http://www.faz.net/-gz7-6mkyq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 04.09.2011, 15:34 Uhr

Küchentrends Schöner wohnen in der Küche

Die moderne Küche rückt zunehmend in den Mittelpunkt: Sie wird immer mehr zur Komfortzone, die Grenzen zum Wohnzimmer verschwimmen. Hochtechnologie erleichtert die Arbeit und ist dabei auch noch energiesparend.

von Sybille Wilhelm
© AMK Abschied von der Kochnische: Hochwertige Küchen wollen im Mittelpunkt stehen. Die Arbeitsplatten werden dabei zu einer immer wichtigeren Komponente im Gesamtkonzept

Die Küche ist schon immer ein Abbild der gesellschaftlichen Veränderungen. Es ist noch gar nicht so lange her, da war sie ein kleiner abgeschlossener Raum, in dem die Hausfrau allein fürs Kochen zuständig war. Inzwischen vereint die Küche Funktionalität mit Wohlfühlfaktor und rückt zunehmend in den Mittelpunkt.

Das schlägt sich auch architektonisch nieder. „Aktuelle Grundrisse haben fast keine Grenzen mehr: Die Räume und ihre Funktionen verschmelzen miteinander und öffnen sich“, beobachtet Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK). Somit sei die Küche heute die Kommunikationszentrale, wie es früher das Wohnzimmer war.

Mehr zum Thema

In der neuen Seele der Wohnung hat sich in den vergangenen Jahren dementsprechend auch rund um die Ausstattung viel verändert. Eine gewisse Professionalisierung hält Einzug. „Arbeitsabläufe wurden durch die sinnvolle Zuordnung von Möbeln optimiert, Licht beleuchtet Arbeitsflächen oder Essbereiche“, nennt Hüther als Beispiele. Schubladen öffnen sich, wenn man leicht dagegen tippt. Und Elektrogeräte der neuen Generation senken sowohl den Strom- wie auch den Wasserverbrauch.

Küche2 © AMK Vergrößern Grundsätzlich kaufen die Deutschen am liebsten schlichte, elegante und zurückhaltende Küchenmöbel, die sie mit etwas Dekoration zu ihrer individuellen Küche aufpeppen

Töpfe wechseln ohne Energieverschwendung

Energiesparen ist auch in der Küche ein Dauerbrenner. In den vergangenen 15 Jahren sank der Energieverbrauch von Kühlgeräten um bis zu 74 Prozent, von Geschirrspülern um bis zu 47 Prozent und von Herden beziehungsweise Backöfen um bis zu 30 Prozent. Dementsprechend ist das Thema Induktion weiterhin aktuell. Zu den Vorzügen der „kalten Hitze“ zählen Schnelligkeit, Sicherheit, Präzision, Komfort und Energieeffizienz.

„Noch eins obendrauf setzt die jüngste Innovation der Flächeninduktion“, berichtet Küchenfachmann Hüther. Dabei lassen sich zwei der üblichen vier oder fünf Kochzonen auf Tastendruck zu einer großen Kochfläche zusammenschalten, so dass auch unterschiedlich großes Kochgeschirr nebeneinander Platz findet. „Und nicht nur das: Das Kochgeschirr lässt sich darauf hin- und herschieben, denn Position, Form und Größe werden automatisch erkannt“, schwärmt Hüther. Endlich kann der Koch oder die Köchin also große und kleine, vordere und hintere Töpfe beliebig wechseln und umstellen – ohne Energie zu verschwenden.

Auch in Einbau-Backöfen hat inzwischen die Hochtechnologie Einzug gehalten: Über interaktive Farbdisplays kann man die gängigsten Gerichte und Programme wie etwa Auftauen steuern, indem das jeweilige Symbol kurz berührt wird.

Spezielle Frischezonen im Kühlschrank

Wassersparende Neuigkeiten gibt es rund um das Spülen. Bei der Zeolith-Trocknungstechnologie nehmen kleine Mineralkugeln die Feuchtigkeit auf und wandeln sie in Wärmeenergie um, die wiederum zum Trocknen verwendet wird. „Mit dem Ergebnis, dass der Geschirrspüler für 13 Maßgedecke nur noch sieben Liter Wasser benötigt“, berichtet der AMK-Geschäftsführer. Ein Hersteller rechnet vor, dass der Wasserverbrauch für die 151 Geschirrteile damit bis zu 66 Prozent niedriger ist als bei einem 15 Jahre alten Geschirrspüler. „Mit der Zusatzfunktion Glanztrocknen wird das Spülgut nicht nur perfekt sauber und frei von Kalkflecken, sondern bekommt auch noch einen extra schönen Glanz“, sagt Hüther.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Jerusalem Wie ultraorthodoxe Juden sich auf Pessach vorbereiten

Die Küche schrubben, das Geschirr mit einem Ritual reinigen, ungesäuertes Brot backen: Die Vorbereitung auf das Pessach-Fest kostet ultraorthodoxe Juden in Jerusalem mehrere Wochen. Mehr Von Hans-Christian Rößler, Jerusalem

22.04.2016, 13:52 Uhr | Gesellschaft
Spanische Metropole Die Geheimnisse Barcelonas entdecken

Die spanische Metropole ist eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Das verdankt sie auch ihrer Lage zwischen den Bergen und dem Mittelmeer. Dieser Kontrast prägt den städtischen Alltag, die Kultur und lokale Küche. Mehr

19.04.2016, 06:49 Uhr | Reise
Luxus-Geschäfte Kaufhäuser in der Krise? Nicht in New York

In Deutschland haben Kaufhäuser es derzeit schwer. In New York hingegen sind viele neue Groß-Geschäfte geplant. Das Beispiel Barneys Downtown zeigt, wie es gehen könnte. Mehr Von Alfons Kaiser

30.04.2016, 15:14 Uhr | Stil
#Nilsläuft Die Hose, die beim Laufen stützt

Sportbekleidung ist mitunter Hochtechnologie, die den Körper optimieren soll. Doch was leisten stabilisierende Laufhosen? Ich habe die Opedix Dualtec getestet. Mehr

21.04.2016, 10:40 Uhr | Sport
Meister zweier Welten Zu Gast bei Sternekoch Jean-Claude Bourgueil

Wo Deutschlands Küche besonders ist. Heute: zu Gast im Enzo bei Jean-Claude Bourgueil – eine großartige Mischung aus italienischer Küche und französischem Küchenverständnis. Mehr Von Jürgen Dollase

25.04.2016, 16:58 Uhr | Stil

Spanische Lust am Untergang

Von Leo Wieland, Madrid

Wenn Spanien Glück hat, gibt es in Madrid vielleicht im Herbst wieder eine Regierung. Die politische Lähmung setzt sich in wirtschaftliche um – obwohl sich bereits eine Linderung abgezeichnet hatte. Mehr 12 25


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Arm und Reich vereint Ganz oben, ganz unten

Im Hochhaus leben alle soziale Schichten zusammen: oben der Millionär, unten der Habenichts. Und wenn es ums Geld geht, droht Stillstand. Ein Abbild der Gesellschaft. Ortstermin im Kölner Unicenter. Mehr Von Lisa Nienhaus 7 28

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“