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Räume beleuchten : Ins rechte Licht gerückt

  • -Aktualisiert am

Mehr hilft auch mehr: Die einzelnen Lichtquellen sollten aufeinander abgestimmt sein Bild: ddp

Bei der Innenraumplanung wird Licht oft vernachlässigt - zu Unrecht. Denn nicht nur die Raumgestaltung gewinnt durch die richtige Beleuchtung. Auch das Wohlbefinden der Bewohner hängt von ihr ab. Moderne Lichtquellen sind erschwinglich geworden.

          Richtig erklären konnte sich Beate Hauer ihre Stimmung nicht. Pünktlich zum 1. Dezember 2009 war sie mit Familie ins neue Haus gezogen. Der Bau war termingerecht fertig geworden, und jedes Möbelstück stand am rechten Platz. Dennoch: Irgendwie ging es ihr nicht gut, morgens kam sie schwer in Gang, konnte sich den ganzen Tag zu nichts aufraffen und nachts wälzte sie sich schlaflos im Bett. „Furchtbar“, erinnert sie sich noch heute. Erst ein Besuch beim Hausarzt brachte sie schließlich auf die richtige Spur: Ihr fehlte Licht.

          Licht ist Leben. Das haben wir alle schon einmal gehört. Dennoch geht es den meisten von uns wie der jungen Mutter. Im Lebensalltag setzen wir uns kaum damit auseinander. Selbst beim Hausbau oder bei der Einrichtung einer Wohnung wird das Thema Beleuchtung oft sträflich vernachlässigt. Pro Zimmer eine zentrale Deckenleuchte, vielleicht noch ein paar Stehlampen, eine Schreibtischlampe und im Schlafzimmer die klassischen Nachttischlampen. Kaum jemand kennt die genaue Leuchtkraft seiner Lampen oder die Wirkung der Lichtfarbe.

          In der dunklen Jahreszeit leiden die Menschen

          Dabei fanden Forscher des National Institute of Health schon 1980 heraus, dass Lichtmangel massive Auswirkungen auf unser Lebensgefühl hat. Etwa jeder zehnte Deutsche ist dadurch sogar so beeinträchtigt, dass er ernsthaft in seiner Lebensqualität eingeschränkt ist, erläutert Professor Jürgen Zulley, wissenschaftlicher Berater am Schlafmedizinischen Zentrum der Universität Regensburg und ehemaliger Leiter des dortigen Schlaflabors.

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          Winterdepression: In Skandinavien werden Lichttherapiegeräte in Cafés installiert : Bild: dpa

          Vor allem in der dunklen Jahreszeit leiden die Menschen, wie auch eine aktuelle Studie des Forsa-Institutes belegt. 40 Prozent der Bundesbürger fallen im Winter in ein Stimmungstief, Frauen noch häufiger als Männer. Der Grund dafür ist einfach: Schon draußen ist es dunkler als im Sommer. Noch schlimmer jedoch ist die Tatsache, dass wir uns aufgrund der Außentemperaturen viel mehr innerhalb geschlossener Räume aufhalten. Selbst die beste Beleuchtung erreicht nicht so viel Helle wie ein grauer Novembertag. Ist die Beleuchtung im Haus dann auch noch schlecht, verstärkt sich der Effekt.

          Dabei ist es angesichts moderner und erschwinglich gewordener Lichtquellen gar nicht mehr so schwer, angenehmes und sogar dem Tageslicht ähnelndes Licht zu erzeugen, wie Andreas Lang von der Arbeitsgemeinschaft Licht.de betont. Die Marketinggemeinschaft, in der etwa 130 Mitgliedsunternehmen zusammengeschlossen sind, hat sich zum Ziel gesetzt, über die Vorteile guter Beleuchtung zu informieren, und gibt hierzu regelmäßig wissenschaftlich untermauerte Schriften heraus.

          Lichtmangel macht hungrig

          Grundsätzlich werden drei Aufgaben von Licht in Wohnräumen unterschieden: Die Grundbeleuchtung, die der allgemeinen Orientierung dient. Das Zonenlicht, das einzelne Bereich, wie den Esstisch oder den Arbeitsplatz beleuchtet. Und das Stimmungslicht, das zum einen Highlights und Akzente setzt, zum anderen aber auch gezielt zur Steigerung des Wohlbefindens eingesetzt werden kann. So gibt es mittlerweile Nachttischlampen, die den Sonnenaufgang imitieren und stufenweise heller werden. Auf diese Weise wird die Produktion bestimmter Hormone angeregt, die Depressionen vorbeugen.

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