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IAA 2005 Neue Anbieter, neue Autos, neue Hoffnung

27.08.2005 ·  Rund 80 Weltpremieren zeigen die Autokonzerne Mitte September auf der IAA. Einige Hersteller holen Trends nach, die sie bisher verschlafen haben. Manches neue Modell ist zum Erfolg verdammt. Und die Chinesen stehen vor der Tür.

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Die IAA 2005 in Frankfurt ist für die Autobranche eine Messe der Hoffnungen. Die einen wollen an alte Erfolge anknüpfen, andere versuchen, einen Trend einzuholen, den sie verschlafen haben, und für manchen Autokonzern geht es bei der Präsentation eines neuen Modells um sehr viel, wenn nicht ums Überleben.

Rund 80 Weltpremieren zeigen die Autokonzerne auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA vom 15. bis 25. September dem erwarteten Millionenpublikum. Hingucker aus deutscher Sicht sind sicherlich die neue S-Klasse von Mercedes-Benz, der Porsche Cayman, der erste Audi-Geländewagen Q7, die Kombis der Baureihen VW-Passat und 3er BMW oder die neuen Cabrios von Volkswagen und Opel.

Drei neue Anbieter aus China

Aber das ist nicht alles, schließlich sind da noch Autos von Geely, Brilliance und Landwind. „Nie gehört“, werden viele Messe-Besucher sagen. Doch das wird sich nach Ansicht des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer bald ändern. „Das, was vor 40 Jahren die Japaner waren und vor 15 Jahren die Koreaner machten, deutet sich für 2005 für die Chinesen auf der IAA an.“

Die drei genannten chinesischen Autobauer kommen erstmals nach Frankfurt. Sie seien „sehr, sehr ernst zu nehmen“, sagt Dudenhöffer, Direktor des Center of Automotive Research der FH Gelsenkirchen. Die Chinesen orientierten sich sehr an Qualität und würden vom erwarteten Markteintrittsjahr 2010 an für einen massiven Preisdruck sorgen. „Wer jetzt nicht seine Kostenstrukturen in Ordnung bringt, wird es schwer haben“, sagt Dudenhöffer (siehe auch: Autos aus Fernost für Europa).

Punto, Clio, Civic - große Konkurrenz bei Kleinwagen

Dabei denkt Dudenhöffer wie andere Branchenbeobachter auch an Fiat. Die Italiener präsentieren in der Frankfurt den neuen Punto - der zum Erfolg verdammt ist und als der große Hoffnungsträger für die Turiner gilt.

Ebenfalls im Kleinwagensegment ist der neue Clio für Renault ein ganz wichtiges Modell - der Vorgänger ist sehr in die Jahre gekommen und war zuletzt nur mit großen Rabatten abzusetzen. Die Franzosen benötigen den Erfolg in der für sie so wichtigen Kleinwagenklasse. Da allerdings ist die Konkurrenz bekanntlich groß - so stellt auch Honda mit dem neuen Civic ein Volumenmodell vor.

Mercedes will die Marktführerschaft zurückerobern

Mehrere Nummern größer geht es bei der neuen S-Klasse von Mercedes-Benz zu. Der traditionelle Marktführer der Luxusklasse will seine Top-Position zurückerobern, die aufgrund des Lebenszyklus der alten S-Klasse zumindest in Deutschland zwischenzeitlich an neuere Modelle wie den Audi A8 oder 7er BMW verloren worden war. Dudenhöffer erwartet, daß die Marke 2006 die weltweite Top-Position mit der S-Klasse zurückerobern werde (siehe auch: Die neue S-Klasse: Kampf in der Luxusklasse).

Audi habe das Segment der so genannten SUV sträflich vernachlässigt. Der Q7, der Anfang 2006 auf den Markt kommen soll, sei deshalb von großer Bedeutung, meint der Wissenschaftler. Porsche will mit dem Cayman, einem Sportwagen auf Boxster-Basis, die Absatzmarke von 100.000 Autos reißen. Die geplante vierte Baureihe wird in Frankfurt noch nicht gezeigt.

Auch Treibstoffeinsparung ein Thema

IAA-Besucher können sich auf weitere Neuauflagen freuen - darunter Fiesta und Vectra, Cabrios wie der neue Volvo C 70, Toyotas Angriff in der Premium-Mittelklasse mit dem Lexus IS, außerdem Studien aus aller Welt.

Doch vor den Toren des Messegeländes wird sie die Realität mit enormen Spritpreisen wieder einholen (siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Billiger tanken). Deshalb dürfte das Thema Treibstoffeinsparung und alternative Antriebe zu einem wichtigen Trend der weltgrößten Automesse werden, schätzt das Prognose-Institut B&D-Forecast aus Leverkusen. Alle wichtigen deutschen Hersteller werden am Main ihre Hybrid-Modelle zeigen, die teilweise schon 2006 in Serie gehen könnten. „Und der Partikelfilter für Dieselmotoren steht auf jedem Stand“, erwartet das Institut.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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