18.11.2007 · Man muss wirklich nicht alles ernst nehmen, was der venezolanische Präsident Hugo Chávez sagt. Aber mit seiner Bemerkung auf der Opec-Konferenz, das Öl bilde einen Anlass für politische Krisen, hat er zweifellos recht. Einen Feldzug gegen den Westen kann die Opec heute jedoch nicht mehr führen.
Von Gerald BraunbergerMan muss wirklich nicht alles ernst nehmen, was der venezolanische Präsident Hugo Chávez sagt. Aber mit seiner Bemerkung auf der Opec-Konferenz, das Öl bilde einen Anlass für politische Krisen, hat er zweifellos recht. So hat auch Alan Greenspan in seinen Memoiren geschrieben, dass selbstverständlich das Öl ein wichtiger Anlass für die Vereinigten Staaten war, gegen den Irak in den Krieg zu ziehen.
Auch die deutsche Geschichte bietet Anschauungsmaterial: Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg hatte das Deutsche Reich begehrliche Blicke auf die Quellen am Kaukasus geworfen. Noch heute reagiert der Ölpreis nervös auf Berichte oder auch nur Gerüchte über Spannungen im Nahen oder Mittleren Osten. Gleichwohl wird Chávez' Wunsch, die Opec solle eine stärkere politische Rolle spielen, nicht in Erfüllung gehen.
Die Opec besitzt schon lange nicht mehr die Macht, die sie früher ausübte. Zum zweiten haben viele Mitglieder überhaupt kein Interesse an politischen Spannungen. Für sie ist es am lohnendsten, Öl teuer zu verkaufen und ihre Petrodollar lukrativ anzulegen. Chávez wird sich für seinen Feldzug gegen den Westen andere Kumpane suchen müssen.
Bei Demonstrationen gegen die Politik des venezuelanischen Präsidenten Hugo Chávez ist es in der Hauptstadt Caracas zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Auslöser ist eine von Chávez geplante Verfassungsänderung.
Gerald Braunberger Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.
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