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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 07.08.2009, 07:00 Uhr

Lutz und Wulff Aengevelt „Wir reden den Markt nicht schön“

Die beiden Brüder führen in dritter Generation die Immobilienmaklergesellschaft. Im Gespräch äußern sie sich über ihren neu entfachten Optimismus, den Wettbewerb unter den Maklern und die Folgen eines Fehltritts.

© Aengevelt Gemeinsam unterwegs: Lutz (links) und Wulff Aengevelt

Während Ihre Wettbewerber eher in Moll gestimmt sind, zeigen Sie sich unerschütterlich optimistisch. Ist das angesichts der jüngsten Zahlen zu Transaktionen und Vermietungen von Gewerbeimmobilien nicht Zweckoptimismus?

Lutz Aengevelt: Schönreden kommt für uns nicht in Betracht. Wir beurteilen die Märkte auf Basis unserer Untersuchungen. Das war in der Vergangenheit schon so, und das bleibt auch so. Schon vor zwei Jahren haben wir zum Beispiel gesagt, dass speziell die hohen Marktzuwächse ab Mitte 2006 wegen ihrer überwiegend kurzatmigen Überfinanzierung nicht nachhaltig sein können. Wir haben uns darauf eingestellt, während die anderen noch Quartalsrekorde feierten. Im vergangenen Herbst wiederum haben wir gesagt, dass Mitte dieses Jahres die Bodenbildung an den meisten Immobilienmärkten einsetzt. Auch das ist erfolgt.

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Wulff Aengevelt: Das war vor zwei Jahren wie nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern. Damals lag die Büromiete in Düsseldorf bei 16 Mark pro Quadratmeter und in Dresden bei 30 Mark. Die Preise spielten völlig verrückt - und auch damals sagten wir, dass die Preise mittelfristig nicht haltbar sind, während andere das knappheitsverzerrte Niveau noch in die Zukunft fortschrieben. Wir sind keine Optimisten, wir sind keine Pessimisten, sondern wir sind ganz nah an der Realität. Wir verlieren uns also derzeit nicht in Trübsal, obwohl auch wir Umsatzrückgänge verzeichnen. Diese Entwicklung traf uns ordentlich vorbereitet.

Trotzdem: Gehen die Marktverwerfungen nicht über das Übliche hinaus?

Lutz Aengevelt: Die Preiserwartungen von Käufern und Verkäufern klaffen deutlicher auseinander als sonst, das ist richtig. Das Problem hatten wir in der jetzigen Form tatsächlich noch nicht. Potentielle Käufer sehen jeden Tag die schlechten Nachrichten aus der Realwirtschaft. Vieles stürzt ab in ihrer Wahrnehmung - warum nicht auch die Immobilienpreise? Die potentiellen Verkäufer wiederum haben im Ohr, dass alles nur halb so schlimm ist. Sie haben noch ihre teilweise deutlich überteuerten Einstandspreise vor Augen und können sich nicht davon lösen. In der jetzigen Phase geht es um eine geduldige Annäherung der Preisvorstellungen.

Und wie sieht das aus?

Lutz Aengevelt: Den Käufern sagen wir: Es ist sinnlos, darauf zu hoffen, dass das Preisniveau undifferenziert und auf breiter Front weiter nachgibt.

Wulff Aengevelt: Und den Eigentümern sagen wir: Es ist sinnlos, darauf zu hoffen, dass sie in absehbarer Zeit eine Jahresmiete mehr bekommen. Diese beiden Pole zusammenzubekommen ist derzeit äußerst schwierig. Vor allem der psychologische Aspekt sollte nicht unterschätzt werden. Der potentielle Verkäufer setzt sich dem Verdacht aus, die Nerven zu verlieren. Der potentielle Käufer wiederum setzt sich dem Verdacht aus, dass er viel zu früh unterwegs ist und deshalb den Preis noch viel stärker hätte drücken können. Solange beide Seiten in eine Richtung schauen, ist Vertrauensbildung nicht allzu schwierig. Zur Zeit wird aber in alle Richtungen geschaut.

Die großen internationalen Gewerbeimmobilienmakler haben sich damit abgefunden, dass die Zeit des schnell verdienten Geldes erst einmal vorüber ist. Sie auch?

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