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Ferienhaus in den Niederlanden : Wie zu Hause nur anders

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Gesucht: Ferienhäuser, die nah am Wasser und nicht allzu luxuriös sind. Bild: mauritius images

Aus Liebe zu Land und Leuten, als Geldanlage oder beides – Deutsche kaufen gern Immobilien in den Niederlanden. Doch das Angebot ist knapp. Auf dem Markt ist manches zu beachten.

          „Wir hatten einfach unsagbares Glück!“ Wenn Margit Willing von ihrem neuen Haus in Nordholland erzählt, ist die Verwunderung noch zu hören. Seit gerade einmal zwei Monaten nennen sie und ihr Mann Jürgen ein schmuckes reetgedecktes Häuschen an der Küste Nordhollands ihr Eigen – und können es irgendwie noch gar nicht fassen. So schnell und „vollkommen ohne Probleme“ ging alles über die Bühne.

          Dabei hatte das Ehepaar aus Werne eigentlich nie vor, sich in Holland niederzulassen. Aber dann schafften sie sich vor vier Jahren einen Hund an, und damit war es vorbei mit den langen Fernreisen. Von da an fanden die Urlaube im hundefreundlichen Nachbarland statt – und mit jedem Besuch wuchs die Begeisterung. Im März lernten sie dann den Häuserpark in Callantsoog kennen, verliebten sich – und fanden auch sofort ein passendes Kaufobjekt.

          Eine vielversprechende Option

          Wirklich ein Glück, wie auch Maklerin Sandra Stadegaard vom Immobilienbüro Callinge betont, die das Geschäft vermittelte. Denn egal welchen Kenner des niederländischen Immobilienmarktes man fragt, die Antwort lautet immer gleich: So rasch und unkompliziert läuft es selten. Grund dafür sind nicht etwa komplizierte Kaufverfahren, sondern der im Vergleich zu anderen Ferienländern leergefegte Markt.

          Willings Haus hat 110 Quadratmeter, liegt am Rand eines sogenannten Vacantieparks, also einer zusammenhängenden und verwalteten Anlage, und bietet freien Blick auf die Dünen. Damit entspricht es genau dem, was sich die meisten Käufer wünschen: naturnah, wassernah, nicht luxuriös, aber dennoch komfortabel. Die Deutschen, weiß auch Barbara van der Grijp, Geschäftsführende Gesellschafterin bei Engel & Völkers in Amsterdam, wollen Häuser an der holländischen Küste, an den nordfriesischen Seen und am liebsten in der Provinz Zeeland. Doch das sind eben auch die Gebiete, die Naturliebhaber und Wassersportler aus der ganzen Welt anziehen.

          Bis vor ein paar Jahren passten Angebot und Nachfrage ziemlich gut zusammen. Zurzeit aber, bedauern nicht nur Van der Grijp und Stadegaard, könnte viel mehr verkauft werden, als zur Verfügung steht. Der Grund: Immer mehr Interessenten kommen nicht – oder nicht nur –, weil Land und Leute so einladend sind, sondern weil der Hauskauf in den Niederlanden auch als lukratives Anlageobjekt gilt. Fünf bis sieben Prozent Rendite nach Steuern nennen Finanz- und Steuerexperten als realistisches Ziel. Angesichts niedriger Zinsen eine vielversprechende Option, die noch dazu auch mit relativ kleinem Einsatz zu erreichen ist.

          Schon Vorvertrag hat bindende Wirkung

          Selbst an den Küsten reicht die Preisspanne von 50.000 Euro für ein einfaches Haus auf einem Erbpachtgrundstück bis 350.000 Euro für ein Luxushaus mit eigenem Garten. Der Durchschnittspreis, so Maklerin Van der Grjip, liegt bei 272.616 Euro in Zeeland und 262.463 Euro in Friesland. Deutlich teurer ist es nur in den Städten. In Amsterdam koste ein Haus im Durchschnitt 456.363 Euro.

          Die meisten deutschen Käufer, sagt Albrecht Hofmann, kommen wie die Willings aus Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen und nutzen seit Jahren die Nähe zum Nachbarland für Kurzurlaube und Reisen ans Meer, bevor sie sich zum Kauf entschließen. Hofmann ist nicht nur Gesellschafter der Ferienhausvermittlung MEH-Consulting, sondern berät als Anwalt auch Käufer in allen steuerlichen und rechtlichen Angelegenheiten. Was viele Käufer seiner Meinung nach unterschätzen, ist, dass zwar viele Abläufe in unserem Nachbarland ähnlich sind, es aber gleichzeitig einige gravierende Unterschiede gibt.

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