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Studentenbude Nische mit Potential

 ·  Investoren entdecken das studentische Wohnen

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Wohnungen für Studenten werden von Immobilieninvestoren zunehmend als attraktives Geschäftsfeld wahrgenommen. Zuletzt hat der bisher auf Hotels fokussierte Projektentwickler GBI angekündigt, seine Aktivitäten in dieser Marktnische deutlich auszubauen. So sollen unter der Marke „Smartments“ bis 2012 rund 900 Apartmentplätze in Hamburg, Lübeck, Frankfurt und Mainz entstehen.

Die Gründe für das gestiegene Interesse wurden auf einer Veranstaltung in der vergangenen Woche in Hamburg deutlich, zu der die GBI eingeladen hatte. Danach hat es über die zurückliegenden Jahre deutliche Verschiebungen in der Lebenswirklichkeit der Studentenschaft gegeben. Galten Studenten aus Sicht der Immobilienwirtschaft ursprünglich als arm, unzuverlässig und kompliziert, so hat sich ihre Situation inzwischen deutlich verändert, stellte Andreas Groß von der Immobilienberatung Dr. Lübke auf dem GBI-Fachdialog fest. Nach seinen Angaben verfügen Studenten im Durchschnitt über 812 Euro im Monat, von denen sie 281 Euro für das Wohnen ausgeben. Ein Drittel der Studenten komme sogar auf mehr als 1000 Euro im Monat, womit durchaus eine Größenordnung von 450 Euro als Mietzahlung möglich wäre.

Hohes Marktpotential

Angesichts dieser finanziellen Situation machte Groß ein hohes Marktpotential für Studentenapartments aus, die preislich zwischen dem immer noch konkurrenzlos günstigen Angebot gemeinnütziger Träger von Studentenwohnheimen um die 200 Euro und den Kosten für eine eigene 35-Quadratmeter-Wohnung von rund 500 Euro liegen. Vor allem ein verbessertes Service-Umfeld soll die Studenten in den höherpreisigen Wohnraum locken. Von Design-Apartment, Lounge, flexiblen Mietverträgen, einer Rezeption und freiem Internetzugang ist dann die Rede statt von Wohnheimplatz, Gemeinschaftsküche, Zuteilungsantrag, Heimleiter und Sperrstunde. Sehr aktiv ist in diesem Marktsegment schon die Frankfurter Immobiliengesellschaft Youniq.

Als Vorteile einer Investition in Studentenapartments führte der Hotelfachmann von Dr. Lübke auf der Veranstaltung unter anderem die höheren Nettorenditen im Vergleich zu Wohnanlagen und Zinshäusern von mehr als 6 Prozent, hohe Vermietungsstände, ein überschaubares Mietausfallrisiko durch Elternbürgschaften und eine stabile Nachfrage an. Zu den Nachteilen gehören seiner Ansicht nach eine aufwendige Objektbewirtschaftung, ein zunehmender Wettbewerb in dieser Marktnische und der Umstand, dass es nur wenige erfahrene Betreiber gibt. Beachtet werden müssten als wesentliche Standortfaktoren eine hohe Studentendichte, eine geringe Versorgungsdichte mit geförderten Wohnheimplätzen, wenig konkurrierende Projekte sowie ein geringes Angebot an Ein-Zimmer-Wohnungen. Hilfreich sind zudem eine räumliche Nähe zur Hochschule und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Im Studienjahr 2009/10 wurden in Deutschland insgesamt 2,1 Millionen Studenten an den 409 Hochschulen gezählt. In den nächsten drei Jahren sollte die Zahl nach den gängigen Prognosen noch bis auf 2,3 Millionen ansteigen, bevor sie wieder zurückgeht. Die Nachfrage von Studenten nach Wohnraum dürfte sich parallel bewegen, erwartet das Forschungsinstitut Empirica. Trotz des erwarteten Rückgangs werde die Nachfrage im Westen Deutschlands 2020 immer noch höher liegen als heute. Lediglich im Osten werde sie zusehends verhalten ausfallen.

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24.05.2013 17:45 Uhr
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