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Energiesparen Koflers Geschäfte im Heizungskeller

28.10.2008 ·  Georg Kofler gründete den Fernsehsender ProSieben und rettete Premiere vor dem Aus. Nun verlegt der Medienmanager seine Geschäfte in den Heizungskeller mit dem Ziel, Europas größtes Unternehmen für Energieeffizienz aufzubauen. Eine Konstante bleibt: sein Ehrgeiz.

Von Jens Friedemann
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„Wir erleben augenblicklich so etwas wie die Geburtswehen einer der spannendsten Branchen der Welt. Wer es versteht, Hunderttausenden von Inhabern von Immobilien in aller Welt die Investitionsrisiken für Energie- und Umwelteffizienz abzunehmen und sie aus dem Erfolg zu finanzieren, hat die Chance, Unternehmen von internationalem Format aufzubauen - das, was wir unter Performance-Contracting verstehen.“ Diese Sätze aus einer Podiumsdiskussion auf der Immobilienmesse Expo Real in München könnten von Georg Kofler stammen, einem der erfolgreichsten Unternehmer der vergangenen Jahre in Deutschland. In der Medienbranche ist Kofler - 1957 im Südtiroler Ort Bruneck geboren - als ProSieben-Gründer und Premiere-Retter bekanntgeworden.

Nach Studium und Promotion in Publizistik und Kommunikationswissenschaften in Wien war er Assistent des ORF-Intendanten Gerd Bacher und später von Leo Kirch. Zwölf Jahre lang war er Geschäftsführer und danach Vorstandsvorsitzender des damals gegründeten Fernsehsenders ProSieben und machte ihn zum erfolgreichsten Privatsender in Deutschland. Später übernahm er den Vorstandsvorsitz des Fernsehsenders Premiere. Beide Unternehmen brachte er an die Börse und trennte sich später von seinen Anteilen.

Kofler wechselt die Branche

Doch vor einem Jahr verließ Kofler zur Überraschung der Branche das Fernsehgeschäft und stieg in ein gänzlich anderes Geschäftsfeld ein: das professionelle Energiesparen. Im Mai gründete er die Kofler Energies AG in München und übernahm kurze Zeit darauf die NEK Energy Consult AG. Mit heute mehr als hundert Ingenieuren und Technikern will Kofler seine Gesellschaft zu Europas führendem Energieeffizienzunternehmen machen.

Kofler, der sich in seiner Jugendzeit nicht scheute, sein Taschengeld als Chefspüler im Hotelgewerbe, als Skilehrer und als Ofenwerker in der Aluminiumhütte Töging am Inn aufzubessern, warb erfolgreiche Spezialisten aus anderen Unternehmen ab, darunter Konrad Jerusalem, Chef der Abteilung „Übernahmen und Fusionen“ beim Energiekonzern RWE.

500 Projekte allein in Deutschland

„Wir sind heute bereits Deutschlands führende Ingenieurgesellschaft für Energieeffizienz“, sagte Kofler in einem Gespräch mit dieser Zeitung auf der Expo Real. Über seine Partner kann er auf mehr als 500 realisierte Energieeffizienzprojekte in Deutschland weisen, darunter bekannte Neu- und Umbauten wie die Erweiterung des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe, das BMW Forschungs- und Innovationszentrum in München, die energetische Sanierung des Terminals 1 des Frankfurter Flughafens, Krankenhäuser, Universitäten, Hotels, Bürobauten wie den Skyper in Frankfurt oder den Hauptbahnhof Wiesbaden.

Koflers Unternehmen übernimmt sämtliche Investitionskosten im Zusammenhang mit Energieeffizienzmaßnahmen: „Alles, was wir brauchen, ist ein Auftrag über 10 bis 15 Jahre und die Übergabe des Schlüssels zum Heizungsraum.“ Das Unternehmen garantiert dem Kunden eine dauerhafte Energieeinsparung von 10 Prozent; es refinanziert sich durch alle Einsparungen, die über das Garantieniveau - gemessen am Vorjahresverbrauch - hinaus- gehen.

„Der Kunde riskiert nicht einen Euro“

Zusätzlich übernimmt Kofler das Management der Energiebeschaffung, Umwandlung und Verteilung. Auch trägt Kofler die Kosten für Wartung, Versicherung und Energiecontrolling in den modernisierten Anlagen, so dass der Kunde weitere 2 bis 3 Prozent der Jahresenergiekosten einspart. Veränderungen außerhalb seines Einflussbereichs - wie Energiepreise, Klimaschwankungen, Steuern und das Nutzungsverhalten des Kunden - werden in der Jahresendabrechnung bereinigt.

Kofler: „Der Kunde riskiert nicht einen Euro.“ Gemessen an den mehr als 500 realisierten Objekten für die Privatwirtschaft und die öffentliche Hand ist der Energieverbrauch - abhängig vom Zustand der jeweiligen Energieanlage - im Durchschnitt um 30 bis 40 Prozent gesunken und - analog dazu - die CO2-Emissionen.

Das große Schweigen über den Heizungskeller

Üblicherweise aber erfährt kaum jemand, was nach Investitionen im Heizungskeller passiert. Tatsächlich können die Abweichungen von den Zielvorgaben erheblich und die Ursachen vielfältig sein. Kofler nimmt den Eigentümern dieses Risiko ab; auch ist eine energetische Betriebsoptimierung ohne systematische Erfassung, Steuerung und Kontrolle der Daten nicht möglich.

Es gehe darum, das Nervenzentrum der Gebäudeleittechnik im Griff zu haben und die Potentiale sinnvoll zu nutzen. Auf diese Weise würden Energieeffizienz und Klimaschutz zu einem prägenden Element für die Nachhaltigkeitsstrategie von Unternehmen und Städten als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.

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