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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Immobilien Es geht auch ohne Makler

 ·  Vermieter sollen verpflichtet werden, die Kosten für Wohnungsmakler zu übernehmen. Ist das eine gute Idee?

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Was SPD und Grüne im Bundestag nicht durchsetzen konnten, versuchen sie nun im Bundesrat aufs Neue: Vermieter sollen verpflichtet werden, die Kosten für Wohnungsmakler zu übernehmen. Entlasten wollen sie damit jene, die in begehrten Lagen verzweifelt eine Bleibe suchen. Doch diese Betrachtung greift zu kurz: In vielen Regionen zahlen die Immobilieneigner schon jetzt die Vermittlungsprovisionen, weil sie sonst auf ihrem Wohnraum sitzen blieben. Das gilt keineswegs nur in strukturschwachen Flächenländern im Osten Deutschlands, wo die Bevölkerung schrumpft und schrumpft.

Der Markt regelt sich also durchaus von alleine. Niemand ist schließlich verpflichtet, dorthin zu ziehen, wo das Leben gerade „hip“ ist - und deshalb Mieten wie Maklercourtage besonders teuer. Ein Rätsel bleibt überdies, wie es mit der vom Grundgesetz geschützten Vertragsfreiheit zu vereinbaren wäre, in einer einzelnen Branche einseitig die Anbieter von Gütern zur Übernahme der Courtage zu zwingen. Und wo bezahlbarer Wohnraum tatsächlich knapp ist, hätten Länder und Kommunen noch Spielräume, an den Ursachen anzusetzen und durch Ausweisung neuer Baugebiete das Angebot zu erhöhen.

Ein Bezahlzwang für Immobilieneigner könnte die Wohnpreise sogar in die Höhe treiben. Denn für Mieterhöhungen gibt es keine gesetzliche Obergrenze, wenn ein neuer Bewohner einzieht (das Bundesland Berlin will dies allerdings ändern). Die Wohnungsbesitzer könnten ihre Ausgaben also letztlich doch auf die Mieter abwälzen - und damit das generelle Mietniveau steigern. Erst recht sinnlos wäre die Vorschrift, wenn sie außerdem für den Verkauf von Immobilien gelten würde: Der Verkäufer könnte die Provision auf den Verkaufspreis drauf schlagen, weil der Erwerber zugleich die Courtage sparen würde.

Ohnehin hat der vielfach anzutreffende Ärger über Makler letztlich ganz andere Gründe. Unbestreitbar ist, dass deren Leistungen in schicken Innenstadtvierteln weit hinter deren Preis zurückbleiben. Wer bloß eine Anzeige schalten muss, damit Wohnungssuchende bei ihm Schlange stehen, hat wenig Aufwand. Zu Recht sehen Betroffene nicht ein, wenn sie alleine dafür zwei Monatsmieten berappen sollen. Aber auch hier wäre Selbsthilfe mitunter die beste Lösung. Denn es gibt viele andere Mittel und Wege für Mieter und Vermieter, ohne Einschaltung eines Vermittlers zueinander zu finden.

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Jahrgang 1959, Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

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