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Ferienhaus in Griechenland Leben wie Zeus am Mittelmeer

13.01.2009 ·  Ein eigenes Ferienhäuschen in Griechenland schützt vor frostigen Wintern in Deutschland. Das Kaufprozedere wird Interessenten vertraut vorkommen.

Von Sybille Wilhelm
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Griechenland - da denkt so mancher an kubusförmige weiße Häuschen mit blauen Fenstern und Türen, karge Landschaften und große Fleischportionen. Doch die Hellas-Postkartenidylle hat so viel mit Griechenland zu tun wie mit dem Klischee, dass alle Deutschen Lederhosen tragen.

Die großen Fleischportionen werden hierzulande „beim Griechen“ gereicht, weil wir Deutschen das so erwarten; das Land kann, obwohl knapp 78 Prozent als Gebirge eingestuft werden, immerhin mit 13.700 Kilometer Küste aufwarten. Und die blau-weißen Häuschen sind vor allem auf den Kykladen typisch - in Griechenland als der „Wiege Europas“ haben die verschiedensten Kulturen ihre Spuren hinterlassen, auch in der Architektur.

Gut zwei Millionen Deutsche fahren jährlich nach Griechenland in den Urlaub, doch die geographische Zersplitterung des Staates mit Tausenden von Inseln macht das Land noch immer vor allem für Individualisten interessant: Zwar gibt es touristische Massenziele wie Korfu, Rhodos und Kreta, aber selbst dort findet, wer will, ein ungestörtes Plätzchen. Viele andere Orte der Hellenischen Republik erreicht man etwas mühsamer und über Umwege. Hinzu kommt, dass Griechenland die aktuellen Tourismus- und Ferienimmobilientrends wie Golf oder Yachting schlicht verschlafen hat und dies erst langsam nachholt. Und da aus Athen ökologische Direktiven kommen - etwa dass ein neuer Golfplatz nur genehmigt wird, wenn für die Bewässerung eine Meerwasser-Entsalzungsanlage bereitsteht -, wird auch die Vergolfplatzung noch dauern.

In vielen Bereichen noch nicht auf dem Niveau

Doch dass Griechenland in vielen touristischen Dingen noch nicht ganz auf dem Niveau europäischer Lieblingsferienländer ist, macht auch den Charme eines eigenen Feriendomizils in der Heimat des Zeus aus. „Was ich an Kreta besonders mag, ist die Tatsache, dass es noch nicht auf dem Radar anderer Ausländer ist. Die Atmosphäre in Griechenland ist noch immer freundlich und entspannt“, beschreibt der Brite Andrew Lawrence seine persönlichen Beweggründe, warum er sich in dem Projekt „Aphrodite“ ein Appartement an der Küste nahe der Stadt Chania gekauft hat.

„Außerdem mag ich das Klima - warme, trockene Sommer und milde Winter - und dass die Kriminalitätsrate so niedrig ist.“ Zwar habe er das Appartement nicht als Investition gekauft, sondern um selbst darin zu wohnen. Gegen die Wertsteigerung der Immobilie hat er freilich nichts einzuwenden: „Die Preise hier auf Kreta werden weiter anziehen. Wer einsteigen will, sollte dies bald tun.“

Warten auf den Boom

Auf einen bevorstehenden Boom setzt auch das Management des zypriotischen Bauunternehmens Leptos Estates, das traditionell im Südwesten Zyperns aktiv ist, seit geraumer Zeit aber auch Projekte auf den Inseln Kreta, Paros und Santorin anbietet: „Griechenland wird zum neuen Immobilien-Favoriten und bietet ausgezeichnete Investitionsmöglichkeiten für Käufer.“

Davon ist Andreas Findiklis, General Manager der Leptos Immobiliengruppe, überzeugt. „Zwar haben auch hier die Preise für Ferienimmobilien in den vergangenen Jahren angezogen, aber im Vergleich zu Italien, Spanien oder Portugal sind Immobilien in Griechenland deutlich günstiger. Zum Teil kann der Käufer im Vergleich bis zu 30 Prozent sparen.“

Manche Inseln sind schon heiß begehrt

Günstig ist allerdings auch in Griechenland ein relativer Begriff: Während man 1990 noch ein Ein-Zimmer-Appartement der Statistik zufolge für weniger als 30.000 und ein Häuschen für weniger als 80.000 Euro kaufen konnte, muss man heute mit 100.000 Euro für das Ein-Zimmer-Appartement und 300.000 Euro für eine Villa rechnen. Inseln wie Mykonos, Santorin oder Hydra sind heiß begehrt, die Angebote gleichwohl rar und somit Quadratmeterpreise von bis zu 5000 Euro durchaus nicht selten. Wie überall auf der Welt kann man freilich deutlich mehr zahlen, wenn die Exklusivität der Immobilie und die Lage es hergibt.

Die gute Nachricht: Das Leben in Griechenland ist nicht so kostspielig. „Ein Ehepaar kann mit 14.000 Euro im Jahr gut leben“, wirbt Andreas Findiklis für die niedrigen Lebenshaltungskosten in dem sonnenverwöhnten Land. Darüber freut sich auch Andrew Lawrence: „Im Vergleich zu Großbritannien kommt man hier mit deutlich weniger Geld über die Runden, ohne auf irgendetwas zu verzichten.“

Juristischer Beistand ist unerlässlich

Was die rechtliche Abwicklung eines Immobilienkaufs angeht, sind die griechischen Gepflogenheiten den deutschen recht ähnlich: Ohne Notar läuft nichts, der Kauf ist erst abgeschlossen, wenn er im Grundbuch eingetragen wurde. Deshalb sollte man - als Ausländer zumal - die Eigentumsverhältnisse durch einen griechischen Anwalt prüfen lassen. Dem Kaufvertrag müssen Bauplan und Lageplan der Immobilie und des Grundstücks beigefügt werden wie auch eine Bescheinigung, dass die Gemeindegebühren der vergangenen zwei Jahre beglichen wurden. Außerdem müssen Käufer und Verkäufer in Griechenland steuerlich erfasst sein.

Wer Grundstücke, Häuser und Wohnungen kaufen will, deren Baugenehmigung bis einschließlich 2005 erteilt worden ist, unterliegt der Grunderwerbsteuer, die von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ist und meist zwischen 9 und 13 Prozent liegt; vom Jahr 2006 an fallen grundsätzlich 19 Prozent Umsatzsteuer an. Allerdings gibt es Steuerfreibeträge, und nicht wenige Bauträger haben sich die Genehmigungen noch vor der Verteuerung eingeholt. Im Rahmen einer einheitlichen Immobiliengebühr müssen außerdem jährlich 0,1 Prozent des Immobilienwerts oder mindestens ein Euro je Quadratmeter an den Staat gezahlt werden.

Erbschaftsteuer gesenkt

2008 wurde die Erbschaftsteuer auf Immobilienwerte drastisch gesenkt, wodurch eventuelle Schenkungen an Familienangehörige attraktiv geworden sind: Für Ehepartner, Kinder und Enkelkinder gilt ein Freibetrag von 95.000 Euro; alles, was darüber hinausgeht, wird nur noch mit einem Prozent besteuert. Bei einem Immobilienwert von beispielsweise 200.000 Euro zahlt der Erbe mittlerweile statt 16.000 nur noch 1500 Euro. Grundeigentümer mit Wohnsitz im Ausland sind darüber hinaus nicht verpflichtet eine Einkommensteuererklärung abzugeben, falls ihr Grundeigentum in Griechenland nicht größer als 150 Quadratmeter ist und es lediglich den Eigenbedarf deckt oder leersteht.

Während der Erwerb einer Immobilie ähnlich wie in Deutschland vonstatten geht, dürfte für so manchen Interessenten der Kauf des Ferienidylls in sogenannten Off- Plan-Projekten gewöhnungsbedürftiger sein: Dort werden die Immobilien vor der Fertigstellung, also vom Plan weg, gekauft.

Deutsche sind eher skeptisch, beobachtet Andreas Findiklis, gibt aber Entwarnung: „Wer bei einem seriösen Anbieter kauft, braucht keine Bedenken zu haben. Zur Sicherheit sollte der Käufer in dem notariellen Kaufvertrag alle wichtigen Punkte aufnehmen, wie die exakte Hausspezifikation, den Verkaufspreis, die Garantieleistungen und den Fertigstellungstermin festhalten lassen und auch die Zahlungsmodalitäten vertraglich absichern.“

Ein Gläschen Wein am Whirlpool

Der Kreta-Liebhaber Andrew Lawrence hatte vor zwei Jahren keine Bedenken, sich in ein noch nicht fertiggestelltes Projekt einzukaufen - im Gegenteil: „So war ich früh dran und hatte deshalb die Möglichkeit aus einem größeren Angebot auszuwählen. Außerdem konnte ich mein Appartement aufwachsen sehen“, erzählt der Brite.

Und er war der möglichen Konkurrenz um sein Traumdomizil eine Nasenlänge voraus: „Wenn ich heute mit einem Gläschen Wein in meinem Whirlpool auf der Terrasse meines Penthouse sitze und auf das Meer schaue, bin ich einfach glücklich, dass mir das kein anderer weggeschnappt hat.“

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29.05.2012 14:22 Uhr
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