Home
http://www.faz.net/-gza-136e3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Lutz und Wulff Aengevelt „Wir reden den Markt nicht schön“

Die beiden Brüder führen in dritter Generation die Immobilienmaklergesellschaft. Im Gespräch äußern sie sich über ihren neu entfachten Optimismus, den Wettbewerb unter den Maklern und die Folgen eines Fehltritts.

© Aengevelt Vergrößern Gemeinsam unterwegs: Lutz (links) und Wulff Aengevelt

Während Ihre Wettbewerber eher in Moll gestimmt sind, zeigen Sie sich unerschütterlich optimistisch. Ist das angesichts der jüngsten Zahlen zu Transaktionen und Vermietungen von Gewerbeimmobilien nicht Zweckoptimismus?

Lutz Aengevelt: Schönreden kommt für uns nicht in Betracht. Wir beurteilen die Märkte auf Basis unserer Untersuchungen. Das war in der Vergangenheit schon so, und das bleibt auch so. Schon vor zwei Jahren haben wir zum Beispiel gesagt, dass speziell die hohen Marktzuwächse ab Mitte 2006 wegen ihrer überwiegend kurzatmigen Überfinanzierung nicht nachhaltig sein können. Wir haben uns darauf eingestellt, während die anderen noch Quartalsrekorde feierten. Im vergangenen Herbst wiederum haben wir gesagt, dass Mitte dieses Jahres die Bodenbildung an den meisten Immobilienmärkten einsetzt. Auch das ist erfolgt.

Mehr zum Thema

Wulff Aengevelt: Das war vor zwei Jahren wie nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern. Damals lag die Büromiete in Düsseldorf bei 16 Mark pro Quadratmeter und in Dresden bei 30 Mark. Die Preise spielten völlig verrückt - und auch damals sagten wir, dass die Preise mittelfristig nicht haltbar sind, während andere das knappheitsverzerrte Niveau noch in die Zukunft fortschrieben. Wir sind keine Optimisten, wir sind keine Pessimisten, sondern wir sind ganz nah an der Realität. Wir verlieren uns also derzeit nicht in Trübsal, obwohl auch wir Umsatzrückgänge verzeichnen. Diese Entwicklung traf uns ordentlich vorbereitet.

Trotzdem: Gehen die Marktverwerfungen nicht über das Übliche hinaus?

Lutz Aengevelt: Die Preiserwartungen von Käufern und Verkäufern klaffen deutlicher auseinander als sonst, das ist richtig. Das Problem hatten wir in der jetzigen Form tatsächlich noch nicht. Potentielle Käufer sehen jeden Tag die schlechten Nachrichten aus der Realwirtschaft. Vieles stürzt ab in ihrer Wahrnehmung - warum nicht auch die Immobilienpreise? Die potentiellen Verkäufer wiederum haben im Ohr, dass alles nur halb so schlimm ist. Sie haben noch ihre teilweise deutlich überteuerten Einstandspreise vor Augen und können sich nicht davon lösen. In der jetzigen Phase geht es um eine geduldige Annäherung der Preisvorstellungen.

Und wie sieht das aus?

Lutz Aengevelt: Den Käufern sagen wir: Es ist sinnlos, darauf zu hoffen, dass das Preisniveau undifferenziert und auf breiter Front weiter nachgibt.

Wulff Aengevelt: Und den Eigentümern sagen wir: Es ist sinnlos, darauf zu hoffen, dass sie in absehbarer Zeit eine Jahresmiete mehr bekommen. Diese beiden Pole zusammenzubekommen ist derzeit äußerst schwierig. Vor allem der psychologische Aspekt sollte nicht unterschätzt werden. Der potentielle Verkäufer setzt sich dem Verdacht aus, die Nerven zu verlieren. Der potentielle Käufer wiederum setzt sich dem Verdacht aus, dass er viel zu früh unterwegs ist und deshalb den Preis noch viel stärker hätte drücken können. Solange beide Seiten in eine Richtung schauen, ist Vertrauensbildung nicht allzu schwierig. Zur Zeit wird aber in alle Richtungen geschaut.

Die großen internationalen Gewerbeimmobilienmakler haben sich damit abgefunden, dass die Zeit des schnell verdienten Geldes erst einmal vorüber ist. Sie auch?

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Beschwerde nach Online-Auktion Käufer muss negative Ebay-Bewertung löschen

Ein Ebay-Käufer ist unzufrieden mit der Ware und beschwert sich öffentlich sichtbar – zu Unrecht, wie nun ein Gericht entschied. Der Mann muss seinen Kommentar zurücknehmen. Mehr

28.10.2014, 18:09 Uhr | Wirtschaft
Regierung bringt Mietpreisbremse auf den Weg

Bei einem Mieterwechsel darf die Wohnungsmiete ab 2015 nur noch soviel steigen, dass sie höchstens zehn Prozent teurer ist als eine vergleichbare Wohnung derselben Größe und Lage. Allerdings sind Ausnahmen von dieser Bremse vorgesehen. Mehr

01.10.2014, 17:35 Uhr | Wirtschaft
Formel 1 Zwei Teams fehlen in Austin

Beim kommenden Großen Preis der Formel 1 starten nur 18 statt 22 Autos. Bernie Ecclestone bestätigt, dass Caterham und Marussia in Austin nicht antreten werden. Beide Teams plagen existenzielle Sorgen. Mehr

26.10.2014, 16:41 Uhr | Sport
Mit 80 Stundenkilometern aufs Wasser

Die besten Klippenspringer der Welt haben sich zum Wettbewerb auf den Azoren getroffen. Mehr

27.07.2014, 14:30 Uhr | Gesellschaft
Noch bis Ende November Lohnt sich ein Wechsel der Autoversicherung?

Zum 30. November können Kunden ihren Vertrag kündigen. Um bessere Preise zu erzielen, muss man den neuen Vertrag nicht unbedingt im Internet abschließen. Verbraucher sollten mehrere Angebote einholen. Mehr Von Philipp Krohn

29.10.2014, 09:22 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.08.2009, 07:00 Uhr

VW fehlen Antworten

Von Hendrik Ankenbrand

Was tun, wenn Pekings „Qualitätswächter“ künftig noch mehr Achsenbrüche monieren, wenn Pekings „Regulatoren“ noch stärker ausländische Konzerne maßregeln? Diesen Fragen muss VW sich stellen. Mehr 19 25

Umfrage

Sparen Sie angesichts der niedrigen Zinsen noch?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --