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Minihäuser Zu Hause im Wohnwürfel

Wohnraum ist in vielen Städten knapp und teuer. Moderne Minihäuser können manchmal eine Lösung sein. Die Wohnwürfel finden Platz in jeder Lücke.

© SmartHouse Es geht auch ohne Fundament: Für Minihäuser sind keine großen Vorbereitungen nötig

Es erscheint auf den ersten Blick ein bisschen absurd, dass ausgerechnet die Schnecke ein Vorbild für moderne Großstadtbewohner sein soll. Mit deren bewegtem Leben und hektischem Hin und Her kann die Schnecke ihr Leben lang nicht mithalten. Trotzdem taugt sie als cleveres Beispiel, findet der Designer Werner Aisslinger. Denn wohin sie auch geht, sie hat ein eigenes Haus - und das hat sie immer dabei. Das brachte ihn auf eine Idee, denn vom eigenen Haus und davon, es notfalls mitzunehmen, können viele Großstadtmenschen nur träumen. In Umfragen tun sie es auch regelmäßig: Nicht einmal jeder Zweite hierzulande wohnt in der eigenen Immobilie, doch fast alle würden das viel lieber tun, sagen die Deutschen in Befragungen. Den meisten wird aber schon beim Anblick der Preise schwindelig.

Nadine Oberhuber Folgen:

Für die durchschnittlichen 45 Quadratmeter, auf denen sich jeder Bundesbürger statistisch gesehen zum Wohnen breitmacht, müsste er im Schnitt 95000 Euro berappen, wenn er sie besitzen wollte. In Städten wie Frankfurt oder Hamburg sind es rund 160000, in München sogar 255000 Euro. Zudem sind gerade kleine Eigentumswohnungen sehr rar und größere noch viel teurer. Deshalb scheitert bei mehr als jedem zweiten Kaufwilligen das Projekt Eigenheim an den Finanzen. Der zweite Grund, der viele abhält, ist die Bindungsangst. Vor allem Großstädter schätzen ihre Beweglichkeit so, dass sie sich nicht mit einer Immobilie an einen Wohnort binden wollen. Das sagen rund 40 Prozent derer, die prinzipiell gern in den eigenen vier Wänden wohnen wollten. Doch denen kann geholfen werden: Designer wie Aisslinger, Architekten und Fertighausanbieter wie Schwörer haben das Prinzip Schnecke auf den Hausbau übertragen. Sie haben Minihäuser und Wohnwürfel entwickelt, von denen manche mit 1000 Euro je Quadratmeter oft preiswerter als jede Eigentumswohnung sind und die man fast überall aufstellen und bei Bedarf einfach in die nächste Stadt mitnehmen kann.

Es braucht nur Strom und Wasser

Die Idee der kleinen Häuser stammt aus den Vereinigten Staaten, wo Bürger viel häufiger in den eigenen vier Wänden wohnen und ihre Holzhäuser beim Umzug einfach an Helikopter binden und mitnehmen. „Hierzulande sind die Minihäuser noch kein Riesenmarkt, aber eine interessante Nische und bieten Raum für Menschen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen“, sagt Architekt John Höpfner, Mitgestalter des Micro Compact Home. Die Käuferklientel reicht von Städtern, die in Ballungsräumen bezahlbares Wohneigentum suchen oder sich einen Rückzugsort in der Natur schaffen wollen. Es sind Rentner, die in der Nähe ihrer Kinder leben möchten. Oder Großgrundstücksbesitzer, die eine Denkerzelle im Garten brauchen. Die ersten Exemplare stehen auf Berliner Hochhäusern, auf dem Münchener Universitätsgelände, auf Parkhäusern, Flachdächern, Gartengrundstücken mit Bergblick und in Südtiroler Obstwiesen.

Wer einen Wohnwürfel aufstellen möchte, muss eine temporäre Baugenehmigung haben. Ein Fundament ist nicht unbedingt nötig. Oft tut es ein Paar Stelzen. Wichtig sind Strom- und Wasseranschluss. „Wir wollen keine unnötigen Strukturen in die Umwelt bauen“, sagt Planer Höpfner. Wenn die Bewohner mit ihrem Haus wieder abziehen, soll möglichst nichts zurückbleiben. Bis dahin passen sich die urigen unter den Kleinhäusern dank Holzverkleidung so natürlich in die Landschaft ein, als hätten sie schon immer dort gestanden. Die ultramodernen Modelle ziehen eher die Blicke auf sich. Und obwohl die Hersteller damit werben, dass die Wohnboxen ein „temporäres Domizil für minimalistisch lebende Großstadt-Nomaden“ seien, haben die meisten Minihäuser mit spartanischen Übergangslösungen nichts zu tun.

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