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Immobilienrückblick 2012 Das war’s

Der Anstieg der Mieten hat die Gemüter bewegt. In Berlin plant man das Ein-Quadratmeter-Haus, innerstädtische Shopping-Center sorgen für Ärger und Frankfurts Wohnhochhäuser für Aufmerksamkeit.

© dapd Vergrößern Stark gestiegen: Neumieter müssen tief in die Tasche greifen

So kurz vor dem Ende kommt man nicht umhin, das Jahr nochmal Revue passieren zu lassen. Was war da doch gleich in Düsseldorf, Köln, München und Stuttgart? Nichts Spektakuläres offenbar. Auch in Hamburg, jahrelang Deutschlands Stadt mit den größten städtebaulichen Visionen, ging es dieses Jahr vergleichsweise ruhig zu. Denn nach all dem Streit kam der Bau der Elbphilharmonie zwischenzeitlich überhaupt nicht mehr voran.

Die gute Nachricht zum Jahresende: Die Streithähne haben sich zusammengerauft, und die Arbeiten gehen weiter. Der Baukonzern Hochtief soll das Konzerthaus fertigbauen. Die Stadt freilich allerdings muss tiefer als gedacht in die Tasche greifen und fast 200 Millionen Euro mehr aufbringen. Kein Wunder, dass angesichts der Querelen und Hiobsbotschaften die Begeisterung der Hamburger mittlerweile sehr gedämpft ist.

Mieten, Mieten, Mieten

Was also war das Top-Thema 2012? Der rasante Anstieg der Wohnungsmieten und Kaufpreise in einigen deutschen Städten hat es im vergangenen Jahr im gefühlten Ranking der nachrichtlichen Dauerbrenner in die Spitzengruppe geschafft, die Gemüter erhitzt und die Politiker aufgescheucht. Das lag nicht an den albernen Nackttänzern, die noch im Vorjahr von Berlin aus bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatten und mit ihren Auftritten auf sprunghaft steigende Mieten, Wohnungsmangel und Verdrängung alteingesessener Bewohner aufmerksam machen wollten.

Für Zündstoff hat vielmehr im Oktober dieses Jahres ein hochoffizieller, nüchterner Marktbericht im Auftrag des Bundesbauministeriums gesorgt. Denn das Papier bestätigte schwarz auf weiß, was Wohnungssuchende an Elbe, Main, Isar und der Spree längst wissen: Das Angebot wird knapper, die Preise werden höher. Doch nicht nur in Städten, die für ihre Anziehungskraft bekannt sind, schossen die Mieten seit dem Vorjahr bei Neuvermietungen in die Höhe. Auch an Orten wie Greifswald, die die allgemeine Wahrnehmung eher im Abseits verortet, hat eine Preis-Rallye eingesetzt. Mit einem Mietpreisanstieg von 10,4 Prozent fiel der ostdeutschen Universitätsstadt der erste Platz zu.

Für alle, die im kommenden Jahr eine neue Wohnung an den Hotspots suchen, haben Marktbeobachter eine schlechte Nachricht: Mit Beruhigung ist 2013 nicht zu rechnen. Fragt man Fachleute, lautet deren Einschätzung: Das Wohnen in den Städten wird in den kommenden Jahren nochmals deutlich teurer.

A view of the bedroom in one of the world's narrowest buildings in Warsaw Bescheiden: Die Klause des Schriftstellers Etgar Keret in Warschau © REUTERS Bilderstrecke 

Da heißt es, findig sein und sich räumlich beschränken. Die Frage, wie das gehen kann, hat in diesem Jahr eine ganze Reihe von Architekten umgetrieben. Zugegeben nicht massentauglich, dafür aber kreativ und sympathisch sind die Vorschläge von Van Bo Le-Mentzel und Jakub Szczesny. So hat der Berliner Le-Mentzel in diesem Sommer sein sogenanntes Ein-Quadratmeter-Haus vorgestellt: Es ist nur 70 Zentimeter breit, einen Meter lang und knapp zwei Meter hoch. Dank seines geringen Gewichts und der Rollen lässt sich das Mini-Haus problemlos transportieren. Sogar im Zug oder dem Fahrstuhl könne man es mitnehmen, verspricht der Erfinder.

Fast schon luxuriös ist im Vergleich dazu die Klause, die der polnische Architekt Jakub Szczesny für den israelischen Autor Etgar Keret entworfen hat. An der schmalsten Stelle misst der Lückenfüller zwischen zwei Bestandsgebäuden zwar auch nur 72 Zentimeter. Auf drei Etagen verteilt, bietet Kerets Extremwohnung aber immerhin mehr als 14 Quadratmeter Wohnfläche.

Berlin baut für die Zukunft

Ach, die Hauptstadt, Wohnraum ist hier ja - aufs Ganze gesehen - nicht wirklich knapp. Doch wer will schon raus nach Spandau? In den gefragten Vierteln jedenfalls haben die Mieten derart angezogen, dass einem schon schwindlig werden kann. Berlin hat jedoch noch auf ganz anderem Gebiet für Schlagzeilen gesorgt. Die Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg ist in letzter Minute abgesagt worden - mit Folgen nicht nur für den Flugbetrieb:

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