Selten hat es so schlechte Geschäfte gegeben. Aber der Einstieg des Bundes in die Hypo Real Estate ist ohne Alternative. Der Skandalbank fehlt so viel Eigenkapital, dass ihr ohne kräftige Staatsbeteiligung die Schließung droht. Und die HRE ist so marode, dass sie auf Jahre hinaus keine Gewinne erwirtschaften wird.
Wenn der Bund jetzt 20 Millionen Aktien zu je 3 Euro übernimmt, ist das nur ein symbolischer Akt. Voraussichtlich braucht die HRE mindestens 6 Milliarden Euro frisches Eigenkapital und wohl auch noch neue Milliardengarantien, um durch die Krise zu kommen. Am Ende ihrer Verstaatlichung könnte die Enteignung der Aktionäre stehen. Das wäre bitter.
An dem ehemaligen Dax-Konzern sind nicht nur amerikanische Großinvestoren beteiligt, sondern auch Tausende von Kleinaktionären. Ihre Anteile sind zwar de facto nichts mehr wert, aber eine Enteignung nähme den Sparern die vage Aussicht auf bessere Zeiten. Trotzdem müsste der Bund auch diesen Weg bis zum bitteren Ende gehen. Offenbar kann nur eine Rettung der HRE den Zusammenbruch des Finanzmarkts verhindern – auch um den Preis, dass das Vertrauen vieler Menschen in die Aktionärsdemokratie verlorengeht.
Quark mit Soße
Holger Muschal (Holly01)
- 29.03.2009, 20:10 Uhr
HRE ist kein Systembruch
Rainer Krug (rakr)
- 30.03.2009, 15:34 Uhr
Wo ist die Verantwortung der Vorstände ?
Paul Rabe (heidelpaul)
- 30.03.2009, 17:52 Uhr