vorhin, Paravents seien im Grunde sperrig. Was also zeichnet ihren geschickten Einsatz aus?

          Dass man Räume modelliert und Akzente setzt. Es geht weniger um Raumteilung im strengen Sinne. Eleganter wirkt es, wenn man die Raumtrennung nur andeutet. Wenn Sie zum Beispiel einen sehr großen Raum haben, in dem Wohn- und Esszimmer ineinander übergehen, kann sich ein freistehendes Sofa mit einem halbhohen Paravent als Gestaltungselement anbieten. Oder nehmen Sie das Berliner Zimmer, das typisch für Berliner Altbauwohnungen ist. Als Durchgangszimmer ist es eigentlich ein Greuel. Aber mit einem Paravent, dessen Paneele so versetzt werden, dass gerade eine Person hindurchpasst, kann man es sehr schön gestalten.

          Wie groß sind denn die Paravent-modelle, die Sie anbieten?

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