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Preisauftrieb : Deutsche Immobilien werden schneller teuer

Mehrfamilienhäuser werden besonders schnell teurer. Bild: dpa

Immobilien in Deutschland werden immer teurer. Aber nicht nur das: Die Preise steigen schneller.

          Der Preisanstieg der deutschen Immobilien dauert nicht nur an, er hat sich zuletzt auch stark beschleunigt. Das geht aus einer Analyse des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VdP) hervor. Danach stiegen die Preise der deutschen Wohn- und Gewerbeimmobilien im dritten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,7 Prozent. Wie der Verband auf Anfrage bestätigte, war dies der stärkste Quartalsanstieg seit Beginn der VDP-Preisermittlungen 2006.

          Michael Psotta

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

          Größte Treiber des Preisanstiegs waren Mehrfamilienhäuser und Büros. Sie verteuerten sich im dritten Quartal 2017 um 9,2 und 9,5 Prozent. Die Preise von Eigentumswohnungen stiegen im Jahresvergleich um 7,4 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich um 5,6 Prozent. Insgesamt verteuerte sich das Wohnen um 7,8 Prozent. Ähnlich verhielt es sich bei Gewerbeimmobilien, die sich um 7,2 Prozent verteuerten. Hier lagen die Preisanstiege allerdings weiter auseinander: Der Preisanstieg für Einzelhandelsflächen betrug nur 2,5 Prozent und lag somit deutlich unter der Verteuerung der Büros von 9,5 Prozent.

          Schwächt sich der Immobilienaufschwung doch nicht ab?

          Die Daten des VdP bilden einen Kontrapunkt zu einigen Analysen, nach denen sich der Immobilienaufschwung allmählich abschwächt. Im Frühjahr hatte das Forschungsinstitut Empirica sogar davor gewarnt, dass Immobilienpreise in den Metropolen einbrechen würden, und zwar um 25 bis 30 Prozent in den kommenden fünf Jahren. Aus der Sicht des VdP zeigt die aktuelle Entwicklung indes, dass viele Marktteilnehmer im Wohneigentum eine nach wie vor gute Investitionsmöglichkeit sehen. Das gelte auch trotz der teilweise sehr hohen Kaufpreise und einem Preisanstieg, der weit über der Inflationsrate liegt. Offenbar, so folgert der VdP, hegen die Marktteilnehmer die Hoffnung, dass die Preise auch weiterhin steigen.

           Den außergewöhnlichen Preisanstieg der Mehrfamilienhäuser um zuletzt 9,2 Prozent führt der Verband beispielsweise zu zwei Dritteln auf gesunkene Liegenschaftszinsen und zu einem Drittel auf gestiegene Mieten zurück. Dass die Käufer der Mehrfamilienhäuser eine – durch die hohen Kaufpreise bedingte – sehr geringe Rendite auf ihr eingesetztes Kapital akzeptieren, erklärt sich der VdP damit, dass es an Anlagealternativen fehlt, da beispielsweise Bundesanleihen kaum noch Zinsen abwerfen. Außerdem erwarteten Käufer deutliche Wertgewinne ihrer Wohnungen beziehungsweise steigende Mieten. Ob sich diese Erwartungen erfüllen lassen, hänge allerdings auch von einer weiterhin expansiven Geldpolitik und einem anhaltend freundlichen konjunkturellen Umfeld ab, äußerte VdP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt in einer Verbandsmitteilung.

          Ähnliche Gründe für den starken Preisanstieg liegen bei den Gewerbeimmobilien vor: Der Mangel an Anlagealternativen und die expansive Geldpolitik. Auf die Ursachen für das auffallend geringe Preiswachstum von Einzelhandelsflächen geht der Verband nicht ein. Es dürfte mit dem starken Vormarsch des Internethandels zu tun haben, der dazu führt, dass der traditionelle Handel teils stark unter Druck geraten ist und damit auch das Preisniveau von Ladenflächen, etwa in kleineren Städten und auf dem Land.

          Seit 2006 ermittelt der VdP vierteljährlich die Preise von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Das Besondere an den VdP-Zahlen: Sie werden aus echten Transaktionsdaten ermittelt, die dem Verband von zahlreichen Instituten aus der deutschen Finanzwirtschaft zugeliefert werden. Die Daten bieten somit ein realistischeres Bild als zahlreiche andere Datenreihen etwa von Immobilienportalen, die nur auf Angebotspreisen und nicht auf den letztlichen Verkaufsabschlüssen beruhen. Noch aussagekräftiger sind allein die Daten der Gutachterausschüsse, die aus den Notarkanzleien stammen, allerdings nur mit starker Verzögerung veröffentlicht werden.

          Quelle: F.A.Z.

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