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Sauna unterm Dach : Welche Rechte Mieter bei Hitze in der Wohnung haben

Auch Tiere leiden, wenn die Temperaturen in der Wohnung steigen. Bild: dpa

Wenn die Temperaturen immer höher steigen, kommen Mieter in ihren Wohnungen ganz schön ins Schwitzen. Doch zu starke Hitze müssen sie sich nicht gefallen lassen. Welche Rechte Mieter haben.

          36 Grad, und es wird noch heißer. Wer abends aus dem klimatisierten Büro in die eigene Wohnung kommt, gerät oft erst so richtig ins Schwitzen. An den heißesten Tagen des Jahres wird manche Behausung zur Sauna, besonders unter dem Dach. Doch welche Rechte haben Mieter, wenn ihr Zuhause zur Schwitzbude wird? Zu welchen Maßnahmen sind Vermieter verpflichtet?

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Grundsätzlich sind sommerliche Temperaturen in der Wohnung kein Mietmangel. Eine gesetzliche Regelung, wie hoch die Temperatur in einer Mietwohnung steigen darf, gibt es nicht. Eine Orientierung bieten aber die Technischen Regeln für Arbeitsstätten. Sie besagen, dass die Raumtemperatur am Arbeitsplatz 26 Grad Celsius nicht übersteigen sollte. Auch in privaten Wohnungen, lässt sich ableiten, ist es nicht zumutbar, wenn das Thermometer über einen längeren Zeitraum hinweg diesen Wert übersteigt. Eine andere Faustregel besagt, dass die Innentemperatur von gewerblich genutzten Räumen bei einer Außentemperatur von mehr als 32 Grad mindestens sechs Grad kühler sein sollte.

          Heizen sich die Räume so unerträglich auf, dass es die Wohnqualität maßgeblich beeinträchtigt, kann der Mieter unter Umständen die Miete mindern. Das hat das Amtsgericht Hamburg entschieden (Az.: 46 C 108/04). In dem Fall monierte der Mieter einer Obergeschosswohnung, dass die Sommertemperatur tagsüber 30 Grad und nachts mehr als 25 Grad Celsius betrug. Auch ausgiebiges Lüften half nicht. Da der Wärmeschutz nicht dem Stand der Technik entsprach, der zum Zeitpunkt der Errichtung der hochwertigen Neubauwohnung vorgeschrieben war, stellten die Richter einen Sachmangel fest. Sie hielten eine Mietminderung von 20 Prozent für angemessen.

          Allerdings dürfen Mieter die Miete nur anteilig für die Tage mindern, an denen es besonders heiß war. Dazu sollten sie die hohen Temperaturen belegen. Das geht am einfachsten mit einem Thermometer, das diese aufzeichnet und speichert. Wie hoch die Mietminderung ausfällt, hängt vom Einzelfall ab. Herrscht brütende Hitze, weil der Mieter mittags die Fenster aufreißt oder die Außenjalousien tagsüber nicht herunterlässt, steht ihm keine Mietminderung zu.

          Mieter im Dachgeschoss müssen mit hohen Temperaturen rechnen

          Wenn gesundheitliche Gefahren drohen, darf ein Mieter die Wohnung sogar kündigen. So geschehen bei einer Dachgeschosswohnung, die sich im Sommer auf bis zu 46 Grad aufheizte. Die Temperaturunterschiede zwischen innen und außen betrugen bis zu 19 Grad. Wachskerzen schmolzen, Pflanzen gingen ein, der Wellensittich erlitt dem Mieter zufolge einen Hitzschlag. Die Kündigung ist rechtens, urteilte das Verfassungsgericht des Landes Berlin (Beschluss vom 20. März 2007, 40/06).

          Ob Mietminderung oder Kündigung, vorher sollte der Mieter den Vermieter auf die extrem hohen Temperaturen in der Wohnung hinweisen und ihn auffordern, den Mangel innerhalb einer gesetzten Frist zu beheben. Kommt der Eigentümer dem nicht nach, kann der Bewohner weitere Schritte einleiten. Nicht alle Richter urteilten aber zugunsten hitzegeplagter Bewohner: Mieter im Dachgeschoss müssten damit rechnen, dass sich die Räume im Sommer stark erhitzen, und deshalb hohe Temperaturen von 30 Grad hinnehmen, entschied das Amtsgericht Leipzig (Az.: 164 C 6049/04).

          Vornehmlich muss sich der Vermieter darum kümmern, dass die Wohnung im Sommer gegen sengende Wärme geschützt ist. Wie er das erreicht, ob er Außenjalousien anbringt oder eine Klimaanlage einbaut, ist seine Sache – der Mieter kann nicht nach einem bestimmten Sonnenschutz verlangen. Will der Bewohner selbst Abhilfe schaffen und etwa eine Markise installieren oder Sonnenschutzfenster einbauen, so muss er den Vermieter um Erlaubnis fragen – dabei greift er in die Bausubstanz ein. Der Eigentümer muss seine Zustimmung aber in der Regel erteilen. Führt eine Baumaßnahme für besseren Hitzeschutz dazu, dass der Wohnwert der Wohnung steigt, etwa durch eine bessere Isolierung oder Wärmedämmung, so handelt es sich um eine Modernisierung. Diese darf der Eigentümer mit elf Prozent der Kosten pro Jahr anteilig auf die Miete aufschlagen.

          Quelle: F.A.S.

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