06.09.2005 · Die Maffei-Villa am Starnberger See sollte Sitz eines Museums werden. Doch die Anwohner lehnten ab. Nun fehlt der Villa der rechte Zweck. Ein Verkauf könnte mehrere Millionen Euro einbringen.
Von Inge KloepferAm Starnberger See besitzt der Freistaat ein prachtvolles Jugendstil-haus, die sogenannte Maffei-Villa. Die Villa hat 800 Quadratmeter Nutzfläche nebst einem Grundstück von 8500 Quadratmetern.
Zusammen mit einem angrenzenden Neubau sollte sie die Kunstsammlung des Künstlers und Sammlers Lothar-Günther Buchheim beherbergen und Sitz der Stiftung sein. Die Anwohner lehnten derlei Pläne ab. Das Museum wurde für 22,3 Millionen Euro im Nachbarort gebaut und der Stiftung für 50 Jahre unentgeltlich überlassen. Es wird jährlich mit 510 000 Euro bezuschußt.
Der Zweck ist entfallen
Sitz der Stiftung ist also das neue Museum. Der Zweck für die Überlassung der Villa ist nach Einschätzung des Obersten Rechnungshofs in Bayern entfallen. Veräußert wurde die Villa vom so sehr um Einsparungen bemühten Freistaat dennoch nicht. Im Gegenteil: Der Freistaat zahlt kräftig weiter für Reparaturen und demnächst womöglich auch für eine aufwendige Sanierung. Dabei wäre die Villa zweifelsohne mehrere Millionen Euro wert. 2006 will sich der Landtag mit der Villa befassen.
Inge Kloepfer Jahrgang 1964, Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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