Home
http://www.faz.net/-gz7-73tjx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Hauspreise Sparkassen: Immobilienmarkt bereits über Zenit

Seit längerem boomt der deutsche Immobilienmarkt, Warnungen vor einer Überhitzung verbreiteten sich. Eine aktuelle Umfrage signalisiert anderes.

© dpa Vergrößern Eigentumswohnungen am Volkspark Friedrichshain in Berlin

Wer Merkmale einer Immobilienblase sucht, wird schnell fündig. In München brechen Wohnungspreise Jahr für Jahr Rekorde. In die Mieterstadt Berlin fallen wohlsituierte Aufkäufer aus Skandinavien oder Südeuropa ein und verängstigen Mieter. Der Markt boomt, weil vielen Menschen in der Schuldenkrise ein Haus sicherer erscheint als Aktien oder Anleihen. Doch nun winken erste Experten ab: Der Zenit sei erreicht, der Markt stabilisiere sich, bevor sich eine echte Blase bilde.

Mehr zum Thema

„Wir erwarten, dass der Höhepunkt beim Erwerb selbst genutzter
Immobilien überschritten ist“, sagt der Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, am Dienstag bei der Präsentation der jährlichen Umfrage „Vermögensbarometer“ und fügt hinzu: „Die Lage an den Immobilienmärkten ist nicht mehr so, dass jedes Engagement ein Gutes ist.“ Das hätten auch die Käufer erkannt.

Infografik / Die finanzielle Lage der Deutschen

Zwar sind Immobilien demnach weiterhin angesehen. 45 Prozent der befragten Menschen sehen Häuser und Wohnungen als idealen Beitrag zum Aufbau eigenen Vermögens. Dann erst folgen Lebensversicherungen (35 Prozent) und Bausparverträge (28 Prozent). Die Nachfrage könnte trotz dieses guten Images aber sinken.

Viele Käufer haben schon zugeschlagen

Viele potentielle Käufer sind schon in den Markt eingestiegen. 48 Prozent der Befragten sagen, sie würden bereits eine selbst genutzte
Immobilie zur Vermögenssicherung in Anspruch nehmen. Vor einem Jahr waren es erst 41 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Zahl der
Interessenten: 30 Prozent der Menschen gaben an, einen Hauskauf zu planen. Ein Rückgang von sechs Prozentpunkten.

Diese Zurückhaltung würde Mahner wie den neuen Finanzchef der
Allianz, Maximilian Zimmerer, widerlegen. Der warnte am Montag: „Die Blase wäre nicht von Großanlegern getrieben, sondern eher von Privatanlegern, die Inflation und einen Kollaps des Euro fürchten und in Sachwerte flüchten.“ Niedrige Zinsen führten zu einer Fehlsteuerung von Investments. „Das haben die Immobilienblasen in den Vereinigten Staaten, Spanien oder Irland gezeigt.“

Unzulässiger Vergleich mit USA und Spanien

Der Vergleich sei nicht zulässig, hält der Chefvolkswirt des
Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Patrick Steinpaß, entgegen. „In Irland und Spanien stieg das Kreditvolumen für Immobilienkäufe um bis zu 20 Prozent - Jahr für Jahr.“ In Deutschland gebe es Steigerungen von drei bis vier Prozent. Und für die Hauptstadt gelte das schon gar nicht: „Berlin bewegt sich erst allmählich in Richtung Normalität.“

Der Maklerverband IVD mag schon aus eigenem Interesse weder Blase noch Stagnation erkennen. Es gehe um einen „lebendigen Markt“ mit einer „linearen Preisentwicklung“ und Preis- und Mietsteigerungen von drei bis vier Prozent pro Jahr, sagt Jürgen Michael Schick vom Immobilienverband Deutschland. Auch die Landesbausparkassen sehen trotz aktuell noch hoher Nachfrage eine leicht nachlassende Begeisterung. Das Angebot werde knapper und teurer, so Ivonn Kappel von der Bundesgeschäftsstelle der Landesbausparkassen. Daher würden „die Interessenten ihre Kaufabsichten mittelfristig jetzt nicht mehr ganz so euphorisch sehen
wie 2011“.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wohnungsmarkt Frankfurt 14.800 Euro für einen Quadratmeter

Die Preise für Wohnungen und Bauland steigen weiter, die Grundstücke werden knapp. Für die Stadt ist das aber kein Grund zur Panik. Mehr Von Rainer Schulze, Frankfurt

16.01.2015, 15:07 Uhr | Rhein-Main
Berlin beliebt Deutschland lockt Zuwanderer

Deutschland boomt, hat derzeit kaum Arbeitslose, ist attraktiv. Seit fast 20 Jahren sind nicht mehr so viele Zuwanderer gekommen. Die meisten stammen aus Osteuropa und den Krisenstaaten Südeuropas. Doch fühlen sie sich in Deutschland auch wirklich willkommen? Mehr

01.12.2014, 11:24 Uhr | Wirtschaft
Heute ist Entscheidung Die vier Probleme der EZB-Staatsanleihekäufe

Die Europäische Zentralbank will wohl wieder Staatsanleihen kaufen. Heute fällt die Entscheidung. Warum ist die Kritik daran so groß? Die vier wichtigsten Punkte. Mehr Von Alexander Armbruster und Patrick Bernau

22.01.2015, 12:17 Uhr | Wirtschaft
Hauskäufer lässt sich Katze 140.000 Dollar kosten

Dass ihre Katze Tiffany bei der Versteigerung ihres Hauses mal das Zünglein an der Waage sein würde, hätten die Besitzer dieses Eigenheims im australischen Melbourne wohl nicht gedacht. Die geforderten rund zwei Millionen Australische Dollar wollte für die Immobilie mit fünf Schlafzimmern zunächst niemand zahlen. Erst als Tiffany noch oben drauf gelegt wurde, schlug ein Interessent zu - und bot sogar noch 140.000 Dollar mehr. Mehr

14.10.2014, 10:57 Uhr | Gesellschaft
Anleiheankäufe der EZB Banken freuen sich auf Geldschwemme

Die EZB soll für 550 Milliarden Euro Anleihen aufkaufen. Ökonomen fordern gar 1000 Milliarden Euro. Politiker warnen vor einem Teufelskreis des billigen Geldes. Auch deutsche Unternehmen sind skeptisch. Mehr Von Philip Plickert, Johannes Pennekamp und Uwe Marx

20.01.2015, 06:28 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.10.2012, 17:02 Uhr

Athen auf Konfliktkurs

Von Ulrich Friese

Einen Tag nach Amtsantritt hat die neue griechische Regierung die Privatisierung der Häfen von Piräus und Thessaloniki gestoppt. Die neue Politik könnte auch den deutschen Flughafenbetreiber Fraport treffen. Mehr 1 8


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Umfrage

Soll Griechenland aus dem Euro ausscheiden?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Grafik des Tages Schusswaffen holen fast die Autos ein

In Amerika sterben mehr als 33.000 Menschen im Jahr durch Waffen - das sind fast so viele wie Tote im Straßenverkehr. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden