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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Im Gespräch: Thilo Sarrazin „Genug Druckerschwärze für Papiergeld gab es immer“

 ·  In seinem Krisenbuch, das er an diesem Dienstag vorstellt, legt sich Thilo Sarrazin mit großen Teilen der politischen Szene an, die alles für die Stabilisierung des Euro tun will. Im Interview stellt er sich den Fragen der F.A.Z.

Artikel Bilder (6) Lesermeinungen (155)

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Wolfgang Hock

Der Wohlstand Deutschlands beruht auf der Kaufkraft des Auslands

Deutschland ist in erster Linie eine Exportnation, d.h. es braucht viele Handelspartner - andere Länder, die seine Produkte kaufen können.
Geht es diesen Handelspartnern schlecht, exportiert D weniger und in Folge verringert sich der Wohlstand auch in D. Mit oder ohne Euro, D muss darum bemüht sein, dass es den Handelspartnern gut geht.
Ob wir Deutsche es wollen oder nicht, wir leben bereits in einer globalisierten Welt, die aber immer noch globaler werden wird. Dte Firmen produzieren im Ausland, auch ausländische im Inland. Viele dte Marken, wie Blaupunkt z.B., haben mit D überhaupt nichts mehr zu tun, weil sie längst vollkommen in ausländischer Hand sind.
Wir können nicht bei Krisen von unseren Handelspartnern einfach so tun, als hätten wir damit nichts zu tun. Es gibt keine Union ohne Transfers, sei es eine politische oder monetäre. Wenn wir jetzt mit einem „schweizer Modell“ liebäugeln, so ist das sowohl moralisch verwerflich, als auch ökonomisch unsinnig, denn wir haben kein sc

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Guenter Hummelt

Was nützt der Euro

Die Einführung des Euro war zweifellos politisch motiviert, mit der schwachen Hoffnung, daß die
Länder mit Strukturproblemen den finanziellen Spielraum nutzen um zu modernisieren und wettbewerbsfähig zu werden. Statt dessen wurde konsumiert und in unproduktive Bauten
investiert. Das ging also schief. Argumentiert wird auch, daß der Euro der deutschen Wirtschaft ungeahnte Vorteile verschafft. Kann eigentlich nicht sein, wir exportieren zu einem sehr großen Teil in Länder außerhalb der Eurozone. Unsere Nachbarn in Frankreich kaufen den schwarzen GOLF GTI nicht weil sie in Euro bezahlen können, sondern weil es chic ist einen solchen Golf zu haben. Und es ist chic, weil die Karre gut fährt, besser aussieht als die meisten französichen Konkorrenten und wohl auch länger hält. Insoweit ist Sarrazin zuzustimmen, daß die positiven Effekte des Euro
für die Wirtschaftsleistung sehr gering sind.

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Monika Lorenz

Es fragt sich schon,

weshalb er sein Buch überhaupt in der "Feindwährung Euro" verkauft.
Aber eben, die Annehmlichkeiten des Besitzes genügender Mengen Euros nimmt er ann schon gerne und dankbar entgegen.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2012 16:59 Uhr
Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 23.05.2012 16:59 Uhr

Herr Wolfgang Hock,

wenn Sarrazin es dank seiner Popularität schafft, dass sich der deutsche Michel endlich in Gänze über das Dilemma Euro informiert, wäre schon viel gewonnen.

Dem Geschwätz unserer Politiker können wir wohl kaum vertrauen. AMs Mantra von Europa und Euro ist einfach unstimmig. Ihre Beliebtheitswerte für mich unfassbar.

Ich habe bisher kein Buch von Sarrazin gelesen, aber dieses werde ich mir zu Gemüte führen.
Es soll sehr sachlich geschrieben, keine Panikmache usw. und keine leichte Kost sein.

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Wolfgang Hock

Frau Renate Simon,

er will doch nur sein Buch verkaufen. Er sagt doch absolut nichts Neues, alles ist schon einmal von anderen ausführlich und viel komplexer diskutiert worden. Er aber bringt es fertig, dass Millionen sein Buch kaufen. Sein Verdienst ist eigentlich nur, zu zeigen, wie man die Angst der Menschen ausspielt und daran Geld zu verdient ! Finden Sie das gut ???

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Karin Gossmann-Walter

Frau Lorenz

sollte Herr Sarrazin eine Menge Geld und das in EURO damit verdienen, ich gönne es ihm gerne!
Da Sarrazin ein Unbequemer ist, der am liebsten geächtet werden sollte, hoffe ich darauf,
dass es von möglichst vielen zur Kenntnis genommen wird. Er wird dazu zwar nicht allzu vieles Neues schreiben, wie auch schon andere vor ihm. Nur, dass es ein Sarrazin schreibt, müsste doch schon hoffentlich viel Diskussions- und Denkstoff geben.

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 23.05.2012 14:20 Uhr

Liebe Frau Lorenz,

der Euro ist für Sarrazin keineswegs die Feindwährung. Er beklagt vor allem die Unfähgkeit der Politiker, mit diesem Instrument und vor allem den Verträgen richtig umzugehen.
Würden sich alle an die bestehenden Verträge halten, hätten wir etliche Probleme weniger.

Ich bin wahrlich kein Fan dieses Mannes, aber wo er Recht hat, hat nun einmal Recht. Ich hoffe, mogen das Buch in Händen zu haben und ich würde Ihnen raten, erst lesen, dann bekritteln.

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Karin Gossmann-Walter

"Liebe" Regierende und sonstige Politiker sowie gleichgeschaltete Medien....

Nun traut euch doch, habt doch ein bisschen Mut, so wie ihr bei Sarrazin's vorherigem Buch befleissigt gewesen seid, zum Euro Stellung zu beziehen. Seriöse Ökonomen habt ihr abgebürstet und nun noch er, ja der fehlte euch noch.
Und bei Erkenntnis, dass es mächtig schief läuft...die Kehrtwendung einzuläuten; geht nicht, gibts doch nicht, oder?

Ja, ihr macht es nicht, haltet an eurer Euro-Illusion fest.
Diffamiert die, die nicht eure Deutungshoheit haben. Es helfen auch nicht Aussagen, wie von Steinbrück: was Sarrazin sagt, ist bullshit.
Bullshit ist eure Umgehensweise mit dem Euro, mit den europäischen Völkern!

Erklärt uns "einfachem" aber dennoch nicht ganz doofem Volk, dass der
Euro Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit
gebracht hat und noch bringen wird, wir glauben es ganz sicher.

Am 2.6. findet eine Protestveranstaltung gegen eure EU-Machenschaften in München statt, wird wieder die Antwort von euch sein wie in Frankfurt, Heerscharen von Polizei zu schicken ???

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Harald Muller
Harald Muller (FAZguy) - 23.05.2012 10:44 Uhr

Sarrazin hat recht!

Sarrazin hat klare analytische Argumente gegen den Euro dargestellt.
Diese propaganda Politiker, wie Steinbrueck, Merkel USW. bringen nur Floskeln, wie historisch bla, bla bla bla bla. Das ist echt ein Skandal. Diese Politiker sind nicht vom Volk gewählt worden sondern von Lobbyverbaenden. Wir haben damit in Deutschland keine echte Demokratie, sondern nur ein Scheindemokratie, wie auch Olaf Henkel sagte.
Unser System wird so lange gegen jeglichen wirtschaftlichen Sachverstand geführt bis es, wie die DDR kollabiert. Deswegen sollten wir als Wähler nicht mehr die Volksparteien wählen!

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Dr. Johannes Müller-Wachtendonk

Altbekanntes

Eines der häufig genannten "Argumente" gegen Sarrazin lautet, dass er doch gar nichts neues sagt, sondern alle seine Thesen längst bekannt sind. Welcher Offenbarungseid dahinter liegt, ist denen, die sich so äußern offensichtlich nicht erkennbar. Wenn all diese Erkenntnisse bekannt sind, und die Schlussfolgerungen daraus ebenfalls, dann frage ich mich, wieso noch niemand auf die Idee gekommen ist, sich auch dementsprechend zu verhalten bzw. Finanz- und Wirtschaftspolitik danach auszurichten! Mit dem Auftrag, Schaden vom deutschen Volk zu wenden, ist dies m.E. nicht vereinbar.
Ebenso bedenklich sind auch die undemokratischen, verfassungsfeindlichen Beißreflexe gewisser Politiker, die auf skandalöse Weise versuchen wollen, kritische Stimmen zu verbieten. (Siehe auch das Redeverbot für unliebsame Parlamentarier.)
Sarrazin ist kein großer Redner. In unserer Mediokratie müssen sich die Zuschauer offensichtlich erst wieder dran gewöhnen, auf Inhalte zu hören bzw. diese zu erkennen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2012 15:50 Uhr
Wolfgang Hock

Herr Johannes Müller-Wachtendonik,

der gute Sarrazin war die ganze Zeit immer auch beteiligt seit der Einführung des Euro durch seine vielen Ämter, die er durchlaufen hat, gerade auch im Finanzwesen. Warum hat er seinerzeit nie etwas lautstarkes gegen den Euro veröffentlicht ? Warum hat er denn sein so tolles Buch nicht viel früher geschrieben ? Warum kommt er erst jetzt damit an, wo die Krise voll im Gang ist. Jetzt ist es doch sehr leicht, auch noch hineinzustechen und mit den Ängsten der Menschen zu spielen. Genau das tut er, damit sein Buch an Millionen verkauft wird. Denn nur darum geht es ihm.

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Anna Menz
Anna Menz (Anna_Menz) - 23.05.2012 09:44 Uhr

Genug Druckerschwärze

Oh je.
"Es ist nun mal sehr schwer, aus demokratischen Strukturen Entscheidungen zu entwickeln, die langfristige Aspekte berücksichtigen."
Und, gibt es Strukturen, die Herr Sarrazin für besser geeignet hält?
"Der Verlust einer gemeinsamen, verbindenden Sprache der Eliten,..." Es ist Herrn Sarrazin schon klar, dass Deutsch, Französisch oder Latein ebenso wie das Englische auch nur für Muttersprachler keine Fremdsprache ist. Oder will er damit ausdrücken, dass nur die Deutschen/Franzosen eine Bildungselite haben?

Und im ganzen Interview geht es so weiter. Er ist doch ein sehr verbitterter alter Mann. Dabei hat er doch soviel Geld mit seinem Buch verdient und bekommt soviel Pension aus seinen politischen Tätigkeiten. Geld allein macht halt nicht glücklich

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2012 15:55 Uhr
Wolfgang Hock

Frau Anna Menz,

Sie haben mir aus der Seele gesprochen. Endlich mal jemand, der den Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen und sich kritisch zu Sarrazin äußert. Geld allein macht nicht glücklich, deshalb greift er m.E. jetzt zu noch mehr, zur Gier.

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Michael Wagner
Michael Wagner (comic) - 23.05.2012 13:02 Uhr

Unterstellungen

ob Sie mit Ihrem Beitrag der Person S. gerecht werden, wage ich zu bezweifeln.

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nikolaus hesse

Sarrazin

Gelesen habe ich noch kein Buch von Sarrazin, dafuer aber alle Gastbeitraege von+ und Interviews mit Sarrazin.
Der ueberwaeltigende Eindruck ist der maximaler intellektueller Redlichkeit, immer fair
und immer um Ausgleich bedacht.
Die voellige Abwesenheit von Motto, Parole, vorgefasster Meinung+alternativlosen Glaubenssaetzen und die Unaufgeregtheit des Vortrages
bestaetigen den ehrlichen Menschen+ klugen Kopf.
Die Lektuere hier ist eine einzige geistige Wohltat fuer einen durch staendige
populistische Tieffliegerangriffe "grosser Europaeer",
( -ob sie nun Steinmeyer, Steinbrueck,usw. heisen,
-ob der selbsternannte Staatsfilosof Schaeuble mit seinen 3Groschen Weisheiten gemeint ist,
( bei Sarrazins Portrait des "Dr." jur. W. Schaeuble sollten alle Alarmglocken laut laeuten),
-und um die beiden Flintenweiber des gruenen Mob einmal ganz aussen vor zu lassen),
voellig demoralisierten Menschen.

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werner Karl

Aber es könnten die Bäume fürs Papiergeld zuwenig werden.

Als Europäer & Österreicher verstehe ich nicht, warum die deutsche Regierungen -auch schon vorher- sich SO bemüssigt fühlt, für ALLE Europäer zu sprechen und vor allem zu handeln.
Weniger wäre mehr- wir wollen nicht alle in diesem Sumpf untergehen, nur weil "Deutschland" der Meinung ist, es alleine MUSS Europa retten.
Mit Deutschland meine explizit die verantwortlich regierenden- ich weis als Freund der Deutschen, das die Mehrheit des Volkes nicht so denkt wie ihre Nomenklatura.

Dieses FAZ Interview mit SARAZIN ist das beste was mir zum Thema Europa und vor allem Euro untergekommen ist. Auch wir Resteuropäer wollen sicher schlafen und nicht das uns der wirtschaftliche Führer dieses Kontinents - und das ist Deutschland nun einmal- an den Abgrund führt.
Sarazin zeigt eigentlich ALLEN den einfachsten Weg, diesen Abgrund zu umgehen. Ich würde empfehlen dieses Interview jeden deutschen Regierungs-Politikern -plus SPD & Grüne- zu posten - wenn es sein muss 100.000 x an jeden.

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Madeleine Pyka

Interessante Einsichten!

Hier spricht der mundtot gemachte S., den der deutsche Finanzminister mit Schaum vorm Mund niederzugeifern versucht.
Sehr bezeichnend, daß der damalige Bundesbankpräsident keinen Zugang zur Kanzlerin hatte, während diese damals für den Bankenboss 'ne Sause im Kanzleramt veranstaltete.
Und dem angewiderten Zahlvolk von alternativlos schwatzte.

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Alexander Neumann

komisch auch...

... wenn doch der Euro für die Länder in Europa so alternativlos wichtig ist, wie konnte es nur passieren, dass Länder nicht mal vom wirtschaftlichen Niveau Deutschlands, wie die Schweiz und Norwegen, jetzt "plötzlich" so viel besser dastehen? Mysteriös...

Meiner Meinung nach sollten wir uns sowohl europa- sowie innenpolitisch ein Beispiel an den Schweizern nehmen. Es ist sicher auch dort nicht alles perfekt, aber was den Respekt vor dem eigenen Volk angeht ist man uns dort um meilenweit voraus.

Raus aus Euro und EU, das berühmte Ende mit Schrecken statt dem Schrecken ohne Ende, und Besinnung auf Partner die es früh genug begriffen haben um es gleich zu lassen. Das wäre den anderen Mitgliedern gegenüber ein fieser Schlag und würde wohl das generelle Ende der EU bedeuten, aber man kann auch nicht unendliche Rücksicht auf Kosten der eigenen Bürger walten lassen, irgendwann muss einfach mal Schluss sein.

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Roswitha Wels

Eine lesenswerte Lektüre

Ich habe mir das Buch heute morgen gekauft und bereits ein ganzes Stück gelesen. Ich kann an Sarrazin´s Ausführungen nichts Verwerfliches entdecken, im Gegenteil, denn er erklärt die Entwicklung und Fortführung der Krise explizit und sehr zeitnah und für jedermann verständlich.
Vor allen Dingen seine Ausführungen im Kapitel "Was ist Europa?" mit den fünf wichtigsten Ereignissen in der europäischen Geschichte werden so manchem Leser die Augen öffnen. Das alles hat nichts mit Links- oder Rechtsextremismus zu tun. Entsprechend zu seinen Gunsten muß ich meine Meinung, die zuvor durch die Medien geprägt war, stark revidieren.

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Robert Goldmann
Robert Goldmann (RMGD) - 22.05.2012 23:26 Uhr

Euro - auch das geriet in Vergessenheit

Noch vor den 4+2 Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung kam die Forderung von Francois Mitterand und Jaques Attali: Wiedervereinigung nur mit deutscher Akzeptanz des Euro. Keine Spur von Harmonisierung in der EU! Spezifisch entruestete sich Mitterand ueber die "Atombombe" (woertlich) der Bundesbank, welche mit Stabilitaetspolitik das Vorgehen der Banque de France praejudizierte, und dadurch die Expansion des franzoesichen Staatsapparates eindaemmte. Natuerlich wurde das Ganze emotional aufgeladen mit der Bemerkung, dass Deutschland doch den Krieg verloren hatte. (Die Deutschen liessen sich damals davon stark beeindrucken und scheuten die "Isolierung" in der EU.) Attali fasste zusammen, dass man mit dem Euro eigentlich die Dominanz der verhassten Deutsche Mark beenden wollte. - Der ClubMed kam natuerlich hinzu, um mithilfe der Bonitaetsvorteile des Euro gegenuber den alten eigenen Waehrungen die Staatsfinanzierung, d.h die Zinszahlungen auf Regierungsanleihen zu verbilligen.

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Matthias Ehrich

Eine wählbare Alternative existiert!

In der Vergangenheit gab es von seiten der CSU die Absicht, sich
in Konkurrenz zur CDU im gesamten Bundesgebiet auszudehnen. Nach-
dem die CDU - weil sie für bürgerliche Menschen inzwischen kaum
noch wählbar ist - immer mehr schwächelt, wäre doch jetzt der
richtige Moment für die CSU als konservative Partei, sich über
das gesamte Bundesgebiet auszudehnen.

Inzwischen zeigen die Leserbriefe zu wirtschafts- und gesell-
schaftspolitischen Themen in den bürgerlichen Medien eine unter
5% liegende Zustimmung zum Regierungshandeln. Von daher, und das
ist die Meinung der allermeisten Leserbriefschreiber, würde eine
neue bürgerliche Partei sehr erfolgreich sein. Dem steht aller-
dings die öffentliche linke Meinungsmacht entgegen, sodaß die
Gründung einer neuen konservative Partei wohl kaum Erfolg hätte.
Bei den wenigen Neugründungen, die das inzwischen versuchen, ist
wegen der 5%-Hürde kaum mit Erfolg zu rechnen. Die CSU befände
sich bei ener Ausbreitung im

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2012 16:22 Uhr
Matthias Ehrich

CSU als Wahlalternative

Sehr geehrter Herr Seidl,

natürlich ist es sinnlos, den Zeiten von FJS hinterher zu weinen.
In meinen Augen stellt die CSU momentan das kleinste Übel dar.
Wenn die CSU viele Wählerstimmen gewinnen würde, wäre es schon
wahrscheinlich, daß sie sich - allein schon um diesen Trend zu
fördern - verstärkt an ihre bürgerliche Vergangenheit erinnern
und sich politisch wieder dieser Linie annähern würde. In meiner
Partei (FDP) hatte ich den Vorschlag gemacht, die Koalition
sofort zu beenden und - mit ehrlichem Bedauern - in dem dann
ausbrechenden Wahlkampf zuzugeben, daß man sich geirrt habe und
diesen Irrtum jetzt korrigieren wolle. Dies würden vermutlich
viele Nichtwähler honorieren. Ich lese jeden Tag mehrere hundert
Leserbriefe ("dem Volk aufs Maul schauen") in den unterschied-
lichsten online Medien. Dabei ist zu erkennen, daß es derzeit
praktisch keine Zustimmung mehr zur Regierungspolitik gibt. Da
kann man unseren Regierenden nur den Rat geben, "sich ein neues
Volk zu wählen".

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Matthias Ehrich

Ausbreitung der CSU im gesamten Bundesgebiet als Wahlalternative

Sehr geehrter Herr Kaufmann,

über die Partei der Vernunft denke ich ebenso wie Sie: sie macht
einen sehr sachlichen & unideologischen Eindruck. Nur leider wird
sie kaum die 5%-Hürde überwinden, dazu ist die linke Meinungsmacht
zu stark.

Die CSU ist etabliert und wäre bei einer Ausbreitung im gesamten
Bundesgebiet, da für sie das Problem der 5%-Hürde nicht besteht,
in einer weitaus komfortableren Lage. Sie würde viele Stimmen der
stetig wachsenden Gruppe der Nichtwähler (die NRW-Wahl hat es ge-
rade wieder gezeigt) erhalten und könnte so das fehlende Gegenge-
wicht zum linksorientierten Mainstream bilden. Das sich anbahnen-
de und von vornherein zum Mißerfolg verurteilte neue sozialisti-
sche Großexperiment könnte so vielleicht noch aufgehalten werden.

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Andreas Seidl
Andreas Seidl (ASeidl) - 23.05.2012 13:38 Uhr

Herr Ehrich

Die CSU ist nicht die Partei, für die sie sie halten. Das fängt bei dem Berlin-weichgespülten Herrn Seehofer an, der die Kanzlerin lobt und alles zur Eurorettung mitbeschließt. Tatsächlich ist die CSU ebenfalls eine sozialdemokratische Partei, die den Sozialstaat weiter aufblähen (Betreuungsgeld) möchte.
Die Partei die sie und ich sich wünschen gibt es (noch) nicht!

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Matthias Kaufmann

Partei der Vernunft

Sehr geehrter Herr Ehrich,

es gibt eine neue Partei, die Partei der Vernunft, einfach mal im Internet nachschauen. Dort fühle ich mich am ehesten aufgehoben. Bei der NRW-Wahl standen sie zum ersten Mal auf dem Wahlzettel, mit 0.1% der Stimmen sicher zu wenig, aber kein schlechtes Ergebnis für eine neue, unbekannte Partei. Wenn es so weiter geht, wird die PDV sicher bald mehr Zulauf finden!

Besten Gruß,
Matthias Kaufmann

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günther reichert

@Renate Simon/Köhlers Rücktritt/....was für ein" Spiel" wird bei deutschen Regierenden gespielt?

Renate Simon (-simon-) - 22.05.2012 15:55 Uhr

Köhler wurde gezwungen,

noch auf dem Rollfeld (er war grad gelandet) einen Vertrag zu unterzeichnen. Ich meine, es war der Lissabon-Vertrag, der da noch umstritten war.
Der war nicht beleidigt, der wusste sich nur nicht mehr anders zu helfen. Offen gegen AM opponieren, lag ihm wohl nicht, also der Rücktritt.
-------------------------------------------------------------------------------
Wenn das stimmt und auch das ,was bei der Überstimmung von Staatssekretär Köhler u.a. einst im Bundesfinanzministerium bei der Einführung des Euros durch Kohl(welcher Deal wurde mit Mitterand gemacht?)vorgegangen ist,dann kann man sich lebfaft vorstellen ,dass der Schwabe Köhler die Schnauze voll hatte,als er wahrscheinlich gemerkt hat,dass man mit ihm das "fait accompli" spielt und er bei einem weiteren Anlaß dann zurücktrat(im Prinzip wie bei Brandt wegen Guillaume).Das Ganze wirft aber ein verflucht schlechtes Bild für die jeweils Regierenden ab.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2012 12:47 Uhr
Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 23.05.2012 12:47 Uhr

Herr Reichert, haben Sie denn den von Köhler genannten Grund

zum Rücktritt je geglaubt? Leider kam der Vorfall der Vertragsunterzeichnung gleich nach Landung nur sehr spärlich in der Presse zur Sprache. Ich kann Ihnen heute auch nicht mehr sagen, wie ich davon Kenntnis bekam, aber Köhler soll sehr ungehalten gewesen sein und nur aufgrund des Zeitdrucks, den AM machte, seine Unterschrift an Ort und Stelle geleistet haben.

Stimmig war seine heftig kritisierte Äußerung zum Afghanistan-Einsatz. Es geht es immer nur um Wirtschaftsinteressen, Ressourcensicherung etc., nur zugeben will das keiner.

Aber unterdessen wissen wir ja, wie AM mit Menschen umgeht, sie für ihre Zwecke missbraucht und ausnutzt. Wer ihr nicht dient oder wer widerspricht, fliegt.

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Michael Weiss

Die Frage ist ...

was fangen wir mit dieser Erkenntnis an? T.S. spricht mir und vielen meiner Bekannten voll aus der Seele, aber wie wollen wir das ändern? Volksaufstand? Die Deutschen? -Sicher nur im Märchen. Merkel und Schäuble haben jede Bodenhaftung zum Wähler verloren, schweben irgendwo in anderen Sphären. Aber welche Alternativen haben wir denn? Steinbrück? Steinmeier? Den feisten Gabriel? Sie alle stehen für unreflektierte Speichelleckerei den anderen Eurostaaten gegenüber incl Eurobondsgarantie.Wenn wir den Karren schon vor die Wand fahren, dann richtig. Wen also bei der nächsten Wahl wählen? Ich habe das erste mal Angst vor einer Bundestagswahl. Merkel behalten? Grausame Vorstellung. Einen der Steinis? Noch schlimmer. Quo usque tandem abutere ... möchte man da unseren Politikern zurufen. Jeder schimpft, aber nichts wird sich ändern, weil wir Deutschen viel zu behäbig und obrigkeitsliebend sind. DAS ist das eigentliche Dilemma.Die Griechen streiken um unser Geld - wo aber streiken die Deutschen?

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Konstantin Schneider

Immer muss alles deutsch sein, damit es funktioniert

Ich weiss nicht, was das soll, dass alle nach deutschem Vorbild funktionieren müssen, damit es im Zusammenspiel klappt. Dann ist das doch Sklaverei oder etwa nicht? Ach nee, nur Unterwürfigkeit. Haben denn die anderen Nationen nicht recht, wenn sie sagen, Deutschland mach mal halblang? Die jetzige IWF-Chefin Lagarde hat das doch mal gesagt und schon steckte Frankreich wieder in der "Faulenzer und Savoir-Vivre Falle". Solch ein Leben nur nach DIN ist doch völlig langweilig. Warum nehmen wir nicht wenigstens mal wieder die Uhr zum Vorbild? Dann könnte man sagen, Frankreich Rente mit 64 und Deutschland Rente mit 64 statt 67. So wird ein Schuh draus!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2012 17:08 Uhr
Martin Klocke
Martin Klocke (mampo) - 23.05.2012 17:08 Uhr

Nee, es muss nicht alles Deutsch sein

Das glauben nur die ganzen Euroretter und Alternativlosen und Rettungspaketler.
Der Euro ist eine sehr deutsche Währung, die in ihrer Planung die stabilste Währung damals, die D-Mark ersetzen sollte. Alle Länder haben nach so einer stabilen Währung gelechzt. Und alle Bedingungen hierzu unterschrieben.
Nun jedoch tut man so, als hätte man diese Bedingungen nie gehört und will trotzdem alle Vorteile genießen! Das funktioniert so nicht. Und demnach ist der einzige Weg für Länder, die immer schon Inflationen von 10-20% hatten, entweder aus dem Euro rauszugehen und wieder handlungsfähig zu werden oder aber unmündig an die selber unterschriebenen Verträge gebunden fremdgesteuert zu werden. Niemand soll am deutschen Wesen genesen. Aber das glauben viele unserer Alternativlosen Euroretter. Ich finde es erbärmlich, dass nun einige Länder faktisch ihre Autonomie verloren haben, weil sie nicht Manns genug sind, die Konsequenzen zu ziehen.

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Jan Poppe
Jan Poppe (Kwich) - 23.05.2012 10:19 Uhr

Es gibt zwei Arten von Reichtum.....

....den gewonnenen, geerbten (zum kleinen Teil) und erschummelten Reichtum der zu Recht dem jetzigen Besitzer keinen Respekt per se abfordert

und es gibt den hart erarbeiteten Reichtum der Anerkennung verdient.

Deutschland als Rohstoff armes Land konnte nur durch die Faktoren Fleiß, Sparsamkeit und Ideen/Bildung/Kultur prosperieren.
Unseren Reichtum haben wir unser aller Hände Arbeit zu verdanken. Darauf können - nein müssen !- wir stolz sein und eigentlich sollten die anderen Staaten uns dafür respektieren und nicht wie es geschieht neiden.
Alles soll Deutsch sein weil diese o.g. deutschen Tugenden eben wie kein anderes das natürliche ökomenische System des Kapitalismus unterstützt.
Gepart mit der genial einfachen Idee den Kapitalismus so sein zu lassen wie er ist (ändern kann man ihn halt nicht!) und nur die hässliche Fratze seines Antlitzes zu pudern -sprich "Soziale MArktwirtschaft" zu betreiben- brachte uns voran.
EU : DE kopieren statt Kolonismus 2.0. Es ist unser Lohn!

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Otto Anormal

Das Rezept Sarrazin

Dieses Interview zeigt recht schön, wie das Rezept Sarrazin's aussieht.
Auf der einen Seite glänzt er mit Fachwissen und überlegten Meinungsäußerungen, zwischendurch gibt es aber immer wieder mal eine Prise grober Vereinfachung oder auch fast schon bösartige, zumindest aber höchst arrogante, Polemik ("Wenn sie nur davon ihre Strände gefegt, schöne Imbissbuden gebaut ...")

Ich werde in Kürze 30 und muss mir gerade anschauen, wie Starrköpfe Europa an die Wand fahren lassen, damit sich einige Rentner auf ihre letzten Tage bloß keine Sorgen um ihren Kapitalstock machen müssen (das war jetzt absichtlich Polemik a la S.).

Anmerkung am Rande: Wer sich im Jahr 2012 in Europa Elite nennen will, von dem kann man meiner Meinung nach erwarten, dass er mehr als nur Englisch als Fremdsprache versteht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2012 13:24 Uhr
Dietmar Fleischhauer

Das ist keine Polemik, ...

sondern eine Überspitzung, die nur den Kern des Problems aufzeigt. Griechenland hat praktisch nichts Produktives zu bieten, das ist doch eine frappierende Tatsache. Also sollten sie sich auf das besinnen, was sie haben, und das ist nun mal hauptsächlich Sonne, Olivenhaine und schöne Strände. Man kann sich natürlich auch der Realität verweigern, aber man sieht ja, was dabei herauskommt.

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alois schneider
alois schneider (formal) - 22.05.2012 21:15 Uhr

mir wird vor allen Dingen eines klar

da verbunkert sich eine politische Klasse im Führerbunker und fabuliert von Frontabschnitten, die noch gehalten werden können, während sie schicksalsergeben und rat- und hilflos auf den Untergang warten.
Wie wurde doch gleich der komplizierte gordische Knoten gelöst ...?

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Wolfgang Richter

Danke

Während sich in Welt online nur ein Hetzartikel von Herrn Posener gegen Sarrazin und seine bösen Leser findet, bringt die FAZ ein ruhiges, sachliches Interview.
Das unterscheidet unabhängigen Qualitätsjournalismus von manipulierender Lobby-Presse.
Der FAZ wünsche ich eine lange, erfolgreiche Zukunft und viele Abonnenten.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2012 16:26 Uhr
Dr. Johannes Müller-Wachtendonk

Sie haben recht!

Ich möchte ergänzen, dass die FAZ mittlerweile das einzige große Printmedium in Deutschland ist, das undogmatisch Diskussionen fördert, sich zwar gelegentlich einige Meinungen erlaubt, doch immer dem Grundsatz folgt, man möge auch die andere Seite hören. Bei Zeit, SZ, Spiegel, Welt und vielen anderen ist dies offensichtlich nur schwer möglich, zumindest aber äußerst gut kaschiert. Die FAZ spielt in puncto Informationsgehalt und Meinungsvielfalt in Deutschland in einer eigenen Liga.

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Dietmar Fleischhauer

Na ja, der Herr Posener

Der kann nun mal nicht anders.

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