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Neue Einkaufszentren Klimaschonend shoppen

17.10.2008 ·  Einkaufszentren wurden bisher mit aufwändigen Klimaanlagen auf konsumentenfreundliche Temperaturen gekühlt. Das muss nicht sein. Auf der Immobilienmesse Expo Real sind erstmals umweltfreundliche Einkaufszentren und Bürogebäude ausgezeichnet worden.

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Die internationale Finanzkrise hat in diesem Jahr auch die Immobilienmesse Expo Real in München überschattet. Doch eigentlich stand sie ganz im Zeichen von Energieeffizienz und Umweltschutz. Das wurde auf den Fachveranstaltungen und bei den Verleihungen von Auszeichnungen deutlich. So ging der erste europäische Preis für nachhaltiges Immobilieninvestment (Prime Property Award) der Union Investment an das Einkaufszentrum der Metro-Gruppe „Meydan“ in Istanbul.

Es habe Maßstäbe für den Bau von Einkaufszentren gesetzt. Der von den Londoner Architekten FOA (Foreign Office Architects) entworfene „Shopping Square Meydan“ konnte sich gegen 90 eingereichte Projekte aus 18 europäischen Ländern durchsetzen, weil es „auf beispielhafte Weise ökonomische, ökologische und soziokulturelle Nachhaltigkeit buchstäblich unter einem grünen Dach“ vereinigt.

Mit 30.000 Quadratmeter naturbelassenen Dachwiesen ist es eine der größten Gründächer der Welt und mit mehr als 200 Erdsonden auch die größte Geothermie-Anlage in Europa. Die Kosten für die Kühlung liegen 25 Prozent niedriger und für Heizung 30 Prozent, berichtete Professor Michael Cesarz von der Metro Group Asset Management. Es ist bereits die dritte Auszeichnung für das Einkaufszentrum in Istanbul.

Preis für Frankfurter Hochhaus

Der zweite Preis ging an das 2006 fertiggestellte Wissenschafts- und Kulturzentrum „Alsion“ im dänischen Sonderborg und der dritte Preis an das Frankfurter Westend Duo der Hochtief Projektentwicklung. Das Bürogebäude - entworfen vom Frankfurter Architekturbüro KSP Engel und Zimmermann - wird im November außerdem einen Sonderpreis für nachhaltiges Bauen des „Internationalen Hochhauspreises der Stadt Frankfurt“ erhalten.

Es hat mit Tiefengrundwasser gekühlte Zwischendecken und eine geothermische Heizanlage. Außerdem sorgen die Scheiben einer Doppelfassade und einfache Luftschleusen für Frischluft und thermische Nachhaltigkeit. In Amerika ist Hochtief mit der Tochtergesellschaft Turner Marktführer im „grünen“ Bauen und kürzlich von der Fachzeitschrift „Engineering News Record“ als „Top Green Contractor“ in Amerika ausgezeichnet worden und erstellt als einziges deutsches Bauunternehmen regelmäßige Nachhaltigkeitsberichte und ist mit seinen Aktien im „Dow Jones Sustainability Index“ gelistet.

Die in dieser Woche eröffnete „Ernst August Galerie“ in Hannover ist sogar das erste Einkaufszentrum, das durch natürliche Be- und Entlüftung auf eine elektrische Mall-Kühlung verzichten kann. Auf dem Dach wird eine 250-Kilowatt-Photovoltaikanlage installiert. Das 230 Millionen Euro teure Zentrum der Hamburger ECE und der HGA Capital Grundbesitz Anlage GmbH mit 30.000 Quadratmetern Verkaufsfläche soll außerdem als erstes deutsches Einkaufszentrum das amerikanische Öko-Siegel Leed (Leadership in Energy and Environmental Design) erhalten.

Ein Preis geht auch nach Portugal

Ausgezeichnet wurde auf der Expo Real auch der portugiesische Spezialist für Einkaufszentren Sonae Sierra. Es erhielt von der Expo Real und der niederländischen Fachzeitschrift „Property EU“ den „Green Thinker Award“. 17 seiner Zentren in Europa sollen in diesem Jahr das Umwelt-Managementsiegel nach ISO 14001 erhalten, 11 Großbaustellen haben es bereits erhalten.

„Wer rechtzeitig in Umweltschutz investiert, gibt später weniger für Heizkosten, Kühlung, Strom und Wasser aus“, sagte Thomas Binder, Vorsitzender der Geschäftsführung in Deutschland. Hierzulande betreibt Sonae Sierra das Einkaufszentrum „Alexa“ in Berlin sowie die „Münster Arkaden“, und es baut das „Loop5“ in Weiterstadt bei Frankfurt. Alle Objekte haben oder sollen das ISO-Umweltmanagementsystem erhalten.

Die Anbieter „grüner“ Gebäude gehen davon aus, dass bei einer Vermietung keine höhere Gesamtbelastung auf den Mieter zukommt, da eine höhere Kaltmiete durch geringere Betriebskosten neutralisiert werde. Zahlreiche Konzerne haben sich bereits öffentlich festgelegt, dass sie nur noch nachgewiesen umweltfreundliche Gebäude nutzen wollen.

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