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Eigenheim Paarweiser Hauskauf mit besonderen Risiken

Immer mehr unverheiratete Paare erwerben gemeinsam eine Immobilie. Empfehlenswert ist das nur, wenn alle Feinheiten vertraglich geregelt sind.

© FAS/Andreas Weishaupt

Am Anfang schien ein Traum Wirklichkeit zu werden: Als sie schon gar nicht mehr damit gerechnet hatten, fanden Andreas Burger (Name von der Redaktion geändert) und seine Freundin in Bremen genau das Stadthaus, nach dem sie fast zwei Jahre gesucht hatten. Stark renovierungsbedürftig zwar, aber weil die Freundin gerade geerbt hatte, war der Kauf schnell getätigt.

Dass Burger, der als Psychologe seine Zeit frei einteilen konnte, bei der Instandsetzung die gesamte Koordination übernahm, stand nie außer Frage. Natürlich packte er auch selbst kräftig mit an, zahlte zudem den Dachausbau und überhaupt die meisten Handwerkerrechnungen. Damals war das für ihn ganz selbstverständlich: „Wir waren glücklich und wollten nur, dass möglichst schnell alles fertig wird.“Der Albtraum begann acht Jahre später. Da kriselte es in der Beziehung. Die Freundin lernte einen anderen Mann kennen - und forderte Burger auf, das gemeinsam gebaute Nest zu verlassen. Schlimmer noch: Sie verweigerte auch jeden Ausgleich. Nicht nur für die viele Arbeit, auch die gezahlten Rechnungen wollte sie nicht übernehmen.

“Eine furchtbare Zeit“, erinnert sich Burger. Auch der sofort eingeschaltete Anwalt konnte kaum helfen. Von Anfang an hatte Burger zu viel falsch gemacht. Der größte Fehler: Nur die Freundin stand im Grundbuch. „Weil sie das erste Geld hatte und es am Anfang ja auch schnell gehen musste“, sagt er heute. „Wir haben uns darüber gar keine Gedanken gemacht. Warum auch? Es schien alles so klar.“

Kein Einzelfall

Ist das ein Einzelfall? „Keineswegs“, sagt Thomas Diehn, Geschäftsführer der Bundesnotarkammer in Berlin. Zwar liegt der Fall schon ein paar Jahre zurück, und die Gerichte seien heute etwas mehr gewillt, auch bei unehelichen Paaren einen gemeinsam verfolgten Zweck zu unterstellen und Ausgleichszahlungen zuzusprechen. „Einfach ist das jedoch nie, und geklagt werden muss dann immer.“ Denn trennen sich unverheiratete Paare, gibt es dafür keine verbindlichen Regelungen.

Gerade diese Abwesenheit von Regeln sei ja für viele Paare auch der Grund, auf den Trauschein zu verzichten, sagt Diehn. Wird dann gemeinsam eine Immobilie erworben, kann es fatal werden. Wären Andreas und seine Freundin verheiratet gewesen, hätte ihm zumindest der Versorgungsausgleich weitergeholfen. „Dabei lässt sich für den Immobilienkauf auch bei unverheirateten Paaren fast alles vertraglich regeln“, betont Diehn. Den meisten Betroffenen sei jedoch gar nicht bewusst, wie dringend der Handlungsbedarf sei. „Ein höheres Problembewusstsein als bei verheirateten Paaren beobachte ich da nicht.“

20538375 © FAS/Andreas Weishaupt Vergrößern

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Rechtssicherheit zu schaffen, entweder durch einen Partnerschaftsvertrag oder durch die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). In beiden Fällen sei eine vorherige Rechtsberatung empfehlenswert, betont Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale in Hamburg. Partnerschaftsverträge, die Immobilien betreffen, müssen zudem notariell beglaubigt werden.

Auf den Grundbucheintrag nicht verzichten

Im Grundbucheintrag sollten dann auf jeden Fall bei einem gemeinsamen Erwerb beide Partner auftauchen - und das möglichst so, dass die Eigentumsverhältnisse „im Einklang mit den tatsächlich erbrachten Aufwendungen stehen“, sagt Schmid-Burgk. Dabei weiß der Jurist allerdings auch, dass das mitunter nicht ganz einfach ist. Wie etwa im Falle von Burger und seiner Freundin in Bremen, wenn einer zunächst mehr Geld einbringt, der andere aber deutlich mehr Eigenleistung.

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