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Risikoabsicherung

Fertighäuser Mehr Holz, mehr Technik und vor allem mehr Energie

In der Fertighausbranche geht der Trend zum Plus-Energiehaus. Der Baustoff Holz setzt sich zunehmend auch optisch durch. Noch gilt das vor allem für das gehobene Preissegment.

© Unternehmen Vergrößern Skandinavisch: Vor technischen Neuerungen schreckt Schwörer nicht zurück. Mit seinem neuen Plus-Energiehaus Plan 550 wagt sich das Unternehmen von der Schwäbischen Alb architektonisch nach Nordeuropa vor.

Licht aus, Heiztemperatur runter, Kaffeemaschine an: In der Welt von morgen müssen die Bewohner eines Hauses nicht mehr vor Ort sein, um die Gebäudetechnik im Griff zu haben. Vom Keller aus lässt sich die Musikauswahl steuern, die aus den Lautsprechern im Dachgeschoss tönt. Vom Büro aus können Haushaltsgeräte in Gang gesetzt werden. Die Temperatur seines Hauses kann auch regeln, wer gerade auf dem Tennisplatz steht, beim Schulbasar Kuchen verkauft oder mit der Metro in Paris unterwegs ist.

Birgit Ochs Folgen:

Dass Rollläden nicht mehr per Zeitschaltuhr automatisch hoch- oder runterfahren, sondern spontan per Smartphone oder Tabletcomputer aus der Ferne gesteuert werden können, versteht sich in diesem Zusammenhang fast von selbst. Und wer dann noch wissen will, wie hoch der aktuelle Strombedarf seines Eigenheims ist und wie viel Energie aus der Steckdose nach der Heimkehr zum Aufladen der Elekrofahrzeuge verbleibt, kann das nebenbei auf einem Touchscreen ablesen.

Nicht sonderlich ambitioniert

Für viele Zeitgenossen liegt es noch in weiter Zukunft, mittels smarter Telefone und Computer die komplette Haustechnik zu steuern - und zudem mit ihrem Eigenheim noch einen Energieüberschuss zu erzielen, der teils selbst verbraucht, teils ins öffentliche Netz eingespeist wird. Die Fertighausbranche ist jedoch auf einem guten Weg, ein solches Angebot in ihren neuen Haustypen zu etablieren. Plus-Energiehaus heißen diese Eigenheime, die nicht mehr nur energieeffizient sind, sondern sogar Energie liefern sollen.

Immobilien / Mehr Holz / Skandinavisch Wohnen im Schwörer Haus © Unternehmen Bilderstrecke 

Ganz vorn dabei ist in dieser Riege das jüngste Musterhaus von Fertighaus Weiss am Standort Mannheim. Das Gebäude erreicht nach Angaben des Herstellers einen Primärenergiebedarf von 30,7 Kilowattstunden je Quadratmeter im Jahr und ist als Effizienzhaus 40 konzipiert. Mit seinem Satteldach nebst Dachüberstand, einer relativ schlichten Fassade und angeschlossenem Carport wirkt der zweigeschossige Bau auf den ersten Blick nicht sonderlich ambitioniert, schon gar nicht avantgardistisch.

Bisher ist die Nachfrage überschaubar

Doch das Eigenheim des Herstellers aus dem schwäbischen Ort Oberrot hat es in sich beziehungsweise auf dem 145 Quadratmeter großen Dach. Diese Fläche wird komplett für eine Photovoltaikanlage genutzt, die jährlich 12.336 Kilowattstunden Strom erzeugen soll. Potentiellen Käufern rechnet der Anbieter stolz vor, dass auf einer Wohnfläche von 194 Quadratmetern eine vierköpfige Familie in diesem Zeitraum jedoch nur 9282 Kilowattstunden Strom verbraucht. Bleibt ein Überschuss von gut 3000 Kilowattstunden, der ins Netz eingespeist werden kann. Das ist das „Plus“, das das neue Fertighaus von Weiss bietet - und das dank eines interaktiven Touchscreens auch unkompliziert nachgeprüft werden kann.

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„Future“ heißt das Modell - denn was heute schon möglich ist, wird erst morgen im Neubau zum Standard. Darauf arbeiten auch die Wettbewerber hin: Weberhaus, Fingerhaus, Bien-Zenker, Luxhaus, Schwörer und Huf sind in der Fertighauswelt Frechen bei Köln mit entsprechenden Häusern vertreten. Andere wie Okal haben angekündigt, ebenfalls bald mit Angeboten auf den Markt zu kommen.

Bisher ist die Nachfrage überschaubar, das Interesse aber offenkundig sehr groß. Wer sich deshalb in Zukunft am Markt behaupten will, muss sich schon heute mit entsprechenden Angeboten positionieren, lautet die Strategie der Hersteller. Man sei an dem Punkt, an dem man den Hauskäufern mit den Plus-Energiehäusern ein wirtschaftlich sinnvolles und reproduzierbares Angebot machen könne, heißt es. Ob die Musterrechnungen wirklich aufgehen, lassen die Anbieter der in der Fertighauswelt Frechen ausgestellten sechs Plus-Energiehäuser übrigens vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP überprüfen.

Optisch Richtung Skandinavien

Mit steigenden Produktionszahlen wird wohl auch der Preis für die neue Technik sinken. Es ist kein Zufall, dass die Plus-Energiehäuser bislang eher im gehobenen Preissegment angeboten werden. Um die 700.000 Euro würde das Musterhaus Future von Weiss kosten, ohne Inneneinrichtung. Etwa eine Million Euro kalkuliert Huf Haus für sein neues Musterhaus in der Fertighauswelt Köln - etwa 80.000 Euro sollen auf die Solaranlage entfallen. Der Fachwerkglaspalast erreicht die Effizienzhaus-Klasse 55.

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