Fertighäuser in Holzbauweise erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Im vergangenen Jahr erhöhte sich ihr Marktanteil gegenüber Häusern in Massivbauweise auf 15 Prozent, was deutlich über dem mehrjährigen Trend zwischen 8 und 12 Prozent liegt. Früher als die Konkurrenz vom Massivbau erkannte die Branche das Potential des geringen Energieverbrauchs als zugkräftiges Verkaufsargument - und fährt nun die Ernte ein.
Wechselvolle Geschichte
In diesen Tagen kommt ein Bauherren-Handbuch auf den Markt, das erstmals die Branche in ihrer gesamten Breite darstellt (“Moderne Fertighäuser“, 10 Euro). Viel Platz erhält darin zunächst die wechselvolle Geschichte des Fertigbaus in Deutschland. Dem folgt eine praktische Handreichung zum Bauprozess und schließlich eine Vorstellung der 43 wesentlichen Hersteller. Den Verfassern unter der Herausgeberschaft des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF) gelingt dabei weitgehend die schwierige Gratwanderung, die Vorzüge der Bauweise aufzuzeigen, ohne in den Duktus einer Werbebroschüre abzugleiten. „Es wurde Zeit für dieses Handbuch“, sagte BDF-Präsident Johannes Schwörer, im Hauptberuf Geschäftsführer des schwäbischen Herstellers Schwörer Haus, bei der Vorstellung. Alles Wissenswerte über Fertighäuser und deren Hersteller sei nun in einem Band zusammengefasst.
Neben dem Buchhandel dürfte das Werk seine Leserschaft vor allem über die 15 großen Musterhausausstellungen im Lande finden. Ihre geographische Verteilung, die sich in dem Buch findet, macht übrigens das Nord-Süd-Gefälle im deutschen Fertighausbau augenfällig. Während südlich von Hannover das Potential für große Ausstellungen nach Ansicht von Schwörer weitgehend ausgeschöpft ist, gleicht das Gebiet nördlich von Hannover einem großen weißen Fleck. „Wir haben den Norden aber noch nicht aufgegeben“, fügte Schwörer hinzu.
