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Investment Transaktionsvolumen auf Normalmaß

17.01.2012 ·  Der Handel mit Gewerbeimmobilien hat sich 2011 spürbar belebt. Im europäischen Vergleich ist der deutsche Markt in einer guten Verfassung.

Von Steffen Uttich
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Die Zuspitzung der Euro-Krise Ende vergangenen Jahres hat auf das Transaktionsgeschäft mit Gewerbeimmobilien hierzulande eher belebend gewirkt. Deutschland wird von vielen Investoren als „sicherer Hafen“ wahrgenommen. Nach den inzwischen vorliegenden Marktstatistiken der großen Maklerhäuser war noch einmal ein Schub im Jahresschlussgeschäft zu verzeichnen. Im vierten Quartal wechselten Objekte für gut 6 Milliarden Euro den Besitzer. Über das Gesamtjahr lag das Transaktionsvolumen damit zum ersten Mal seit 2008 wieder über der Schwelle von 20 Milliarden Euro. Die Angaben schwanken zwischen 22,6 Milliarden Euro (CBRE, Savills) und 23,5 Milliarden Euro (BNP Paribas Real Estate, Jones Lang LaSalle).

„Allerdings sind wir weit von der Risikobereitschaft der Jahre 2005 bis 2007 entfernt“, stellt Andreas Trumpp, Chefanalyst des Maklerhauses Colliers, fest. Tatsächlich entfiel ein Großteil des Transaktionsgeschäfts 2011 auf die sogenannten Core-Objekte, also gut vermietete Objekte in den besten Lagen mit langfristig gesicherten Mieteinnahmen. An den Preisen, die von den Käufern für solche Immobilien akzeptiert werden, lässt sich ablesen, dass zunehmend Sicherheit vor Rendite geht. Als Immobilienanlage mit einem überschaubaren Risiko sehen Investoren vor allem Einzelhandelsflächen an. Nach Angaben von Colliers entfielen 42 Prozent des Transaktionsvolumens auf vom Einzelhandel genutzte Immobilien. Die früher dominierenden Büroobjekte blieben mit 34 Prozent dahinter deutlich zurück.

Spitzenreiter Deutschland

Die Gewichtsverlagerung schlägt sich auch unter den zehn größten Gewerbeimmobilientransaktionen des vergangenen Jahres nieder. Bei sechs von ihnen handelt es sich um Einzelhandelsflächen - darunter die größte Einzeltransaktion des Jahres: der Verkauf eines Anteils von 50 Prozent am Shoppingcenter Centro in Oberhausen für 650 Millionen Euro durch die britische Stadium Group an den kanadischen Pensionsfonds Canada Pension Plan Investment Board (CPPIB). Die größte Immobilientransaktion des Jahres war die Übernahme der Kontrollmehrheit an 14 Immobilienzweckgesellschaften aus dem einstigen Mars-Portfolio durch den Finanzinvestor Arminius für knapp eine Milliarde Euro von der Investmentgesellschaft Eurocastle.

Trotz der Ballung des Transaktionsgeschehens im Spitzensegment ist der deutsche Markt nach Ansicht der Beratungsgesellschaft Ernst & Young Real Estate in guter Verfassung. Ihr Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2012, das in dieser Woche veröffentlicht wurde, gibt die Alleinstellung des hiesigen Marktes in Europa eindrucksvoll wieder. Danach schnitt kein anderes Land in einer Umfrage unter gut 500 Immobilienunternehmen und -investoren so gut ab. Der Standort Deutschland wurde ausschließlich als sehr attraktiv beziehungsweise attraktiv im europäischen Vergleich eingestuft. Für den einst mit Abstand beliebtesten Markt Großbritannien waren dagegen nur 61 Prozent dieser Meinung.

„Deutschland wird als stabilster Markt im Kontext der Euro-Krise gesehen“, kommentiert Managing Partner Hartmut Fründ das Ergebnis der Studie. Die befragten Marktakteure gehen auch nicht davon aus, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändern sollte. Neben Deutschland (56 Prozent) ist eine Mehrheit von ihnen nur noch für Frankreich (54 Prozent) und Luxemburg (53 Prozent) der Auffassung, dass das Transaktionsvolumen 2012 über dem Niveau von 2011 liegen könnte. Die Befragten erwarten keine größere Verschiebung in Angebot und Nachfrage. Notverkäufe dürften die Ausnahme bleiben.

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Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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