03.03.2013 · Die offene Küche ist Trend. Neben Esstisch und Wohnzimmersofa soll die Kochstelle so wenig wie möglich nach Küche aussehen - und intelligenter, leiser und praktischer sein als jemals zuvor.
Von Anja MartinRichtlinien für Lesermeinungen
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Ist (jetzt?) Trend. Achwas?!
Anfang der achtziger Jahre war ich Gast in einer Hamburger Villa und
der Gastgeber hatte solch Großraum mit "offener
Küche" (Herd etc. in der Mitte) bereits und machte kein Bohei
darum. Auch uns Gästen kam das normal vor; keiner erwähnte im
Gespräch die Räumlichkeit. (Nur das Mahl war etwas karg:
Brotsuppe! ...allen Ernstes! Hat aber geschmeckt).
wird offensichtlich erlebbar, wenn ein Gastgeber nicht kochen kann. Da fängt der Leidensweg des Gastes schon vor dem Servieren an.
Wie war das: Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein ;-)
Jetzt bin ich doch glatt - ohne großes Zutun -
in den Küchentrend 2013 reingerutscht.
Einfach umgeräumt. Esstisch und Kochstelle habe ich mit meinem
alten Wohnzimmersofa zusammengeführt.
In meiner Küche gibt es nun ein Draufrumlümmel-Tee-oder-Kaffee-mit-etwas-Kleingebäck-Genießersofa.
Das macht mich und auch meine Gäste glücklich. Die Plätze
sind schnell weg. Keiner will mehr auf dem Stuhl sitzen !
Den Begriff der "offenen Küche" fasse ich etwas weiter.
Prämisse ist für mich nicht das Bauliche, sondern das Reelle,
was sich in der Küche abspielt. Familie, Freunde, Begegnung,
Austausch, Nostalgie, neue Ideen .... und auch die Kocherei.
sind auch die Nerdbrillen, die Bill Gates schon 1990 getragen hat. Gut, bzw. schön werden die dadurch auch nicht. Es mag ja sein, dass für manche eine solche Küchenanordnung seinen Reiz hat, ich bin da eher altmodisch. Abgeschlossen funktionale Küche, denn ich will kochen und keinen Trendwettbewerb gewinnen. Auch das Geruchsargument ist bei uns ganz wichtig!
... sollte man mal schnell mitplanen, damit der Umbau später keinen Ärger macht, denn der kommt bestimmt. Dasselbe kann ich nur empfehlen, wenn das "offene Bad" in Verbindung mit Schlafzimmer geplant wird. Spätestens, wenn einem die Termeraturschwankungen "auf den Senkel" gehen oder der Spätduscher den Frühschläfer doch ein wenig stört. Vielleicht ganz trendy: Alles offen von Bad-Küche-Schlafzimmer-Wohnzimmer, ein paar Stützen für die Decke reichen. Vorsicht: Offenes Klo könnte aber den Besuch doch stören.
Wir haben auch eine offene Küche
Zwar nicht so trendy wie abgebildet aber das ist nicht schlimm. Ich war auch immer Befürworter einer abgeschotteten Küche, da der Kochlärm schon beim Fußballschauen stört ;-). Aber eine offene Küche hat bei kleinen Kindern schon den Vorteil, dass man gleichzeitig kochen und schauen kann, was der Nachwuchs so treibt ;-). Ein angedachte Schiebetür kann natürlich ein Lösung sein, lies sich allerdings aus Platzgründen nicht umsetzen.
Wenn man etwas verstecken muss...
...dann liegt der Schluss nicht weit, dass es fehl am Platz sein
könnte. Das zweite Indiz wären die Putzmittel, die man in der
Küche verwendet, aber für die Materialien und Oberflächen
in andern Wohnräumen möglicherweise etwas zu viel
Fettlöser beinhalten. Wo gekocht wird spritzen Spritzer und steigen
Dämpfe - das klingt einfach nicht nach einer Wohnzimmerbeschreibung.
Das wichtigste Gerät in solchen "integrierten"
Küchen wäre wohl der Pizza-Karton-Schredder.
Das sind die kalten Küchen, die genutzt werden ....
.... zum Angeben. Aber sehr, sehr selten zum Kochen. Firlefanz für die Oberschicht und für überflüssige Kochshows. Shows für Leute, die zu Hause alle 14 Tage einmal kochen und das gesamte Umfeld 3 Tage vorher und 3 Tage nacher mit überflüssigen Detaillerzählungen nerven. Nicht nötig zu erwähnen, dass diese Leute ohne Kinder und ohne materielle Sorgen aber mit unzähligen Neurosen und Phobien ausgestattet sind.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.03.2013 14:51 UhrJa, ich habe eine offene Küche...
... und ich koche für mein Leben gern. Meine Küche hat mit
allem ca. 25'000 CHF gekostet, ist mir aber wurscht, denn ich nutze sie,
sofern ich nicht auf irgendeiner Dienstreise oder bei Freunden
eingeladen bin, JEDEN TAG. Die Küche ist offen, damit ich, wenn ich
Gäste habe, auch beim Kochen noch am Abend "teilnehmen"
kann. Offene Küchen sind ein Segen.
Meine offene Küche ist nicht kalt: 45 Minuten nach einem egal wie
langen Arbeitstag dem Kochen zu fröhnen ist für mich
Entspannung. Oder nach dem Sport. Ich sitze heute schon auf dem zweiten
Flughafen und freue mich auf 21 Uhr: Kochzeit! Morgens 20 Minuten
Frühstück machen, u.a. zum Aufwachen. Kochen ist geistig etwas
ganz anderes. Ich habe schon um 22 Uhr angefangen eine Zuger Kirschtorte
zu backen. Die Küche ist mein Ruhepol.
So und nun können sie aufstehen, zum Mülleimer gehen und ihr
Vorteil mit samt dem Neidkomplex über "kalte Küchen"
"für die Oberschicht" da reinkloppen. Viel Spass dabei.
Fortsetzung eines Gesellschaftstrends ...
...mit Realitätsverlust, aber das mit viel Geschwafel und Protzerei. Warum nicht? Warum soll denn meine Frau im DG nicht auch ein bisschen vom Bratengeruch, vom Öldampf, mitbekommen wenn ich als Mann unten im EG das Essen für die Familie zubereite? Ich bin doch trendy! Warum soll denn nicht auch auf und in der Vitrine und Bücherschrank im 1OG ein bisschen von dem Öldampf aus der Küche niederschlagen? Ach wie herrlich liest sich doch ein Buch wenn man beim Lesen den Fisch- und Bratengeruch in der Nase hat. Haben denn all diese spinnenden Protagonisten aller mögliche Protztrends mal selber das Essen für die Familie zubereitet? Mehr als zum Protzen reicht so ein offenes "Küch-chen" nicht. Und dann geht es ab mit Kind und Kegel zu McDonalds um mal was zum beissen zwischen die Zähne zu bekommen, bestenfalls ins Restaurant zum Griechen um die Ecke um mal was richtiges zu essen. Das nennt sich dann Esskultur in Deutschland. Danke das brauch ich nicht.
...Spülenfront, da die Armaturenhersteller noch immer keine vollversenkbare Spülarmatur entwickelt haben (scheint offensichtlich eine ingenieurmässige Unmöglichkeit zu sein!), damit man z.B. den freistehenden Spülblock mittels Abdeckung multifunktional nutzen kann!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.03.2013 07:33 UhrNoch gesund?
In einer Küche, in der man kocht, wird keine Bereich so oft benutzt, wie die Spüle. "Versenken" der Spüle??? Wenn Sie hingegen ein Wohnzimmer wollen, dann richten Sie doch einfach eines ein!
Man kann nur jedem Küchenkäufer empfehlen ...
sich vor dem Kauf selbst einmal umfängreich zu informieren, bevor
man sich an die Küchenfront begibt. Besuchen Sie 6
Küchenhäuser und Sie kommen mit 2 Dutzend Vorschlägen
zurück. Man muss sich eigentlich selbst einigermassen klar sein
bevor man sich auf ein Bombardement einlässt. Bei der Vielfalt des
Angebotes muss natürlich der Verkäufer versuchen einen
möglichst geradlinigen Weg durch das Küchendickicht zu finden,
ansonsten verliert sich der potentielle Kunde vor seinen Augen und das
wird letztlich zu teuer und der Verkäufer ineffizient.
Wer wirklich kochen will und schon eine Küche hatte und nun Ersatz
braucht, ist schon besser raus. Wer nur mit seiner Küche
beeindrucken will, kann den Verkäufer gewähren lassen.
Frei nach Zappas Motto: All you can see here ist American made - a
little bit cheesy, but nicely displayed. Und dabei helfen heute die
schönen virtuellen Präsentationen auf grossem Bildschirm -
Realität nicht immer eingeschlossen.
Das ist doch alles Firlefanz ...
... für die Koch-Show-Freaks, die aus dem Betrachten derselben eigene Fähigkeiten an Arbeits(sic!)platte und Herd delirieren. Um mit Friedrich Luft zu sprechen: "Quatsch in schöner Gestalt, wobei letztere auch noch fehlt.
wollen vermutlich nur die, die mit Ihrem "Lifestyle" protzen wollen, aber selbst nicht kochen, ausser vielleicht ein Mikrowellengericht oder einen (N)Espresso. Oder gefällt es den "20% Deutschen" wirklich, wenn ein Braten, Pommes oder ein Fischgericht dem Wohnzimmer für Stunden oder gar Tage die olfaktorische Anmutung einer Frittenbude gibt? Ich bin jedenfalls froh über die Schiebetür (Alu und Mattglas, auch schick und trendig), die ich in meiner offenen Küche eingebaut habe.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.03.2013 14:34 Uhr"Wir haben sowas und kochen auch. Wir haben aber auch Fenster und können lüften. "
Dann viel Spaß bei kalten Wintertagen. Mit 5 Minuten Schocklüften wird man jedenfalls einen Friteusengebraucht nicht los. Was, Sie wissen nicht, was eine Friteuse ist?
Lieber Altbau
In Altbauten dürfen Küchen noch Küchen und Wohnzimmer
noch Wohnzimmer sein.
Da rumoren im Wohnzimmer keine Kühlschränke und
Geschirrspüler, was ich sonst nur von billigen
Einzimmer-Urlaubsappartements kenne.
Und man muß die Küche nicht immer perfekt aufräumen, da
sie ja mitten im Wohnzimmer liegt.
Die integrierten Küchen sind nur ein Trick, diskret ein paar qm zu
schinden, weil die aktuellen Baupreise (u.a. dank Öko) so
unverschämt sind. Weg damit!
NEIN nicht angeben sondern Leben
Wir haben sowas und kochen auch. Wir haben aber auch Fenster und können lüften.