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Veröffentlicht: 12.07.2013, 15:00 Uhr

Immobilienboom Deutschland, Häuslebauerland

Die Zinsen sind niedrig; viele Anleger investieren deshalb in Immobilien - und viele Privatleute in die eigenen vier Wände. Der Bauboom in Deutschland setzt sich daher ungebrochen fort. 2012 wurden rund 9,5 Prozent mehr Wohnungen gebaut als im Vorjahr.

© dpa Investoren wie Privatleute stecken ungebrochen viel Geld in den Wohnungsbau.

Der Immobilienboom in Deutschland geht weiter, wenn auch leicht abgeschwächt. 2012 wurden rund 200.500 Wohnungen gebaut und damit 9,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

2011 hatte das Plus allerdings noch bei 14,6 Prozent gelegen. Seit längerem profitiert die deutsche Baubranche davon, dass Anleger in der Schuldenkrise in den Immobilienmarkt investieren. Auch immer mehr private Haushalte leisten sich wegen der niedrigen Zinsen die eigenen vier Wände. Dies zeigt sich daran, dass die Zahl der fertiggestellten Eigentumswohnungen 2012 überdurchschnittlich um gut 23 Prozent zulegte.

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Zum Höhepunkt des Baubooms nach der Wiedervereinigung wurden 1995 rund 603.000 Wohnungen fertiggestellt. Es folgte eine Strukturkrise am Bau, der etwa die Hälfte der rund 1,4 Millionen Arbeitsplätze zum Opfer fielen. Zudem sank die Zahl der neuen Wohnungen stetig und erreichte im Rezessionsjahr 2009 den Tiefstand von 159.000. Seitdem stieg die Zahl in der Schuldenkrise bis 2012 wieder um rund 25 Prozent.

Der Trend dürfte im laufenden Jahr weitergehen. Der mittelständische Bauverband ZDB rechnet dann mit 230.000 neuen Wohnungen. „Es kommen noch mehr, denn die Baugenehmigungen steigen auch“, sagte ZDB-Chefökonom Andreas Geyer der Nachrichtenagentur Reuters. Im Wohnungsbau peilt der Verband für 2013 ein Umsatzplus von 3,5 Prozent an.

Allerdings hatten der lange Winter und starker Regen sowie Hochwasser im Juni viele Baustellen lahmgelegt. „Jetzt müssen wir schauen, wie viel wir aufholen können.“ Die Lage bleibe allerdings positiv, die Umsätze würden sich allenfalls zeitlich verzögern.

Quelle: Reuters

 

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