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Schweiz Schweiz besteht Härtetest

 ·  Preisanstieg von Wohnungen bereitet zunehmend Sorgen

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Trotz des Konjunktureinbruchs in der Folge der globalen Finanzkrise ist das Geschäft mit gewerblich genutzten Flächen in der Schweiz von größeren Verwerfungen verschont geblieben. „Es ist weder eine weitere Ausdehnung des bereits bestehenden Überangebots an Nutzflächen zu beobachten, noch haben sich die Angebotspreise wesentlich bewegt“, stellen die Marktanalysten der Beratungsgesellschaft Wüest & Partner in der aktuellen Ausgabe ihres Immo-Monitoring fest, der halbjährlich eine umfassende Bestandsaufnahme des Schweizer Immobilienmarktes liefert.

Bei einer näheren Betrachtung der Regionen fällt die Entwicklung sehr unterschiedlich aus. Am Genfer See mit den Städten Genf, Lausanne und Nyon fiel zum Beispiel der Anstieg der Büromieten mit 5,5 Prozent doppelt so hoch aus wie in der nächstfolgenden Region Zürich mit 2,6 Prozent. Basel und Bern bildeten mit einem Anstieg von 0,8 beziehungsweise 1,8 Prozent den Gegenpol. Für die kommenden zwölf Monate geht Wüest & Partner nach der jüngsten Erholungsphase von einer Stagnation aus. „Das Beschäftigungswachstum bleibt ein Sorgenkind, und ohne ein starkes Arbeitsplatzwachstum wird auch die Nutzflächennachfrage im Arbeitsbereich nicht zunehmen“, heißt es in dem Marktbericht. Zudem kämen derzeit noch einige Neubauflächen auf den Markt, die vor dem Ausbruch der Finanzkrise geplant worden seien.

Jammern auf hohem Niveau

Außerhalb des Landes wird das Marktgeschehen durchaus wahrgenommen. Ein reges Interesse an Anlagemöglichkeiten in Schweizer Gewerbeimmobilien verzeichnet etwa die Acron-Gruppe, die seit gut 20 Jahren auf dem Schweizer Immobilienmarkt aktiv ist und für deutsche Investoren indirekte Engagements über Aktiengesellschaften ermöglicht. Zuweilen werde auf hohem Niveau gejammert, sagt Geschäftsführer Oliver Weinrich. Er verweist auf einen im europäischen Vergleich moderaten Büroleerstand von 6,6 Prozent. Sein Unternehmen habe in diesem Frühjahr eine Vollvermietung in der Acron Helvetia VII Immobilien AG vermelden können, die mit einem Endvermietungsstand von lediglich 44 Prozent gut ein halbes Jahr zuvor gestartet war. „2010 wird darauf hinauslaufen, dass es ein Jahr der Orientierung wird“, kommentiert Weinrich das Marktgeschehen. Danach werde sich zeigen, ob der Schweizer Büromarkt wieder durchstarten könne.

Sorgen bereitet vielen Marktakteuren der teilweise dynamische Preisanstieg für Wohneigentum. So verteuerten sich die Preise für Eigentumswohnungen zum Beispiel am Genfer See in den vergangenen zwölf Monaten um 11 Prozent. Für die gesamte Schweiz nennt Wüest & Partner einen Anstieg von 5,7 Prozent. Inzwischen wird in der Schweiz lebhaft diskutiert, ob es sich dabei um eine Preisblase handeln könnte. Die Marktanalysten halten den Preisschub aber für nachvollziehbar. Neben einem historisch niedrigen Zinsniveau wird dabei auch auf steigende reale Einkommen und die Flucht in Realwerte aus Mangel an Anlagealternativen verwiesen. „Aus landesweiter Sicht dürfte das Phänomen weder kurz- noch mittelfristig einen Grund zur Besorgnis geben“, wird im Immo-Monitoring festgestellt.

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21.05.2013 17:45 Uhr
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