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Expo Real Verunsicherung wird zum Dauerzustand

11.10.2011 ·  In einem Marktumfeld, das widersprüchliche Signale sendet, sucht die Branche nach Orientierung. Auf der diesjährigen Expo Real mündete die Bestandsaufnahme oft in Aufrufe zur Besonnenheit.

Von Steffen Uttich, München
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Die starken Ausschläge an den Finanzmärkten in den Sommermonaten und die andauernde europäische Staatsschuldenkrise zeigen in der deutschen Immobilienwirtschaft Wirkung. Auf der wichtigsten deutschen Gewerbeimmobilienmesse Expo Real, die in der vergangenen Woche in München stattfand, fielen die Ausblicke deutlich gedämpfter aus als noch zu Jahresbeginn. Die Lage wird immer unübersichtlicher. Eine abflauende Konjunktur ist schlecht für die Branche. Auch das Finanzierungsumfeld gibt unverändert Anlass zur Sorge. Allerdings machen weiterhin Inflationsängste die Runde, was wiederum gut für die Nachfrage nach Sachwerten wie Immobilien ist. Zudem sehen ausländische Investoren den deutschen Immobilienmarkt nach wie vor als "sicheren Hafen" an.

Gute Plattform

An den drei Messetagen in München war zu beobachten, dass die gegenläufigen Tendenzen die Meinungsbildung unter den Marktakteuren erschweren. Es zeigte sich jedoch, dass die Expo Real eine gute Plattform ist, um die verschiedenen Wahrnehmungen abzugleichen. "Die Messe hätte nicht zu einem besseren Zeitpunkt kommen können", sagte Andreas Mattner, Präsident des Branchenverbandes ZIA. Und so liefen viele Gespräche darauf hinaus, dass das Marktumfeld wieder herausfordernder wird, dass zu Panikreaktionen aber kein Anlass besteht - auch wenn der eine oder andere gestandene Marktteilnehmer angesichts einer geplatzten oder auf die lange Bank geschobenen Transaktion Nerven zeigte.

Häufig stand am Ende von vielen Bestandsaufnahmen ein Appell zur Besonnenheit. "Wir sollten verantwortungsvoll agieren", sagte zum Beispiel Ulrich Höller, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter DIC Asset AG. Zwar müsse sich die Branche erst einmal umorientieren, weil sie auf Wachstum gepolt gewesen sei. So schlecht sei die Ausgangsposition aber gar nicht. "Es ist immer noch möglich, neue Projekte zu starten." DIC nimmt gerade den ersten Bauabschnitt des Frankfurter Großprojekts Maintor in Angriff.

Beliebtes Deutschland

Borja Sierra, verantwortlich für das Geschäft des internationalen Maklerhauses Savills in Kontinentaleuropa, bestätigte in München das andauernde Interesse ausländischer Investoren an Immobilieninvestitionen in Deutschland. "Das ist ein Land mit hart arbeitenden und intelligenten Leuten - was sich auch in der Wirtschaft widerspiegelt", sagte er. Trotzdem geht er von einer größeren Zurückhaltung der Investoren in den kommenden Wochen und Monaten aus. Viele Kunden würden erst einmal abwarten, was weiter passiert. "Es sieht danach aus, als ob das Transaktionsvolumen im zweiten Halbjahr nicht so gut ausfällt wie im ersten Halbjahr", lautete seine vorsichtige Prognose. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wechselten hierzulande gewerblich genutzte Immobilien für insgesamt rund 12 Milliarden Euro den Besitzer.

"Die Verunsicherung könnte ein stetiger Wegbegleiter werden", erwartet Rainer Eichholz, Vorstandsmitglied von Hochtief Solutions. Trotzdem würden sich immer noch genug Gelegenheiten für gute Geschäfte bieten. Als ein Beispiel nannte er die gerade aufkommende Strategie der liquiditätsstarken offenen Immobilienfonds, nicht nur teure fertiggestellte Objekte einzukaufen, sondern schon in der Phase der Projektentwicklung vielversprechender Gebäude einzusteigen, um überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Etablierte Unternehmen wie die Hochtief-Projektentwicklungsgesellschaft profitieren von diesem Vorgehen in besonderem Maße, weil angesichts ihrer Erfahrung und Kapitalausstattung das Risiko für die Fonds vergleichsweise überschaubar bleibt.

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Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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