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Veröffentlicht: 09.01.2016, 11:31 Uhr

Maklergebühren Das Bestellerprinzip zeigt erste Wirkungen

Wer den Makler engagiert, muss ihn auch bezahlen - seit gut einem halben Jahr gilt dieses Bestellerprinzip für den Mietwohnungsmarkt. Es bleibt umstritten, auch weil es für Mieter und Makler sehr unterschiedliche Auswirkungen hat.

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© dpa Wohnung gesucht: Wer dabei einen Makler bestellt, muss ihn mittlerweile auch bezahlen.

Neben der Mietpreisbremse ist das Bestellerprinzip für Makler das zweite wichtige Vorhaben der großen Koalition am Mietwohnungsmarkt gewesen. Seit dem 1. Juni 2015 gilt es, und es bedeutet, dass derjenige den Makler bezahlt, der ihn beauftragt - in aller Regel der Vermieter. Damit wollten Union und SPD den langjährigen und fast lückenlos geltenden Brauch beenden, dass Vermieter ihre Wohnung über einen Makler anbieten und dessen Honorar anschließend vom Mieter bezahlen lassen - mit einer fast immer ausgeschöpften Obergrenze von zwei Monatsmieten plus Mehrwertsteuer, also 2,38 Monatsmieten. Letztlich ging es der neuen Regierung also darum, Mieter zu entlasten.

Michael Psotta Folgen:

Außerdem wollte man eine von vielen als ärgerlich empfundene Praxis beenden, die überdies den Ruf des ganzen Maklerwesens stark geschädigt hat: Vor allem in den Ballungsräumen und so mancher Universitätsstadt war es üblich, dass sich viele Interessenten um wenige begehrte Mietwohnungen drängten, dass also auch wenig qualifizierte Makler keinerlei Schwierigkeiten hatten, solvente Mieter zu finden - und dann noch eine hohe Courtage einstrichen.

Ein gutes halbes Jahr nach der Einführung des Bestellerprinzips lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen, welche Auswirkungen es hat - akademische Studien mit genauen Daten fehlen noch. Aber erste qualifiziertere Einschätzungen gibt es durchaus, ob das neue Gesetz seine Ziele erreicht und welche - gewollten und ungewollten - Effekte auftreten.

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Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes, hält das Bestellerprinzip grundsätzlich für eine „gute Sache“, da es nicht nur den Mieter entlaste, sondern auch „ein Stück Gerechtigkeit“ sei, da nun ebenderjenige bezahle, der bestelle. Ropertz schätzt, dass die Honorare spürbar zurückgegangen sind auf nur noch 1 bis 1,5 Monatsmieten. „Das ist plausibel und macht die Marktwirtschaft aus: Wenn dem Vermieter ein Makler zu teuer ist, geht er zum nächsten, der billiger ist“, sagt Ropertz.

„Nur vordergründig Nutzen für den Mieter“

Weniger positiv äußert sich Jürgen Michael Schick, der Präsident des Immobilienverbandes IVD. Er hält das Bestellerprinzip für eine weitere vermieterfeindliche Regelung der Bundesregierung. Makler seien nun praktisch gezwungen, im Interesse des Vermieters tätig zu werden, der nun einseitig die Kosten der Vermittlung trage. Die bisherige Regelung mit der nach oben begrenzten Courtage war aus seiner Sicht „weithin akzeptiert“. Jetzt sei mit dem Bestellerprinzip ein weiteres Mal das Gleichgewicht auf dem Mietwohnungsmarkt aus ideologischen Gründen extrem einseitig verschoben worden.

Schick gibt aber auch zu bedenken, dass das Bestellerprinzip nur vordergründig dem Mieter nütze und in Wahrheit ein Pyrrhussieg sei: Tatsächlich habe sich zwar der Preis für die Vermittlung verringert, aber eben auch das Angebot von Mietwohnungen. Dafür nennt Schick einige Gründe. Zunächst versuchen viele Vermieter, die Wohnungen auf eigene Faust zu vermitteln, um die Courtage zu sparen. Zudem würden mehr Wohnungen als früher unter der Hand vermittelt, etwa direkt vom Vor- zum Nachmieter. Auch komme es nun häufiger vor, dass Vermieter ihre Wohnungen zum Verkauf statt zur Vermietung anbieten.

„Eine Regelung besonders schädlich“

Vor allem aber gibt es nach Schicks Worten eine besonders schädliche Regelung im Bestellerprinzip: Kein Makler darf einem Mietinteressenten mehr eine Wohnung aus seinem Bestand anbieten - nach jeder Mieteranfrage muss der Makler inzwischen eigens eine Wohnung eines Vermieters organisieren, die noch nicht woanders angeboten wird. Dies vor allem, sagt Schick, habe das Angebot stark vermindert, weil ein Makler einem Mieter nicht mehr wie früher einfach zeigen könne, welche Wohnungen aus seinem Repertoire in Frage kommen.

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