08.05.2009 · Der Großteil der Aktionäre der Hypo Real Estate hat seine maroden Aktien an den Bund verkauft. Dabei mag die Einsicht überwogen haben, dass ein geringer Preis immer noch besser ist, als zu einem noch niedrigeren enteignet zu werden. Die Drohkulisse hat gewirkt. Der Steuerzahler lässt sich nicht beliebig melken.
Von Henning PeitsmeierDie Drohkulisse hat bei der Hypo Real Estate gewirkt. Ein Großteil der Aktionäre hat das Angebot angenommen und die wertlosen Aktien dieser maroden Bank zu 1,39 Euro an den Bund verkauft. Vielfach mag die Einsicht überwogen haben, dass ein geringer Preis immer noch besser ist, als zu einem noch niedrigeren enteignet zu werden. Nun haben sich zwar nicht mehr als die Hälfte der HRE-Aktionäre so entschieden. Aber die vom Bund nun gehaltenen 47,31 Prozent entsprechen einer faktischen Mehrheit.
Der Bund kann frei schalten und walten, kann den Immobilienfinanzierer rekapitalisieren und nach einer Hauptversammlung im Juni die restlichen Aktionäre herausdrängen. Dieser Squeeze-out mag die Gerichte noch auf Jahre beschäftigen. Dass die Drohkulisse der Enteignung aber richtig war, beweist der Aktienkurs der HRE: Auch am Donnerstag lag er über 1,39 Euro, weil immer noch einige Spekulanten erwarten, einen höheren Preis herausschlagen zu können. Das ist ein Irrglaube. Der Staat und damit auch der Steuerzahler lässt sich nicht beliebig melken. Und es besteht Hoffnung, dass die erste Vollverstaatlichung einer Bank in der Geschichte der Bundesrepublik ein Einzelfall bleibt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.388,39 | +0,84% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2526 | −0,12% |
| Rohöl Brent Crude | 106,94 $ | −0,30% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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