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Immobilienkauf Bausparen lohnt sich jetzt besonders

Wer irgendwann ein Haus kaufen will, kann sich schon heute die niedrigen Zinsen sichern. Bausparen macht aber auch Sinn für die, die „nur“ Geld ansparen wollen. Was zu beachten ist.

© dpa Vergrößern Zeit für die Immobilie

Es sind traumhafte Zeiten für Immobilienkäufer: Nur ein Prozent Zins verlangt die Deutsche Bank Bauspar für ein Baudarlehen. Wüstenrot will 1,6 Prozent, die BHW 1,9 Prozent. Billiger gab es Kredite einer Bausparkasse noch nie.

Dyrk Scherff Folgen:  

Mario Draghi und die Euro-Krise zeigen hier einmal positive Folgen. Der EZB-Präsident sorgt für rekordniedrige Leitzinsen, und die Schuldenkrise treibt verunsicherte Anleger in deutsche Staatsanleihen und Pfandbriefe, was deren Renditen drückt und damit indirekt auch die Bauzinsen - egal, ob von der Bausparkasse oder direkt von der Bank. Das hat paradoxe Folgen: Kredite mit zehn Jahren Zinsbindung haben mittlerweile zum Teil niedrigere Zinssätze als Sparbriefe mit der gleichen Laufzeit. So etwas gab es noch nie.

Mit Bausparen besteht Planungssicherheit

Das ist gut für die, die jetzt eine Immobilie erwerben wollen. Aber auch für die, die das erst in ein paar Jahren vorhaben. Denn sie können sich die derzeit niedrigen Zinsen für die Zukunft sichern - mit Hilfe des Bausparens. „Wer davon ausgeht, dass die Zinsen nicht noch weiter fallen werden, für den ist Bausparen derzeit eine gute Option“, sagt Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Dabei sparen die künftigen Immobilienbesitzer meist über sieben oder 15 Jahre an und erhalten dann, wenn gewünscht, einen Baukredit. Das Gute an dem Modell: Schon heute stehen die Zinsen für die Sparphase und den folgenden Kredit fest.

Wer hingegen erst über Tagesgeld oder Sparkonten bei seiner Bank spart, weiß zum einen nicht, wie viel Geld er am Ende angesammelt hat. Und zweitens ahnt er nicht, wie viel ihn dann ein Baukredit kostet. „Ob das Bankdarlehen oder der Bausparvertrag die bessere Lösung ist, weiß man immer erst hinterher, wenn man die Zinsentwicklung kennt“, erklärt Herbst. „Aber klar ist: Mit Bausparen besteht Planungssicherheit, bei der Bank nicht.“

Manchmal ist ein höherer Zins besser - wenn er längere Tilgung erlaubt

Dafür ist Bausparen ein bisschen komplizierter als der Kredit von der Bank. Das beste Angebot ist nicht einfach das mit dem niedrigsten Darlehenszins. Denn die verlangen in der Regel, dass der Kredit schnell getilgt wird. Die Folge: hohe monatliche Tilgungs- und Sparraten, die sich einige gar nicht leisten können. Da kann es manchmal besser sein, einen höheren Darlehenszins zu akzeptieren, der dafür eine längere Tilgung erlaubt und in der Regel auch höhere Sparzinsen bietet.

Die Zinssätze sind also anders als gedacht nicht das Hauptkriterium für die Wahl des richtigen Bauspartarifs. Entscheidend sollte sein, wie viel im Monat und wie lange man Geld zurücklegen und wie viel man nachher tilgen kann. Denn je schneller und umfangreicher die Kredite getilgt werden, desto günstiger kommt der ganze Bausparvertrag am Ende. Der sollte daher alle Freiheiten bieten, auch einmal außer der Reihe mehr als üblich zu tilgen, wenn gerade mehr Geld als sonst vorhanden ist. Und je mehr und länger man anspart, umso höher wird die Bausparsumme, die für den Immobilienkauf zur Verfügung steht. Man muss dann für den Rest weniger normalen Kredit aufnehmen.

Die Kombination Kredit plus Bausparvertrag lohnt selten

Manch findige Bankberater bieten gerne noch eine andere Variante an. Wer das Wunschhäuschen sofort kaufen will, kann demnach jetzt von der Bank einen Kredit bekommen und damit die Immobilie erwerben. Gleichzeitig schließt er einen Bausparvertrag ab. Mit dem angesparten Geld und einem Darlehen der Bausparkasse wird dann in der Zukunft, zum Beispiel in 15 Jahren, der Bankkredit zurückgezahlt.

Vorteil ist abermals die Planungssicherheit, denn man kennt schon jetzt die genauen Belastungen. Beim Bankkredit ist hingegen unklar, wie sich der Zins nach der Bindungsfrist von 10 oder 15 Jahren verändert.

Doch diese Konstruktionen lohnen selten, weil der Bankkredit viele Jahre nicht getilgt wird. „Rechnerisch muss der Kreditzins der Bank in 15 Jahren schon fünf bis sechs Prozent übersteigen, damit sich das lohnt“, rechnet Max Herbst von FMH vor. In den vergangenen 15 Jahren habe er aber bei durchschnittlich 4,92 Prozent für Kredite mit zehn Jahren festem Zinssatz gelegen. Für 15 Jahre Zinsbindung waren es auch nur 5,26 Prozent. Und in der Vergangenheit hat Mario Draghi noch nicht so stark auf die Zinsen gedrückt wie derzeit.

Bausparen ist auch für Sparer interessant, die kein Haus kaufen wollen

Zudem erwarten Experten keine stark steigenden Zinsen in der Zukunft. „Dieses Mischmodell freut vor allem die Banken, weil sie neben der Zinsmarge auch noch Bauspar-Provisionen kassieren können“, folgert Herbst.

Auf der anderen Seite kann sich Bausparen überraschend auch für eine andere Zielgruppe lohnen: die Sparer, die gar nicht bauen wollen. Denn die Sparzinsen von Bausparverträgen sind teilweise sehr hoch. So bietet die Debeka noch einen Tarif an, der drei Prozent im Jahr abwirft. Zwar fällt eine Abschlussgebühr von einem Prozent an, wodurch die effektive Rendite für sieben Jahre auf 2,65 Prozent sinkt. Aber Sparbriefe oder Bundesanleihen bieten noch weniger. Wer auf das Darlehen verzichtet, bekommt sogar noch einen Bonus von bis zu 0,6 Prozent.

Quelle: F.A.S.

 
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