15.01.2012 · In der Fertighausbranche geht der Trend zum Plus-Energiehaus. Der Baustoff Holz setzt sich zunehmend auch optisch durch. Noch gilt das vor allem für das gehobene Preissegment.
Von Birgit Ochs und Steffen UttichRichtlinien für Lesermeinungen
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Mit ein paar Gasstößen ist alles dahin
Wie Niklas Maak vor ein paar Wochen richtig herausgestellt hat,
können Niedrigenergiehäuser gar nicht soviel Energie
einsparen, wie durch die Autofahrerei in die dünnbesiedelte
Einfamlienhauszwischenstadt verbraucht wird.
...
Meine dreiköpfige Familie hat letztes Jahr in einem
Gründerzeitbau 3400 Kwh Gas verbraucht, für Heizung,
Warmwasser und Herd. Das sind drei Tankfüllungen fürs
Automobil.
...
Energietechnisch ist das freistehende Einfamilienhaus auch aus anderen
Gründen widersinnig: das Verhältnis von Volumen zu
Aussenflächen ist extrem ungünstig. Fast jeder Raum hat an
zwei oder drei Seiten Aussenwände, während in der
geschlossenen Blockrandbebauung nur eine Raumseite nach Aussen geht und
dazu noch eine grössere Tiefe aufweist.
...
An Disfunktionalitäten ist Einfamilienhauswahn auch sonst nicht
arm: Hellhörigkeit, Landschaftsverbrauch, Segregation,
ästhetische Katastrophe, Nutzungsentmischung, Ausgrenzung der
Nichtautomobilisten, die Liste liesse sich endlos fortsetzen...
Ich habe mit Okal genaut, einem der im Artikel erwähnten
"Premium"-Anbieter. Allein schon mit der Heizungsinstallation
waren die überfordert. Die Heizung funktionierte erst nach
Nachbessern, bei der Hausabnahme noch nicht. Zudem wurde sie so im
Hausanschlußraum installiert, daß der Stromanschluß
von außen nicht mehr in den Anschlußraum geführt werden
konnte. Und Okal will demnächst komplexe Haussteuerungen anbieten?
Das kann lustig werden, allerdings nicht unbedingt für die Kunden.
Zudem ist der Okal-Keller undicht. Vielleicht sollten sich diese
"Premium"-Hersteller erstmal um die grundlegende
Bauqualität kümmern statt um Rolladensteuerung mit dem
Smartphone (die vielleicht kurzfristig den Spieltrieb befriedigt, danach
aber wenig nutzen hat).
Was kostets und was gewinne ich damit?
Photovoltaik ist modernes Raubrittertum. Einige wenige produzieren fast wertlosen Strom, da nicht kalkulierbar und in der Jahreszeit und Tageszeit, wenn er benötigt wird, nicht verfügbar ist. Der Wert bemißt sich nach wenigen Cent, der Erlös beträgt das bis zu 10fache! Es ist an der Zeit, die Strompreise aufzuschlüsseln, damit jeder sieht, was der Unfug kostet. Dann hat dieser Spuk ein schnelles Ende. Wenn noch mehr von den Anlagen mitsamt Haus - natürlich kontrolliert - abbrennen, wird sich mancher überlegen, ob er diesen (brennenden) Sondermüll auf dem Dach haben möchte. Einfach mal danach im web nach Bildern/Berichten suchen, sehr aufschlussreich. Auch sollte der Besitzer im Brandfall dazu verdonnert werden, den Schlauch auf sein Finanz-Perpetuum Mobile zu halten; Der Feuerwehrmann macht es aus guten Grund nicht, schließlich sind die Module selbst die Spannungsquelle.
Man soll das mit den Plus-Energiehäusern nicht übertreiben
Oftmals wird mehr Energie in die Materialien gesteckt als man sich
jemals ersparen kann.
Das mit der PV-Anlage auf dem Dach ist nur ein Marketing-Geck. Man macht
dabei wohl einen Gewinn, ist aber aus sozial-politischen Gründen abzulehnen.
Statt all dem Schnick-Schnack soll man nur eine Wärmepumpe und
vielleicht eine solarthermische Anlage für die
Warmwasseraufbereitung einbauen.
Begrüssenswert ist die vermehrte Verwendunng von Holz. Da wird der
Kohlenstoff der Atmosphäre durch den Wachstom der Bäume
entzogen wurde wenigstens mittelfristig (50 -100 Jahre) gelagert.
Sinnvoller als durch Hackschnitzel wieder in die Luft zu blasen.
Vielleicht kann sogar das Holz nach dem Abriss des Hauses wieder
verwertet werden.
Holz spart nicht nur Energie wegen der Isulation sondern auch weil man
weniger Sand und Zement verbraucht die zur Herstellung riesige Mengen an
Energie verbrauchen.
Holz sollte auch viel mehr als Dachträger für Fabrickshallen
anstatt Stahl (hoher Energieaufwand) verwendet werden.
Super Statement für Holz, vielleicht nicht ganz korrekt, aber viel Potenzial
Ich stimme ihnen voll und ganz zu, es ist ein super Statement für
Holz und es ist sehr wahrscheinlich nicht ganz korrekt. Ihre
Ansichtsweise bzgl. des Rohstoffes Holz kann ich jedoch nicht vollkommen
teilen.
Weil sie die Statik angesprochen haben, welch anderes Material schafft
es an einem stabförmigen Bauteil, welches im Boden verankert ist,
noch diverse auskragende Elemente, vollkommen statisch bestimmt, zu
halten. Wobei die stärksten Wind- und Schneelasten auf diesem
Element lasten, verschiedenste klimatische Bedingungen mit
Temperaturschwankungen von über 50°K aushalten ohne das der
Transport des Wassers durch das Bauteil eingeschränkt wird. Und
ganz nebenbei noch diverse chemische Prozesse unterstützt, die
bisher synthetisch noch nicht nachgebildet werden konnten. (die Photosynthese)
Ich würde doch meinen es liegt weniger am Material selbst was
einschränkt, sondern viel mehr das der Benutzer es nicht richtig
einzusetzen weis...und das was er weis, ignoriert bzgl. Bad Reichenhall.
Mit Holz als Dachträger für Fabriken war vielleicht etwas übertrieben
Gemeint habe ich eher kleinere Fertigungshallen, Warenhäuser etc.
wo halt die Spannweiten mit Holz machbar sind.
Wegen der Statik für Holz muss ich Ihnen widersprechen. Zum
Beispiel in den USA und vielen anderen Staaten der Welt gewähren
Versicherungen niedrigere Prämien wenn Holz für die
Dachkonstruktion verwendet wird. Ein brennender Dachträger aus Holz
hat eine bedeutend höhere Tragkraft als ein Stahträger der der
Hitze ausgesetzt ist. Der Stahlträger knickt in einem solchen Fall
ein, aber das Holz hält weiter die Last.
Der Weltweite CO2-Ausstoss könnte verringert werden wenn Holz mehr
zum Einsatz kommen würde. Der Abbau & Transport des Eisenerzes
verbraucht viel Diesel und die Eisen/Stahlproduktion viel Kohle. Das
Wiedereinschmelzen des Stahles wiederum viel Elektrizität und diese
wahrscheinlich aus Kohlekraftwerken.
Es ist nicht ungewöhnlich dass hölzerne Dachträger
für Neubauten Wiederverwendung finden. Schlimmstenfalls wird ein
Teil davon in einem Biomassekraftwerk verheizt.
Super Statement für Holz, aber leider nicht ganz korrekt
Holz als Dachträger wird schon in den meisten Supermärkten als
Dachträger genommen und wenn man mit ein wenig Statikwissen
hinsieht, dann läuft es einem manchmal ganz kalt den Rücken
herunter.
Die Spannweiten, die im Fabrikbau gefordert werden, kann Holz meist
nicht erfüllen.
Holz ist und bleibt ein heterogener Baustoff und m.M. nach sollte man
dann halt eher defensiver berechnen als zu optimistisch. Denn ein
zweites Bad Reichenhall will sicherlich niemand haben.
Birgit Ochs Jahrgang 1966, Redakteurin für „Immobilien“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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