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Regionale Unterschiede : Wo die Deutschen viel Miete zahlen

Im Kölner Kranhaus zu wohnen, ist nicht billig. Bild: Picture-Alliance

Mehr als ein Drittel des Einkommens für die Miete? Das mögen Deutsche nicht. Aber in manchen Städten kommt das trotzdem häufig vor. Es sind nicht München, Frankfurt oder Berlin.

          Zu viele Deutsche zahlen zu viel Miete, so suggeriert es eine Antwort des Bauministeriums auf eine Anfrage der Grünen: Fast vier von zehn Deutschen gaben im Jahr 2014 mehr als 30 Prozent ihres Einkommens für die Miete aus – und die Nebenkosten kommen noch obendrauf.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Dabei empfehlen Immobilienexperten in Deutschland seit Jahren, 30 Prozent als Obergrenze zu sehen, damit genug Geld zum Leben übrig bleibt. SPD-Bauministerin Barbara Hendricks nutzt die Zahlen als Vorlage, um im Wahlkampf getreu Parteiprogramm eine Verschärfung der Mietpreisbremse zu fordern. Ist es doch eine Binsenweisheit, dass die Mieten in Großstädten zurzeit schnell steigen.

          Bemerkenswert ist aber, dass die Leute nicht etwa in den teuersten Städten viel fürs Wohnen ausgeben. Die Städte, in denen die Menschen fürs Wohnen am meisten ausgeben, sind nicht etwa die mit den höchsten Mieten. Oder die mit den geringsten Einkommen.

          Stattdessen gibt es regionale Schwerpunkte. Die höchsten Mietkosten nehmen die Bonner, Neusser, Kölner und Düsseldorfer auf sich – alles Rheinländer. Dahinter kommen Bremen und Bremerhaven, wie eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gezeigt hat.

          Die Mieter entscheiden selbst

          Wie bilden sich diese regionalen Schwerpunkte? Vielleicht lässt sich das mit den Entscheidungen der Mieter erklären. Wer die Miete in einem Stadtviertel hoch findet, hat ja mehrere Möglichkeiten: Er kann die Miete zahlen, er kann in eine günstigere Gegend ziehen oder er kann auf Quadratmeter verzichten. Offenbar treffen die Menschen in unterschiedlichen Regionen diese Abwägung anders.

          Das zeigt sich auch mit Blick auf die ganze Welt: Im teuren Tokio geben die Japaner durchschnittlich nur 29,4 Prozent ihres Einkommens für die Miete aus, hat der Immobiliendienstleister Weetas ausgerechnet. Dafür leben die Tokioter in legendär kleinen Wohnungen. In London und New York fällt die Entscheidung anders aus: Dort stecken die Menschen die Hälfte ihres Einkommens in die Miete.

          Die Deutschen jedenfalls entscheiden sich seit Jahren für immer größere Wohnungen: Die Wohnfläche pro Person wächst, allein zwischen 2012 und 2016 von 46,2 auf 46,5 Quadratmeter pro Person.

          Quelle: FAZ.NET

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