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Immobilienkonjunktur „Die Bauwirtschaft wird der Gewinner sein“

14.05.2009 ·  Die staatlichen Konjunkturpakete gehen an der Immobilienwirtschaft nicht spurlos vorbei. Da die Zeit drängt, werden voraussichtlich zunächst viele kleinere Vorhaben ausgeschrieben.

Von Jens Friedemann
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Die Immobilienwirtschaft - als einer der bedeutenden Wirtschaftszweige des Landes - steht bei der politischen Diskussion über die staatlichen Konjunkturpakete nicht im Rampenlicht. Aus gutem Grund hat niemand eine Abwrackprämie für marode Gebäude gefordert. Denn tatsächlich könnte die Branche der heimliche Gewinner der Wirtschaftskrise werden - die Baubranche wird es ohnehin sein. Davon geht Thomas Beyerle aus, Chef des Degi-Research bei der Aberdeen-Finanzgruppe in Frankfurt.

Die Bauunternehmen sieht Beyerle als klaren Sieger der Maßnahmenpakete der Bundesregierung an. Sie profitierten in besonderem Maße von den zum Teil längst überfälligen Investitionen auf der Ebene von Bund, Ländern und Gemeinden. Allerdings sieht Beyerle Kooperationsmodelle zwischen öffentlicher Hand und der privaten Wirtschaft (Public Private Partnership - PPP) kurzfristig als Verlierer an.

Viele kleine Investitionen

Zwar stehen die staatlichen Mittel auch für PPP-Modelle zur Verfügung, doch müssen die Finanzmittel bis Ende 2010 ausbezahlt sein. Das bedeute, so Beyerle, dass überwiegend kleine Investitionen kurzfristig ausgeschrieben werden müssen. Für die komplizierten PPP-Vertragswerke bleibe zu wenig Zeit. Doch werde sich das Bild schnell verändern und PPP-Modelle fördern, da der starke Anstieg der Staatsverschuldung und die Schuldenbremse die Spielräume in der öffentlichen Finanzierung schnell einschränken würden.

Einen wirksameren Effekt für Wachstum und Beschäftigung sieht Beyerle in den Kredit- und Bürgschaftsprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Hier lockt eine Haftungsfreistellung von 50 und 90 Prozent für mittelständische Unternehmen und für Betriebsmittel von 60 Prozent.

Können Kredite wegen Insolvenz nicht zurückgezahlt werden, trägt anstelle der Hausbank die KfW den größten Teil der Ausfälle. Die Förderung der Unternehmen ist jedoch stark eingeschränkt - sie gilt nicht für wohnungswirtschaftliche Investitionen. Auch gilt sie beim Erwerb von Immobilien nur, wenn sie grundlegend saniert und energieeffizient aufgerüstet werden.

Bescheidener Erfolg

Bisher ist der Erfolg des Förderprogramms allerdings bescheiden ausgefallen. Bis Anfang April gingen bei der KfW erst 699 Kreditanträge über 2,1 Milliarden Euro ein. Als Ursache weist Beyerle auf die hohen Sicherheitsanforderungen hin - aber auch auf die Hausbanken, die ihren Firmenkunden aus naheliegenden Wettbewerbsgründen zu wenig Informationen über die KfW-Sonderkonditionen liefern.

Die Förderung des Erwerbs sanierungsfähiger Objekte könne eine große Bedeutung für die Branche bekommen. Doch mahnt er: Subventionierte Projekte, die keine relativ sicheren Mieteinnahmen erwarten lassen, führten zu einem Überangebot mit der Folge steigender Leerstände und Druck auf die Mieten und Preise. Für ihn resultiert der gesündere Effekt aus der Bedeutung der Konjunkturentwicklung für Mieten und Preise.

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