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Hypotheken Mehr Hilfe für Hausbesitzer in Amerika

13.11.2008 ·  Rund 5,2 Millionen Amerikaner werden bis 2010 ihr Haus verlieren, schätzen Ökonomen. Eine halbe Million Schuldner hat bereits mit der Zwangsversteigerung begonnen. Mehrere Großbanken wollen nun die Tilgung erleichtern.

Von Norbert Kuls, New York und Claus Tigges, Washington
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Mehrere amerikanische Großbanken und die amerikanische Regierung haben neue Initiativen angekündigt, um von Zwangsversteigerungen bedrohten Hypothekenschuldnern zu helfen. Der größte amerikanische Finanzdienstleister Citigroup will in den kommenden Monaten möglicherweise die Konditionen von Hypotheken im Volumen von 20 Milliarden Dollar verändern. Dazu werden die beiden verstaatlichten Immobilienfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae Hypothekendarlehen von einigen hunderttausend Hausbesitzern zu günstigeren Konditionen umschulden. Das hat James Lockhart, Direktor der zuständigen Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency, angekündigt, die die beiden Gesellschaften kontrolliert. Zuvor hatten die Banken J.P. Morgan Chase und Bank of America ähnliche Initiativen angekündigt.

Zahlungsausfälle bei Hypotheken und Zwangsversteigerungen in den Vereinigten Staaten waren der Auslöser der andauernden globalen Finanzkrise. Ende Juni waren nach Angaben des Verbandes der amerikanischen Hypothekenbanken mehr als 4 Millionen Hausbesitzer mindestens einen Monat mit ihren Ratenzahlungen in Verzug. Eine halbe Million Schuldner hat mit dem Prozess der Zwangsversteigerung begonnen. Ökonomen wie Mark Zandi vom Informationsdienst Moody's Economy.com rechnen damit, dass bis zum Jahr 2010 rund 5,2 Millionen Amerikaner ihr Haus verlieren werden.

Paulson: Amerikanisches Rettungspaket zeigt Wirkung

Wirksame Hilfen für Hausbesitzer könnten die amerikanische Konjunktur stützen, weil das den Häusermarkt stabilisieren würde. Die Banken, die zunehmend notleidende Hypotheken- und Verbraucherkredite abschreiben, könnten ihre daraus resultierenden Verluste begrenzen.

Über den nötigen Umfang der Hilfe wird in Washington und an der Wall Street derzeit debattiert. Die bisherigen staatlichen Hilfen für die amerikanische Finanzbranche zeigen nach Ansicht von Finanzminister Henry Paulson Wirkung, müssen aber anders als geplant eingesetzt werden. In einer Zwischenbilanz kündigte Paulson am Mittwoch in Washington an, Mittel aus dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket auch zur Stützung des Verbraucherkreditmarktes verwenden zu wollen. Die ursprüngliche Absicht, den Banken notleidende, mit Hypotheken verbundene Vermögenswerte abzukaufen, sei „nicht der effektivste Weg“, das Geld einzusetzen, sagte Paulson.

„Leute aller Schichten brauchen Hilfe“

Nach Ansicht der Vorsitzenden der Einlagensicherungsbehörde FDIC, Sheila Bair, greift der jetzt von Fannie Mae und Freddie Mac vorgestellte Plan zu kurz. „Das reicht nicht aus, um die nötige Änderung von notleidenden Hypotheken in großem Umfang zu erreichen“, kritisierte Bair. Bair fordert, einen Teil des jüngst vom Kongress verabschiedeten 700-Milliarden-Dollar-Rettungspakets für die Banken zum Kampf gegen Zwangsversteigerungen zu nutzen.

Auch die Wirksamkeit der privatwirtschaftlichen Initiativen wird von Kritikern in Frage gestellt. Das Hilfsprogramm der Citigroup richtet sich auch an Personen mit noch guter Kreditwürdigkeit. „Das wirkliche Problem in den Vereinigten Staaten ist jetzt die steigende Arbeitslosigkeit“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Citigroup-Hypothekensparte Citimortgage, Sanjiv Das. „Wir sehen, dass Leute aller Schichten Hilfe brauchen.“ Die Citigroup, Fannie Mae und Freddie Mac erwägen, für betroffene Hypothekenkunden den Zinssatz zu verringern und die Kreditlaufzeit zu verlängern, um die monatlichen Raten zu senken.

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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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