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Dahlien : Farbenfrohes Finale

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Im Ursprungsland Mexico wurde das farbenfrohe Juwel schon vor vielen Jahrhunderten als Symbol für die Sonne verehrt. Die Azteken bewunderten die Dahlie wegen ihres strahlenförmigen Blütenkranzes und der kraftvollen warmen Farben. Die Blumen fielen den spanischen Eroberern ins Auge und wurden, neben erhofften Goldschätzen, ebenfalls zum Objekt ihrer Begierde. Hernán Córtes erblickte auf seinen Eroberungszügen zu Beginn des 16. Jahrhunderts als erster Europäer die prachtvollen Gartenanlagen der Azteken. Im Jahre 1789 schickte Vincente Cervantes, Direktor des Botanischen Gartens in Mexiko-Stadt, Samen an seinen Kollegen, Abbé Cavanilles, nach Madrid. Im Herbst 1790 öffneten sich dort, erstmals auf europäischem Boden, die Blüten einer Dahlie.

Cavanilles benannte sie Dahlia, nach dem Schweden Andreas Dahl (1751–89), Schüler seines berühmten Landsmannes Carl von Linné, dem Vater der Pflanzen-Systematik. Doch der Berliner Botaniker Carl Ludwig Willdenow ignorierte den aktuellen Stand der Wissenschaft und taufte sie 1803 in „Georgina“ um. Das führte zu einem irritierenden Doppelleben. Fürst Pückler berichtete Gattin Lucie während seiner England-Reise im Oktober 1827 anlässlich eines Besuches auf dem Landsitz von Lord Middleton in Nottingham: „Liebhaber von Georginen können im hiesigen Garten dergleichen finden, welche fast die Größe von Sonnenblumen erreichen.“ Bis heute wird die Dahlie östlich der Elbe manchmal noch Georgine genannt, in Dänemark firmiert sie ebenfalls unter diesem hübschen Namen.

Ob Dahlie oder Georgine, es war der Berliner Weltreisende und Wissenschaftler Alexander von Humboldt, der jener mysteriösen Exotin ein glanzvolles Debüt in Deutschland bereitete. Von einer Südamerika-Reise brachte er aus Mexiko 1804 Dahliensamen für den Botanischen Garten in Berlin mit. Die Berliner bestaunten die ersten Blüten, und blitzschnell brach ein landesweites Dahlienfieber aus. Gefördert wurde es durch einen berühmten Bewunderer, den Geheimrat von Goethe. Der passionierte Gärtner pflanzte die Dahlie in Weimar neben seinem Gartenhaus im Ilmpark und im Hausgarten am Frauenplan an. Besonders angetan hatte es ihm die Sorte ’Großfürstin Maria Pawlowna‘ wegen ihrer glühenden Farbe, „feurigstes Dunkelscharlachrot mit Lilaspitzen“, schwärmte der Hobby-Botaniker.

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Botanische Gärten in ganz Europa tauschten Samen aus, rasant wurden neue Sorten entwickelt, die einfach zu züchtenden Dahlien regten zu kreativsten Kreuzungen an. Bereits 1806 wurden im Berliner Botanischen Garten 55 einfache und halbgefüllte Sorten gezeigt.

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