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Büromarkt Die Unterschiede nehmen zu

 ·  Staatsschuldenkrise beeinflusst Büromärkte in Europa

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Die großen Büromärkte in Europa bewegen sich immer weiter auseinander. Das lässt sich an der „Europäischen Immobilienuhr“ ablesen, die das internationale Maklerhaus Jones Lang LaSalle (JLL) quartalsweise erhebt. Nach dem Einbruch im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und 2009 ist die Erholung der Mietpreise im Spitzensegment in London mittlerweile schon weit vorangeschritten. In Osteuropa nimmt sie allmählich Fahrt auf.

Dagegen bleiben die von der Staatsschuldenkrise besonders arg gebeutelten Standorte immer weiter zurück. So sprang zum Beispiel die Spitzenmiete in Moskau im Laufe des zweiten Quartals um 20 Prozent nach oben, während in Athen ein Rückgang um 10 Prozent verzeichnet wurde. Der gewichtete JLL-Mietpreisindex, der die 24 wichtigsten europäischen Büromarkte erfasst, weist für den Zeitraum von April bis Juni einen Anstieg der Spitzenmiete von 2,1 Prozent aus, nach 1,5 Prozent im Vorquartal.

Entwicklung dürfte andauern

Die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Märkte dürfte noch eine Weile andauern. Nach der Beobachtung von JLL ist das Marktgeschehen in Griechenland, Portugal, Spanien und Irland von auslaufenden Mietverträgen, Flächenkonsolidierung und Kostensenkungen geprägt. Dagegen stünden vor allem in London, Paris und Moskau immer weniger erstklassige Büroflächen zur Verfügung. Dieser Mangel trifft auf ein europaweit rückläufiges Fertigstellungsvolumen von neuen Büroflächen, das sich in diesem Jahr mit schätzungsweise knapp 4 Millionen Quadratmetern auf dem niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre bewegen dürfte.

Gleichwohl kann von einem Ansturm auf Büroflächen auch auf den von der Staatsschuldenkrise weniger betroffenen Märkten noch keine Rede sein. Die Flächenexpansion von Unternehmen vollzieht sich vielmehr in einem überschaubaren Rahmen. Unsicherheiten wie die Diskussion über die Zukunft des Euro dämpfen positive Marktimpulse. Zu diesen zählt die inzwischen schon zwei Jahre andauernde Konjunkturerholung. Die Leerstandsquote in Europa hält sich seit Ende 2009 hartnäckig bei über 10 Prozent, zur Jahresmitte waren es 10,2 Prozent. „Für ältere Bestandsflächen, die europaweit den Großteil des Angebots ausmachen, sind beträchtliche Preisnachlässe zu beobachten“, stellen die JLL-Marktanalysten fest. „Daran wird sich auch über 2011 hinaus nichts ändern.“

Nach Ansicht der internationalen berufsständischen Vereinigung Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) dürfte die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, die Leitzinsen anzuheben, das Auseinanderdriften der einzelnen Standorte sogar noch verstärken. „Die Immobilienmärkte in Kerneuropa werden weiterhin gute Zahlen präsentieren“, erwartet RICS-Chefökonom Simon Rubinsohn. In den Peripherieländern des Euroraums dauere dagegen der Kampf mit den Staatsfinanzen und einem schwachen Wirtschaftswachstum an.

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23.05.2013 17:45 Uhr
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