25.04.2005 · Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April zum dritten Mal in Folge verschlechtert. Das Ifo-Institut rechnet deshalb mit einer schwachen Konjunktur. Im Wirtschaftsministerium dagegen herrscht weiter Optimismus.
Die deutsche Wirtschaft hat die Hoffnungen auf einen spürbaren Aufschwung in den nächsten Monaten weitgehend begraben. Im April verschlechterte sich die Stimmung bei den Firmen zum dritten Mal in Folge.
Der Ifo-Geschäftsklimaindex ging stärker als von Experten erwartet von 94,0 auf 93,3 Punkte zurück. „Dies deutet darauf hin, daß die konjunkturelle Dynamik auch in den nächsten Monaten schwach sein wird“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Montag in München. Vor allem in der Industrie und im Großhandel verschlechterte sich die Stimmung.
Regierung: Keine konjunkturelle Trendwende
Die Bundesregierung geht trotz des abermaligen Rückgangs des Ifo-Geschäftsklimaindex nicht von einer Trendwende für die deutsche Konjunktur aus. Der Ifo-Index habe sich in den vergangenen Monaten eher seitwärts bewegt, sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Montag in Berlin. „Vor diesem Hintergrund werten wir die jüngste Verschlechterung des Ifo-Geschäftsklimas nicht - wie es hier und da zu lesen ist - als konjunkturelle Trendwende.“
Die realwirtschaftlichen Indikatoren hätten sich zuletzt positiv entwickelt. Zudem lasse eine optimistischere Stimmung im Einzelhandel auf eine allmähliche Besserung der Binnennachfrage schließen.
Vor allem künftige Entwicklung schlechter bewertet
Der Ifo-Geschäftsklimaindex gilt als der wichtigste Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Bei drei Anstiegen oder Rückgängen in Folge spricht das Ifo-Institut traditionell von einer Trendwende. „In diesem Jahr tut sich nicht mehr viel“, sagte Ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb. Die Stimmung sei querbeet durch alle Branchen gedämpft, mit Investitionen hielten sich die Unternehmen weiter zurück.
Grundlage des Ifo-Geschäftsklimaindex ist eine Befragung von etwa 7.000 Unternehmen in Deutschland. Im April bewerteten die Firmen vor allem die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter. Der entsprechende Erwartungsindex sank von 94,6 auf 93,6 Punkte. Ihre aktuelle Situation beurteilten die Unternehmen ebenfalls etwas negativer. Der Geschäftslage-Index ging von 93,3 auf 93,1 Punkte zurück.
Konjunkturprognose werden wohl gesenkt werden
Leicht positive Signale gab es im April auf niedrigem Niveau lediglich im Einzelhandel und im Baugewerbe. Eine Trendwende zum positiven ist derzeit nach Einschätzung Nerbs nicht in Sicht. „Es müßte endlich ein Investitionszyklus in Gang kommen.“ Dazu müßten die Firmen aber nachhaltig Vertrauen in einen Aufschwung fassen.
Mit dem Rückgang des Ifo-Index haben sich die Aussichten für das laufende Jahr weiter verschlechtert. An diesem Dienstag (26. April) legen die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute - darunter auch Ifo - ihr gemeinsames Frühjahrsgutachten vor. Experten gehen davon aus, daß die Institute ihre Wachstumsprognose deutlich nach unten korrigieren. In ihrem Herbstgutachten hatten sie für 2005 noch ein Wachstum von 1,5 Prozent vorhergesagt. Auch die Bundesregierung wird ihre Wachstumsprognose für 2005 von bisher 1,6 Prozent am Freitag wohl senken.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.388,39 | +0,84% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2526 | −0,12% |
| Rohöl Brent Crude | 106,94 $ | −0,30% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
Anonym bewerben? Ist das gut?