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Immobilien Hauspreise fallen in den meisten Ländern der Währungsunion

Einen Tag nachdem die Bundesbank vor einer Hauspreisblase in Deutschland gewarnt hat, zeichnet die Europäische Zentralbank in ihrem jüngsten Monatsbericht ein düsteres Bild für den restlichen Immobilienmarkt des Euroraums.

© REUTERS Vergrößern „Zu verkaufen“: Schild an einem Haus in Frankreich

Demnach sind die Hauspreise im ersten Halbjahr 2012 annualisiert durchschnittlich um gut 1 Prozent gesunken. Besonders drastisch ist der Preisverfall in Spanien und Irland, wo Immobilien aufs Jahr hochgerechnet durchschnittlich 13 beziehungsweise 16 Prozent an Wert verloren haben. Damit setzte sich der Preisverfall in Irland, wo sich die Werte gegenüber dem Rekordhoch seit 2007 schon halbiert haben und wieder etwa auf dem Niveau des Jahres 2000 liegen, ungebremst fort. In Spanien, wo die Preise erst um ein Viertel gefallen sind, erhöhte sich das Tempo. Die Immobilienkrise in diesen Ländern ist eine Risiko für das Finanzsystem, weil viele der von den Banken vergebenen Hauskredite von Kreditnehmern nicht mehr bedient werden und zugleich der Wert der als Sicherheit gestellten Häuser schwindet.

In Griechenland sanken die Immobilienpreise im ersten Halbjahr annualisiert um gut 9 Prozent. Davon sind die Niederlande noch weit entfernt, wo die Preise um 4,4 Prozent nachgaben. Doch auch dort könnte sich für die Banken ein schwieriges Umfeld entwickeln. Denn die privaten Haushalte in den Niederlanden sind überdurchschnittlich hoch verschuldet. In Frankreich waren die Hauspreise in den vergangenen beiden Jahren noch um jeweils gut 5 Prozent gestiegen. Diese Aufwärtsbewegung hat ich nun auf gut 1 Prozent im ersten Halbjahr 2012 verlangsamt. In Belgien und Deutschland erhöhten sich die Preise nach den Daten der EZB jeweils um 3 Prozent. Den größten Zuwachs gab es in Estland mit plus 10 Prozent.

EZB: Überbewertungen noch nicht vollständig verschwunden

Insgesamt liege der Preisindex für Wohnimmobilien im Euroraum nun rund 3 Prozent unter dem Mitte 2008 unmittelbar vor der Verschärfung der Finanzkrise erreichten Niveau. Die üblichen Bewertungskriterien legten den Schluss nahe, dass die vor der Krise aufgebauten Überbewertungen in einigen Immobilienmärkten zu einem guten Teil abgebaut, aber noch nicht vollständig verschwunden seien, heißt es im Monatsbericht der EZB.

Unterdessen verteidigte EZB-Präsident Mario Draghi das neue Staatsanleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Es solle für ein einheitlicheres Zinsniveau im Euroraum sorgen. Die Zinskosten der Wirtschaft sollten im „stabilen Verhältnis“ zu den Leitzinsen der Zentralbank stehen, sagte Draghi in Mailand. Die Renditen auf Staatspapiere der 17 Euroländer müssten nicht überall gleich sein, aber es sei inakzeptabel, wenn sie aus Angst vor einem Ende des Euro zu stark auseinander lägen. Das neue Anleihekaufprogramm OMT sei ein Werkzeug gegen die „Katastrophe“.

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Obwohl das Programm bisher noch nicht zum Einsatz gekommen sei, drücke es bereits jetzt die Zinsen, was die Ausgabe von Anleihen durch Banken und Unternehmen leichter mache, sagte Draghi. Wenn die EZB künftig wieder Staatspapiere kauft, wird das nach den Worten des EZB-Chefs die Steuerzahler kein Geld kosten. Während die EU-Staats- und Regierungschefs nach einer Lösung für die Krise suchten, „wäre es ein Fehler, keine Entscheidungen zu treffen“, sagte Draghi. Er versicherte, dass die Wahrung von Preisstabilität das Hauptziel der EZB bleibe.

Allerdings haben die von der EZB befragten Fachleute ihre Inflationsprognose gerade erhöht. Sie rechnen nun mit einer Teuerungsrate von 2,5 Prozent in diesem und 1,9 Prozent im nächsten Jahr. Vor drei Monaten hatten sie noch vorausgesagt, dass die Inflationsrate auf 1,7 Prozent sinken würde. Zugleich reduzierten sie ihre Wachstumsprognose für 2013 von 0,6 auf 0,3 Prozent und für 2014 von 1,4 auf 1,3 Prozent.

Quelle: F.A.Z.

 
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