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Veröffentlicht: 27.03.2013, 15:10 Uhr

Garten Abgrenzen mit Stil

Die Grundstücksgrenze muss keine spröde Kante sein. Dafür gibt es viel zu schöne Zäune - aus Holz oder Eisen, mit und ohne Grün.

von Jörg Niendorf
© Flora Press Klassiker: Schmiedeeiserne Zäune sind beliebt, auch weil sie Pflanzen Rankhilfe bieten.

Hartmut Teske weiß, wie man sich abgrenzt, sein Anwesen vor fremden Blicken schützt und gegen ungebetene Gäste abschottet. Die Bollwerke, die der Berliner Landschaftsarchitekt entwirft, sind grün und natürlich, oft bestehen sie aus hohen Stauden, Sträuchern, Rankpflanzen oder Hecken. Holz, Draht oder Metall gehört meist auch dazu. Zäune, sagt Teske, seien nicht nur ein notwendiges Übel, weil man ein Grundstück einfrieden müsse. „Ein Garten ist ein Stück Privatsphäre, er braucht klare Abgrenzungen“, stellt der Fachmann klar. Teske rät zur Kür am Zaun: Zur Straße hin wie im rückwärtigen Teil des Grundstücks soll er etwas hermachen.

Die Nachfrage nach individuellen Zäunen steigt, das bestätigen viele Planer, Gartenbaubetriebe und auch Handwerker. Viele Hauseigentümer wollen keine Massenware wie dunkelgrünen Stahlmattenzaun, der ruck, zuck auf die Grundstücksgrenze gezogen wird. Dafür gibt es einfach zu viele schöne Materialien und Formen, um den Zaun in Szene zu setzen.

Die Landlust verhilft dem Holzzaun zu neuer Popularität

Zum Beispiel das Holz der Lärche. Das gilt als ziemlich wetterfest und steht unter den Holzliebhabern im Ruf, mit den Jahren seinen Charme erst richtig zu entfalten. Erst nimmt es bei Wind und Wetter einen matten Grauton an, dann schimmert es silbergrau. Genauso, durchaus ein wenig eigenwillig, glänzen die Stabhölzer am Zaun vor einer Villa in Berlin Nikolassee. Die hölzerne Reihe ist nicht einheitlich hoch, sie scheint auf und ab zu tänzeln.

Kugeln krönen ihre Pfosten - das Ganze ist sehr kunstvoll gemacht. Zudem wirkt der Zaun alterslos. Eigentlich steht er noch gar nicht so lange hier, trotzdem hat er Patina. Der Besitzer des großen Hauses und Grundstücks lobt den „schrammeligen Look“ seines Lärchenzauns. „Das muss man erst einmal hinbekommen“, sagt er.

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Vor hundert Jahren, als das Haus erbaut wurde, war es seinen damaligen Eigentümern noch wichtig, dass ihr stolzes Anwesen von der Straße aus gut zu sehen war. „Man wollte gesehen werden“, sagt der Planer Teske. Heute ist das anders. Daher steht nun gleich hinter dem Holzzaun eine große blickdichte Eibenhecke Solch eine Zaunanlage hat allerdings ihren Preis. Für den würde man auch einen Mittelklassewagen bekommen.

Der Maschendrahtzaun ist besser als sein Ruf

Doch es geht auch bescheiden. Zum Beispiel mit dem seit einigen Jahren als spießig verpönten Maschendrahtzaun. Dabei ist er besser als sein Ruf. Maschendrahtzäune stehen, wie der Volksmund weiß, solange die Pfosten halten. Damit er gut aussieht, rät Teske, ihn einwachsen zu lassen, zum Beispiel, indem man Stauden pflanzt oder Kletterpflanzen. Dazu braucht es freilich Erfahrung und Pflege. Dann allerdings kann die Wirkung groß sein. Eine Clematis, die sich in die Zaunmaschen webt, sieht aus wie aus einem Garten-Bilderbuch.

Mit ähnlich einfachen Mitteln kommt eine andere Rankhilfe aus, die genauso als Zaun dienen kann: Das sind einfache Stahlträger, zwischen denen Drähte gespannt werden. An ihnen wachsen die Pflanzen empor, fertig ist der Zaun - und im besten Falle, also bei gärtnerischem Erfolg, gleichzeitig die bunte Inszenierung. All diese Lösungen sind schon für 50 bis 100 Euro je laufendem Meter zu haben.

Dabei muss es nicht einmal mehrere Sommer lang dauern, bis die Rankwand durchgehend bewachsen ist. Viele Pflanzen sind in Baumschulen schon in einer Größe zu kaufen, mit der sie rasch ihren Zweck als Sichtschutz erfüllen. Das Konzept eignet sich auch für Terrassen, dann verstärken meist Bretter aus hochwertigen Hölzern wie Robinie oder Lärche den Zaun. Beliebt sind zurzeit auch Metallpaneelen als Kontrast, die waagerecht eingebaut werden.

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