Griechenland muss sich auf einen weiteren Preissturz auf dem Markt für Wohnimmobilien einstellen. Für die kommenden 12 bis 18 Monate rechnen in Griechenland sowohl Banken als auch ausländische Immobilienunternehmen sogar mit einem verschärften Preisrückgang um bis zu 40 Prozent. Im Zuge der Euro-Krise sind die Wohnimmobilien-Preise in Griechenland bereits in den zurückliegenden zwei Jahren - bis Mitte 2012 - um durchschnittlich 20 bis 30 Prozent gefallen.
Die Erwartung eines weiteren Rückgangs um 30 bis 40 Prozent wird ganz überwiegend mit den zunehmenden finanziellen Schwierigkeiten der derzeitigen Eigner dieser Objekte erklärt. Immer mehr von ihnen müssen inzwischen befürchten, dass sie ihre bisherigen Wohnungen oder Häuser nicht beibehalten können. Derzeit schon werden in Griechenland mehr als 100 000 Hypotheken auf privates Wohneigentum von den Schuldnern überhaupt nicht mehr bedient. Dass sich die Lage am Immobilienmarkt für viele Griechen zuspitzt, hängt mit der generell schwierigen Wirtschaftslage des Landes zusammen, vor allem aber mit der Aussicht vieler Erwerbstätiger, dass einerseits ihr Einkommen schrumpfen wird und andererseits die Steuerzahlungen zunehmen.
In besonders guten Lagen sind die Preise schon um 40 Prozent gefallen
Bemerkenswert an der Preisentwicklung ist bisher, dass Objekte der oberen Preisklasse etwa in Athen - also ursprüngliche Anschaffungspreise von mindestens 1 Million Euro - ganz besonders vom Preisverfall betroffen sind. In besonders guten Lagen sind diese Häuser und Wohnungen vielfach schon um 40 Prozent und mehr im Preis gefallen. Ähnliches gilt landesweit für Objekte mit eigenem Schwimmbad. Hier schlagen neue Steuern sowie Steueränderungen für die bisherigen Besitzer besonders hart durch. Kaufinteressenten für diese Wohnungen und Häuser können mit erheblichen Preiszugeständnissen rechnen, wenn sie eine sofortige Zahlung ohne die Aufnahme von Hypotheken zusichern können. Bei einfacheren Objekten ist der Preisverfall bislang dagegen meist ungleich kleiner.
Soweit es um Ferienobjekte entlang der griechischen Küsten und speziell der Inseln des Landes geht, haben sich die Preise bisher erstaunlich gut gehalten. Dazu trägt bei, dass sich ein erheblicher Anteil dieser Häuser in ausländischem Besitz - vornehmlich von Deutschen und Briten - befindet, die nun zwar auch mit höheren steuerlichen Belastungen rechnen müssen, für die es im Übrigen aber nicht den Griechenland sonst kennzeichnenden Verkaufsdruck gibt. Für Ferienobjekte wird von einem Preisrückgang von bisher nicht mehr als 15 bis 20 Prozent gesprochen. Aber auch hier wird nun mit einer verschärften Abwärtsbewegung der Preise gerechnet, weil immer mehr griechische Eigner ihre Objekte nicht mehr länger halten können.
Die 1A Küstenlagen auf Inseln bleiben hochpreisig. Nur
"Meeresblick" und Städte fallen.
Andreas Breuer (IUSTINUS)
- 28.09.2012, 12:37 Uhr
Alles relativ
Hans Böhringer (HugoMuller)
- 28.09.2012, 08:59 Uhr
