02.06.2009 · Die Hauptversammlung der angeschlagenen Hypo Real Estate ist ein Showdown der Frustrierten. Die Verstaatlichung einer Bank ist eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Vielen HRE-Aktionären muss auch einmal deutlich gesagt werden, dass der Steuerzahler nicht erpressbar ist.
Von Henning PeitsmeierDie Verstaatlichung einer Bank ist eine Zäsur in der deutschen Nachkriegsgeschichte. So fraglich dieser Schritt ordnungspolitisch ist, er ist ohne Alternative. Die marode Hypo Real Estate ist von systemischer Bedeutung. Der Ausfall ungedeckter Schuldverschreibungen würde alle treffen. So hat der Bund bisher seine Milliardenhilfen für die HRE begründet, und so verteidigt er jetzt die Kapitalerhöhung, in der er das Bezugsrecht für Altaktionäre ausschließt.
Weil der Bund diese Kapitalerhöhung gleichzeitig mit einer positiven Fortführungsprognose für die Immobilien- und Pfandbriefbank verknüpft, die Kleinanleger aber genau an dieser Perspektive nicht teilhaben lässt, zieht er sich lautstarke Aktionärsproteste zu. Das Kapitalmarktrecht hat am Tag dieser denkwürdigen Hauptversammlung Schaden genommen.
Warum die HRE komplett verstaatlicht werden muss, bei IKB oder Commerzbank aber Kleinaktionäre an Bord bleiben dürfen, bleibt das Geheimnis des Bundes. Allen HRE-Aktionären, die in der Versammlung jedes Maß für sachliche Kritik verloren haben, muss aber deutlich gesagt werden, dass auch der Steuerzahler nicht erpressbar ist. Ohne die Milliardenhilfe des Bundes wären die HRE-Aktien völlig wertlos.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.319,85 | −3,26% |
| Dow Jones | 12.154,10 | −1,93% |
| EUR/USD | 1,2397 | +0,29% |
| Rohöl Brent Crude | 98,39 $ | −3,18% |
| Gold | 1.558,00 $ | 0,00% |
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